"Wozu braucht man sieben Amerikaner?"

Aufmacherbild

Ready, set, go.

Und wie die Raiffeisen Vikings bereit sind. Nicht nur weil die Wiener den Titel in der Austrian Football League erfolgreich verteidgen wollen. Auch weil es nicht irgendeine Saison ist: Heuer werden die Vikings 30!

Bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz des österreichischen Rekordmeisters (elf Titel) präsentierten die Vikings nicht nur ihre neuen Imports - dazu später mehr - sondern auch ihr Jubiläums-Special.

"Friday Night Game" als Höhepunkt

Anlässlich des runden Geburtstages, die Vikings wurden 1983 gegründet, haben sich die Verantworlichen naturgemäß etwas einfallen lassen.

Neben einer Studentenaktion sowie erhältlichen Geburtstags-T-Shirts, sind für die Fans bei den Heimspielen Showacts, wie Biker Niki Leitner, eine Marching Band und die WEGA, geplant - ebenso eine Beach-Party.

Zudem kommt es bei der Partie gegen die AFC Rangers am 17. Mai zu einem "Friday Night Game". In Anlehnung an die US-amerikanische Tradition der Highschool-Teams, denen die Freitagnacht gehört.

Titelverteidigung als Ziel

"Ich kann mich noch erinnern, als ich als kleiner Bub diese Spiele verfolgt habe. Das war immer eine ganz andere, besondere Stimmung", freut sich Chris Calaycay.

Der Head Coach will freilich mit seinem Team den größten Teil zum 30er beitragen, nämlich die erfolgreiche Titelverteidigung. Wer sich da in den Weg stellt, ist dem gebürtigen US-Amerikaner herzlich egal.

"Wir schauen nicht über unsere Schulter. Wir wissen selbst, dass wir immer mehr machen müssen. Und wir haben eine sehr gute Vorbereitung hinter uns und sind jetzt bereit für die neue Saison."

Neue Imports

Zwei neue Spieler sind dabei an Bord: Der 23-jährige wieselflinke Jesse Lewis soll den Abgang von Dusty Thornhill auf der Running-Back-Positon vergessen machen.

Eine schwierige Aufgabe, bedenkt man, dass Thornhill viele Positionen im Spiel der Vikings einnnahm.

Auf der Receiver-Position haben sich die Vikings mit Michael Zweifel ("Zwiefel" ausgesprochen) verstärkt, da Kyle Kaiser nun in der Arena Football League in den USA spielt.

Zweifel bei den Vikings

Der 24-jährige Zweifel kam aus der College Division III, wo er einen Allzeit-Rekord für gefangene Pässe aufstellte. Vergangenes Jahr war Zweifel auch in der NFL bei den Green Bay Packers auf Probe zu Gast.

"Das war eine tolle Chance, für die ich dankbar bin. Es hat aber offensichtlich nicht gereicht", so der Brillenträger.

Zurückgekehrt als Importspieler ist Tillman Stevens, der wieder auf beiden Seiten, Offense wie Defense, spielen wird.

Calaycay kontert Fatah

Drei Amerikaner, die Calaycay völlig ausreichen.

Sein Tiroler Pendant Shuan Fatah hat vergangene Woche gegenüber LAOLA1 (Hier zur Story) die seit 2012 geltende Import-Regelung, wonach nur zwei so genannte A-Klasse-Spieler am Feld stehen dürfen, heftigst kritisiert.

Calaycay sieht das Ganze etwas anders: "Ich mag Shuan, aber was das betrifft, bin ich ganz anderer Meinung."

Und warum? "Die AFL gehört zu den besten Ligen Europas, die Raiders haben 2011 die Eurobowl gewonnen. Wir standen 2012 im Finale. Was will man? Warum brauchen wir sieben Amerikaner auf dem Feld? Was wäre das für ein Zeichen an unsere Jugend?", verteidigt Calaycay, seit 2007 alleiniger Head Coach der Vikings, die Regelung.

"Das ist der richtige Weg"

So macht sich der Coach auch keine Sorgen, nachdem es in der Defense einige Abgänge gab: "Wir müssen und wollen unseren eigenen Nachwuchs fördern. Wie man auch heuer bei uns sieht, bringen die Jungen sehr gute Leistungen. Wenn einer ausfällt, rückt der nächste nach. Das ist definitiv der richtige Weg."

Einzig sollte sich laut Calaycay die European Football League auf eine Regelung einigen. Angesichts von Legionärstruppen wie den Calanda Bronocos, 2012 Eurobowl-Sieger, wohl nicht die schlechteste Idee.

Pikantes Treffen beim ersten Spiel

Das Ziel Eurobowl-Sieg ist aber für den Trainer "noch weit weg", zuerst ginge es darum, gut in die AFL-Saison zu starten.

Wie es der Zufall so will, treffen die Vikings am ersten Spieltag am Sonntag (15 Uhr) dabei auf einen alten Bekannten. Tom Smythe, früher Head Coach der Wiener und das auch beim ersten von vier Eurobowl-Triumphen 2004, coacht nun die Prague Black Panthers.

Calaycay hat noch unter Smythe gespielt, dennoch ist es für ihn ein Spiel wie jedes andere: "Für mich ist es ein Spiel Vikings gegen Panthers, und kein Match zwischen einzelnen Personen."

Für Smythe - der aus dem Ruhestand und somit vom Golfplatz geholt wurde - wohl schon mehr, schließlich soll der Altmeister damals nicht ganz glücklich mit der Trennung von den Vikings gewesen sein.

Ab Sonntag zählt aber nur mehr eines: Bereit auf dem Feld zu sein.

 

Bernhard Kastler

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen