Im Zweifel (fast) ein Packer

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Daran besteht kein Zweifel: Der Naschmarkt gehört zu den Hotspots in Wien.

Egal zu welcher Jahreszeit, es lassen sich im kulinarischen Paradies der Bundeshauptstadt immer gemütliche Stunden verbringen.

Das sieht Michael Zweifel nicht anders. Und weil der Receiver der Raiffeisen Vikings Vienna auch noch gerne liest, schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe.

Dieser Tage widmet sich der 25-Jährige "Inferno", dem neuen Buch von Bestseller-Autor Dan Brown. Wie passend. Denn auch die Vikings stellen in dieser Saison ein Inferno dar. Neun Spiele, neun Siege stehen in Liga und Eurobowl zu Buche.

Und mittendrin Zweifel, der abseits des Feldes ob seiner eher schmächtigen Figur nicht immer als Athlet wahrgenommen wird. 

"Ich schaue nicht aus wie ein Football-Spieler. Das habe ich schon oft gehört", lacht der US-Amerikaner beim Interview-Termin mit LAOLA1. Am Feld lässt er daran dann aber keinen Zweifel.

Sport trifft Kultur

Am kommenden Sonntag kommt es auf der Hohen Warte zum prestigeträchtigen Duell mit der deutschen Hauptstadt: Die Berlin Adler gastieren im EFL-Halbfinale.

Mit dabei ist natürlich auch Zweifel, der seit dieser Saison das Vikings-Dress überstreift. "Es ist eine tolle Erfahrung hier zu sein", sagt der Import. Freilich liegt das nicht nur am Sport an sich.

"Die Chance, einige Monate in Europa zu sein und eine andere Kultur zu sehen, war sicherlich ein großer Grund, hierher zu kommen", macht Zweifel keinen Hehl daraus, dass alleine der sportliche Reiz nicht den Ausschlag für das Engagement gab.

Beide Seiten angetan

Das liegt bei einem früheren US-College-Spieler auf der Hand. Vikings-Head-Coach Chris Calaycay hat den Kontakt aber gesucht und ihn erfolgreich gefunden.

Und beide Seiten sind zufrieden. Die Vikings sprechen vom besten Import-Spieler, den sie jemals hatten. Coaches wie Defense-Spieler bescheinigen das.

Zweifel, der Zwiefel ausgesprochen wird, wiederum zeigt sich vom österreichischen Football angetan: "Es ist besser als ich dachte, vor allem jener der Top-Teams."

Und allen voran das, was sein Team zeigt: "Es ist wirklich beeindruckend, vor allem die Defensive. Sie sind physisch so stark, es macht Spaß, zuzusehen."

Rekordhalter im US-College-Football

Letzteres gilt auch für den wendigen Passempfänger. Der 185 Zentimeter große und 85 Kilogramm schwere Zweifel spielte in den USA für die University of Dubuque in Iowa.
 
Dort gewann der Receiver nicht nur die Gagliardi Trophy für den besten Spieler in der College Division III und stellte einige Rekorde auf, sondern sorgte auch für eine bestehende Bestmarke, was College-Football im Gesamten betrifft.

Mike Zweifel trainierte bei den Packers (c) Holly Kellner/Raiffeisen Vikings

Kein anderer Spieler hat nämlich bislang mehr Pässe als er gefangen: 436. "Es ist schon cool, denn das betrifft ja alle Receiver, die jemals College und später NFL gespielt haben", grinst der "Wikinger".

Auch wenn Zweifel nicht in der ersten College-Division diese imposante Statistik zu Wege bringen konnte, blieb das der NFL nicht verborgen. In diesem Fall den Green Bay Packers, die ihn im vergangenen Frühjahr testeten.

Auf Probe bei den Packers

"Ich war vier Tage dort. Es war ziemlich einzigartig, eine unglaubliche Erfahrung. Die Jungs dann zu sehen, das sind wirklich unglaubliche Athleten. Sie sind so stark und schnell", zeigt sich Zweifel nach wie vor beeindruckt.

Mit einem Engagement sollte es allerdings nicht klappen: "Ich denke, ich war so gut wie Spieler, die sie behalten haben. Da ist man enttäuscht und fragt sich: Warum er und nicht ich? Aber ich bin dankbar, nicht viele kriegen diese Chance."

Dass er aber eben aus der College Division III kam, spielte für den Receiver mit. "Es ist schwierig, die Leistungen der verschiedenen Divisionen zu vergleichen. Zudem bin ich nicht der größte oder stärkste Spieler. Das hat sicher mitgespielt."

Aaron Rodgers so nah...

Als "Trostpreis" bekam Zweifel Superstars wie Quarterback Aaron Rodgers nah zu Gesicht. "Seine Umkleide war zwei neben meiner. Das war schon toll", gibt Zweifel, der sich auch ein Erinnerungsfoto abholte, zu.

Dafür leugnete er vor Ort die Tatsache, dass er für die Packers eigentlich nicht viel übrig hat. "Ich hasse ja eigentlich die Packers, weil ich Bears-Fan bin", gesteht der Receiver seine Fan-Liebe für den Erzrivalen des Super-Bowl-Champs 2011.

Dass es mit der NFL nicht geklappt hat, daran denkt Zweifel nur manchmal.

"Football ist nicht alles"

"Natürlich ist man ab und zu frustriert, weil man sich beim Anschauen der Spiele denkt, das könnte ich auch. Aber Football ist nicht mein ganzes Leben. Es geht weiter, das ist okay", so Zweifel, der nach dieser Saison mit dem Football endgültig aufhören wird und zurück in die USA geht.

Doch ehe er sich komplett der Gesundheitswissenschaft verschreibt, will der US-Boy noch zwei Titel abräumen. Die Austrian Bowl als auch die Eurobowl sollen am Ende der Saison in Wien gefeiert werden, auch wenn Zweifel alles andere als ein Partytiger ist. Und das alles soll ohne eine einzige Niederlage passieren.

"Wenn wir unser bestes Football zeigen, dann ist es schwer, uns zu schlagen."

Und daran soll auch am Samstag kein Zweifel bestehen.

 

Bernhard Kastler

 

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