Die Schlüsselspieler der 20. Austrian Bowl

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Wenn sich am Samstag (20:30 Uhr auf der Hohen Warte) in der Austrian Bowl die Vienna Vikings mit den Tirol Raiders duellieren, ist es auch ein Aufeinandertreffen von vielen der besten Football-Einzelkönner Österreichs.

Chris Gross und Kyle Callahan, Dusty Thornhill und Andreas Hofbauer bzw. Florian Grein, Talib Wise und Tillman Stevens und zu guter Letzt die beiden Coaches: An den wichtigsten Positionen sind beide Teams hervorragend besetzt.

LAOLA1 beleuchtet vor dem Saison-Finale die Schlüsselspieler:

Christoph Gross:

Eine Interception im gesamten Grunddurchgang – Gross steht für Verlässlichkeit. Nur zwei Mal lag die Completion Rate unter 50%, ein Mal warf der Österreicher in Diensten der Vikings keinen Touchdown. Alleine in der jüngsten Vergangenheit wollte es für den Quarterback des Nationalteams nicht klappen. In den Eurobowl-Spielen und im Austrian-Bowl-Halbfinale hatte er wohl seine drei schwächsten Spiele des Jahres. Trotzdem: Zahlenmäßig ist Gross seinem Konkurrenten Callahan, unabhängig von dessen verpasstem Spiel, weit voraus.

Kyle Callahan:

Es ist kein Zufall, dass die Raiders genau in dem Spiel (gegen die Calanda Broncos) abgefertigt wurden, in dem sich Callahan verletzte. Der Quarterback ist das Um und Auf in der Offense aus dem „Heiligen Land“. Noch vor den Running Backs führt der US-Import in der Laufstatistik, auch durch die Luft läuft es für den US-Import – wenn auch nicht so gut wie für Gross. Mit nur drei Interceptions in der bisherigen Saison ist aber auch Callaham kein Risiko für die Ambitionen des Westens.

Dusty Thornhill:

Die Abwesenheit des Bulldozers schwächte die Wikinger im Halbfinale gegen die Dragons enorm. Knapp 700 Yards in einer pass-dominierten Offense, dabei durchschnittlich 8,2 Yards pro Versuch, sind eine gewaltige Leistung, zumal der US-Amerikaner gleich drei Spiele des Grunddurchgangs verpasste. Für das Finale ist er wieder fraglich – als Ersatz könnte der langzeitverletzte Timothee Bach zum Zug kommen.

Andreas Hofbauer/Florian Grein:

Das Laufspiel der Raiders wollte heuer nicht so recht funktionieren. Die Versuche waren auf mehrere Schultern verteilt, sodass Callahan hat mehr Yards als die nominellen Running Backs hat. In der Liga haben die Tiroler trotz ihres Quarterbacks die wenigsten Rushing Yards – bei nur unwesentlich weniger Versuchen als die fünftplatzierten Panthers.

Tillman Stevens:

Stevens ist der Star in der Secondary. Seine Coverage-Künste sind unumstritten, zudem kommen seine Kickoff- und Punt-Returns. Gegen diesen Herrn nicht Out of Bounds zu punten, kann man nach den gezeigten Leistungen schon als grob fahrlässig bezeichnen. Manch einer sah in dem US-Amerikaner den Akteur, der die Vikings im Halbfinale erst im Spiel hielt. 102 Yards bei nur zwei Returns ist in der Tat eine beachtliche Statistik.

Talib Wise:

Das „Mädchen für Alles“. Der Import covert, fängt, läuft und kann zur Not auch passen, wie sich im Semifinale zeigte. Seine überragende Performance im Spiel gegen die Giants stellte den Wert des nominellen Receivers eindrucksvoll unter Beweis. Den Wandervogel, der schon bei verschiedensten Teams in der Arena Football League sowie in Deutschland spielte und sogar ein Tryout bei den Chicago Bears hatte, müssen die Vikings unter Kontrolle bringen, wollen sie die Trophäe stemmen.

Chris Calaycay:

Der Headcoach der Vikings ist mittlerweile ein wahres Urgestein. Als Quarterback führte der US-Amerikaner die Wiener 2001 erstmals in die Eurobowl, schon 2004 kehrte er als Defensive Coordinator auf die Hohe Warte zurück. Seit 2008 bekleidet Calaycay alleine das Amt des Headcoaches, durch die jahrelange Erfahrung als Defensiv-Chef gilt er als Spezialist auf diesem Gebiet.

Shuan Fatah:

Der Trophäenschrank des wohl erfolgreichsten Trainers Europas ist zum Bersten gefüllt. Fatah holte schon in der NFL Europe vier Titel. Insgesamt entschied der Trainerfuchs sechs German Bowls für sich, in den vergangenen zwei Jahren holte er mit den Berlin Adlern und den Tirol Raiders das Double aus GFL/AFL bzw. Eurobowl. Das wird ihm heuer nicht vergönnt sein, scheiterte sein Team doch an den Calanda Broncos. Am Samstag will der Berliner die Saison aber mit der erfolgreichen Titelverteidigung versöhnlich ausklingen lassen.

Martin Schauhuber

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