Österreichs Footballer stehen in ihrem Traum-Finale

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Es ist vollbracht!

Österreichs Footballer haben ihren großen Traum verwirklicht und stehen nach einem 28:9 gegen Frankreich vor 9.500 Zuschauer in Graz erstmals in einem EM-Finale.

Dem AFBÖ-Team, das auch das WM-Ticket für 2015 fixiert, gelingt damit eine eindrucksvolle Revanche für die 16:24-Schlappe bei der Heim-WM 2011.

Bei strömenden Regen im ersten Viertel erläuft Running Back Andreas Hofbauer zwei Touchdowns (19 bzw. 70 Yards). Eine starke Defensiv-Leistung sowie Touchdowns von Laurinho Walch und Manuel Thaller nach jeweils einem Pass von QB Gross besorgen die Vorentscheidung.

So kommt es am Samstag (19 Uhr) zum absoluten Traum-Endspiel gegen Titelverteidiger Deutschland im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Dort werden bis zu 30.000 Zuschauer erwartet, um den ganz großen Coup zu landen.

Traumstart für Österreich

Die Österreicher starteten ihre Final-Mission wie aus einem Guss. Nicht nur weil es bei gleichzeitigem Sonnenschein zu regnen begann, sondern weil der Opening Drive auch gleich zu einem Touchdown führte.

Nach einem gescheiterten Trickspielzug - Receiver Thomas Haider versuchte Laurinho Walch per Pass zu erreichen - konnte der "Quarterback" den ersten Pass vom richtigen Spielmacher, Christoph Gross, zum ersten First Down fangen.

Running Back Andreas Hofbauer ließ daraufhin ein weiteres folgen, Clemens Erlsbacher setzte mit einem Catch für 20 Yards eines drauf und am Ende sorgte Hofbauer mit seinem Lauf für 19 Yards zum ersten Mal für Touchdown-Jubel in der sehr gut gefüllten UPC-Arena.

Regenschlacht im ersten Viertel

Es sollte nicht der einzige Jubel der Zuschauer im ersten Viertel bleiben und auch nicht der einzige Touchdown des Tirolers, der schon beim 49:7 gegen Dänemark drei Mal scorte.

Denn nach einem ereignislosen Opening Drive der Franzosen war es erst Erlsbacher, der den Punt mutig quer über das Feld bis an die 30 Yard-Linie zurücktrug.

Es folgte einmal mehr die große Hofbauer-Show - der 21-jährige Raiders-RB fand das Loch und lief die vollen 70 Yards bis in die Endzone durch. Das bei absolut strömenden Regen. Was für ein Play. Was für ein Start für Österreich.

In weiterer Folge konnten beide Teams bei dem starken Regen nichts ausrichten. Die Pässe kamen nicht an, die schnellen Spieler nicht zum Sprint - beim Laufspiel machte es ob der Tackles in erster Linie nur plitsch, platsch.

Es war Schlamm-Football par excellence im ersten Viertel.

Frankreich kam nicht in Tritt

Schlagartig mit dem zweiten Viertel hörte es zu regnen auf, der Boden blieb freilich eine einzige Pfütze. Die Österreicher wussten aber weiterhin die französische Offense um den 40-Jährigen Quarterback Perez Mattison zu stoppen.

Vikings-Cornerback Andreas Lunzer verteidigte etwa einen Pass auf den großgewachsenen Receiver Anthony Dable mit all der Routine, die der 21-Jährige eigentlich nicht haben kann. Es sollte nicht sein einziger toller Play bleiben.

Frankreichs Offensive kam und kam weiterhin nicht in Tritt, weil es Österreich auch nicht zuließ. Es folgte, was kommen musste: Mattison wurde von Defensive Back Markus Krause intercepted.

Nur ein Goal für Frankreich vor der Pause

Auf der anderen Seite stellte sich die Defense der Gäste allerdings dann etwas besser auf den Gastgeber ein, auch wenn Hofbauer nicht immer zu stoppen war.

