Teil13: Niemand kennt die wahre Stärke der Raiders

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Liebe Leserinnen und Leser von Laola1.at,

„Du weißt nicht wirklich wie stark du bist, bis Stärke zeigen der einzige Ausweg ist, der dir noch bleibt.“ Bob Marleys Worte beschreiben genau unsere jetzige Situation. Wir haben am Samstag sicherlich eines der wichtigsten und schwersten Spiele der letzten eineinhalb Jahre vor uns. Wir treffen auf einen Gegner, der von uns im letzten und in diesem Jahr noch nicht bezwungen werden konnte. Die Vikings sind „hot“ wie man im Football-Jargon zu sagen pflegt und die Mannschaft um QB Chris Gross und US-WR Michael Zweifel scheinen wie aus einem Guss zu spielen.

Es ist eine Mammutaufgabe, die es für uns zu bewältigen gibt, und wirklich eine Chance geben uns nicht viele Experten in Football-Europa. Dafür haben die Wikinger aus Wien einfach in diesem Jahr zu dominierend gespielt. Aber gab es nicht gerade im Football das ungeschriebene Gesetz, dass es immer schwer ist ein Team drei Mal in einem Jahr zu schlagen? Ist die Chancenlosigkeit nicht genau unsere Chance? Ich schreibe diese Zeilen an euch, während ich im Krankenhaus mit meiner Frau bin und wir auf unseren Sohn warten, der hoffentlich bald das Licht dieser Welt erblicken wird.

Da gibt es für mich viel Zeit zu reflektieren, und die Vergangenheit Revue passieren zu lassen. Ich muss sagen, dass ich wirklich stolz auf unsere Mannschaft bin. Wenn wir mal bezwungen wurden, dann war es eben durch den Football-Primus Vienna Vikings oder einmal durch die Mega-Truppe aus Chur in der Schweiz, die einen Sommer lang am besten tanzen konnte.

Ansonsten haben sich unsere Jungs schadlos gehalten und haben sich zu einem wahren Powerhouse in Europa gemausert. Wir wissen aber auch, dass unsere wahre Stärke immer nur an unseren Finalteilnahmen und an den gewonnenen Titeln gemessen wird und wir sind die letzten drei Jahre immer in mindestens einem der großen Endspiele in Europa gewesen.

Das zeugt von viel Kraft und Können, jedoch wird unsere wahre Stärke erst am Samstagabend im Tivoli-Stadion zum Vorschein kommen müssen, wenn wir einer schier unschlagbaren Übermacht gegenüber stehen werden und es für die Raiders aus Tirol einfach keine andere Wahl gibt als stark zu sein.

Professor Randy Pausch formulierte es kurz vor seinem Tod in seiner „Last Lecture“ vor Studenten sehr richtig: „Mauern sind nicht dazu da uns fernzuhalten. Im Gegenteil, sie geben uns die Möglichkeit sie einzureißen, während wir allen zeigen, wie sehr wir etwas wollen. Fernhalten tun Mauern nämlich nur die, die es nicht wirklich wollen.“

Niemand kennt im Moment die wahre Stärke der Raiders. Am Samstagabend wird sich das ändern, denn im Eurobowl-Finale gegen die Wikinger aus Wien hat Tirol keine andere Wahl als seine wahre Stärke zu demonstrieren, um zu bestehen.

Samstag ist unser Tag! Also kommt ins Tivoli-Stadion und feuert uns an. Falls euch dies nicht möglich ist, dann schaut ab 19:45 Uhr einfach wieder auf www.raidersTV.at rein.

 

Euer Shuan Fatah.

 

Shuan Fatah ist Head Coach der SWARCO Raiders. Er schreibt exklusiv für Laola1.at. In seiner ersten Saison bei den Tirolern führte er das Team 2011 zum “Double”-Gewinn (Austrian Bowl und Eurobowl). In seiner Laufbahn als Spieler und Trainer hat der gebürtige Berliner 13 Meistertitel gewonnen.

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