Oder nur mit einer Strafe: Das Ziehen am Helm-Gitter (Face Mask) bedeutete automatisch 15 Yards Raumgewinn. Doch nach einem Sack durch die Franzosen musste auch dieser Drive eine Minute vor Ende der Hälfte begraben werden.

Auf der anderen Seite brach Receiver Guillaume Rioux dann mit seinem Punt-Return fast noch zum Touchdown durch, doch Punter Erlsbacher tackelte als letzter Mann den Franzosen.

Danach präsentierte einmal mehr Lunzer seine Qualitäten und sorgte dafür, dass Frankreich nur durch Kicker Boris Bede auf 3:14 verkürzen konnte. Sein Field Goal aus 35 Yards fand nach Timeout im zweiten Versuch sein Ziel. Es war Halbzeit.

Walch und Thaller machen den Sack zu

Nach der Pause kamen die "Fighting Frogs" im ersten Drive anfangs in Fahrt, doch wieder einmal zeigte die rot-weiß-rote Defense ihre Stärke bei der Third-Down-Conversion. 

Stefan Ruthofer verteidigte einen Pass perfekt, der folgende Field-Goal-Versuch aus 34 Yards durch Kicker Bede ging nur an den linken Pfosten.

Im Gegenzug konnte Österreich nachlegen - und wie. Erst sorgte Haider für das First Down, im Anschluss warf Quarterback Gross rechts zu Walch, der den Ball für 45 Yards in die Endzone trug und die UPC-Arena erneut zum Brodeln brachte.

Der Vize-Europameister zeigte sich geschockt und musste einmal mehr punten. In der Folge machte Österreich den Sack zu: Ein weiterer Pass von Gross in die Endzone wurde von einem französischen Verteidiger auf Tight End Manuel Thaller abgelenkt, der so das 28:3 glücklich besorgen konnte.

Traum-Finale gegen Deutschland perfekt

Team Austria brachte den Sieg souverän nach Hausel, ein fehgeschlagener Field-Goal-Versuch von Kicker Christopher Kappel tat der glänzenden Stimmung keinen Abbruch, ebenso der Ehren-Touchdown durch Bozec.

Eine sensationelle Defense-Leistung führte letztlich dazu, dass Frankreich - das die Dänen noch am Montag 65:0 abfertigte - nur auf neun Punkte kam.

Zehn Minuten vor Ende tönte es erstmals "Finale, ohoh". So hat Football-Österreich nun sein ersehntes Traum-Finale: Am Samstag kommt es um 19 Uhr im Wiener Ernst-Happel-Duell zum Duell mit dem großen Rivlen Deutschland.

Der erste Traum ist Realität, der zweite soll noch folgen. Nach dieser Leistung führt der EM-Titel nur über Österreich. Klingt komisch, ist aber so.


Bernhard Kastler

 

Frankreich vs. Österreich 9:28 (0:14, 3:0, 0:14, 6:0)
UPC Arena Graz, 9.500 Zuschauer

Scorer Frankreich:
Touchdowns: Franck Bozec
Fieldgoal: Boris Bebe

Scorer Österreich:
Touchdowns: Andreas Hofbauer (2), Laurinho Walch, Manuel Thaller
Extrapunkt: Christopher Kappel (4)


Stimmen zum Spiel:

Österreichs Head Coach Jakob Dieplinger: „Wir haben ein sehr starkes Team Frankreich erwartet, vor allem auf eine starke D-Line. Unser Fokus lag darauf schnell zu starten und schnell zu Scores zu kommen. Das ist uns gelungen. In den Spielen davor hatten wir zu Beginn Probleme offensiv unsere Rhythmus zu finden. Unsere ganze Konzentration richtet sich jetzt auf das Finale gegen Deutschland, auf das wir uns sehr freuen.“

Frankreichs Head Coach Larry Legault: „Wir waren nicht überrascht was die Österreicher gespielt haben, aber darüber wie stark sie gespielt haben. Die frühen Touchdowns von Österreich vor dem Starkregen, der beide Offenses stark behindert hat, hat Österreich in die Hände gespielt. Wir müssen die Niederlage nun wegstecken und wollen gegen Finnland eine Medaille holen.“

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