Die erste Belohnung

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Teil1: Erste Belohnung für einen knallharten Winter

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Liebe Leserinnen und Leser von Laola1.at,


willkommen in meiner Welt. Willkommen zu meiner Kolumne. Ihr wolltet schon immer einmal wissen, wie ein Cheftrainer denkt und tickt? Dann seid ihr hier richtig. In meiner exklusiven Kolumne auf LAOLA1.at schreibe ich in den kommenden Wochen über unsere Saison, meine Arbeit und die Dinge, die mich beschäftigen. Soviel zur Einleitung. Jetzt geht’s los.

Am Samstag haben wir unseren Saisonauftakt mit 31:21 gegen die Giants aus Graz gewonnen. Es war ein Auftakt nach Maß. Wir haben sehr konzentriert gespielt und der positive Eindruck, den ich schon im Trainingslager in Bozen hatte, bestätigte sich. Die Graz Giants sind eine große Nummer in Österreich und Europa, und wir hatten uns natürlich mit dem größten Respekt und der nötigen Akribie auf diesen schweren Auftakt vorbereitet.

Dieser ganze aufgebaute Druck entlud sich dann in diesem Spiel. Meine Jungs waren fast nicht zu bremsen. Wir müssen jedoch gewarnt sein und dürfen uns zum Ende eines Spiels nicht noch so viele Punkte einfangen, egal ob das Spiel in trockenen Tüchern scheint oder nicht. Daran müssen wir arbeiten, damit wir in der Zukunft nicht noch Spiele leichtfertig aus der Hand geben.

Wer das Spiel live im Stadion oder auf raidersTV gesehen hat, dem sind sicher die vielen neuen Gesichter in unserer Defensive aufgefallen. Diese Jungs werden uns noch viel Freude bereiten. Einige ehemalige Spieler, die lange vor meiner Zeit schon einmal für Silber und Schwarz unterwegs waren, haben ihr Comeback gefeiert. Andere stehen in dieser Saison erstmals in der Startformation, haben ihre Position gewechselt oder sind neu im Team. Ich denke, man hat ihre Anwesenheit ziemlich schnell auf dem Spielfeld bemerkt.

Der Kickoff in die neue Saison ist am Samstag erfolgt

Ein Berni Wohlfart und der erst 19-Jährige Korbinian Hoffmann in der ersten Reihe der Defensive oder Simon Hoser und Fabian Seeber als Linebacker und ein Alexander Achammer als Safety konnten schon sehr gute Akzente setzen. Aber auch ein Philipp Margreiter auf einer neuen Position hat für ganz schön viel Aufsehen gesorgt.

Sie alle haben ebenso wie der Rest des Teams eine lange und anstrengende Offseason hinter sich. So nennen wir die Zeit zwischen zwei Spielzeiten. Unser Jahr ist in verschiedene Phasen eingeteilt. Es gibt die Offseason. Es gibt die Preseason, also die direkte Saisonvorbereitung. Dann sind da noch die Inseason, also die Saison, sowie die Postseason, in der wir die Jungs komplett in Ruhe lassen, sie sich neu regenerieren und um die anderen, die viel wichtigeren Dinge in ihrem Leben kümmern können.

Ab September ruft schon die raue Stimme unseres Strength und Conditioning Coaches Andreas Pröller. Er war selbst lange Spieler bei uns, ist bei Weltcups und Olympia als Bobfahrer gewesen und ein ausgebildeter Konditionstrainer (wobei es Drill Sergeant wohl eher trifft). Er trommelt die Mannschaft zum gemeinsamen Offseason-Training zusammen.

Dort geht es richtig zur Sache, wie ihr in dem Video sehen könnt. Dort trennt sich auch die Spreu vom Weizen. Wir haben jedes Jahr eine nicht unerhebliche Anzahl an Spielern, für die unser Tempo und unsere Intensität in der ersten aber auch der zweiten Mannschaft einfach zu viel sind. Diese Jungs lassen dann meistens das Footballspiel oder enden in anderen Vereinen der Umgebung. Wir kalkulieren das immer mit ein, und sagen auch zu Trainingsbeginn jedem, der es bei uns versucht, dass nicht jeder ein SWARCO Raider sein kann. Es ist deshalb auch niemand böse, wenn sich ein Spieler in der Vorbereitung vorzeitig verabschiedet.

Die, die sich durch den knallharten Kraftraumalltag des Herbstes und Winters kämpfen, die bestreiten mit uns die Preseason. Da hatten wir zwei Mini-Camps und ein Trainingscamp. Hier haben wir uns nach und nach technisch und taktisch auf die Saison vorbereitet. Und der Start verlief ja sehr vielversprechend. Doch nun wartet am Samstag eine weitere schwere Aufgabe: die Prague Black Panthers.

Mein erster Eindruck von Prag ist ein sehr guter. Die Black Panthers haben sich in Wien am Sonntag trotz der Niederlage in sehr guter Verfassung präsentiert. Mich haben besonders ihre Receiver beeindruckt. Da gibt es einige sehr große und schwere Athleten, die uns sicherlich viel Kopfschmerz bereiten werden. Quarterback Andrew Schoop ist ein sehr beweglicher Spieler und Andre Whyte, der als Running Back und Defensive Back spielt, ist brandgefährlich. Wir werden die Intensität im Training hoch halten, um dann hoffentlich gut vorbereitet in Prag einzutreffen. Wer das Spiel live sehen will, kommt entweder mit nach Prag oder schaut am Samstag auf www.raiderstv.at zu. Kickoff ist um 15:00 Uhr.


Euer Shuan Fatah

 

Shuan Fatah ist Head Coach der SWARCO Raiders. Er schreibt exklusiv für LAOLA1.at. In seiner ersten Saison bei den Tirolern führte er das Team 2011 zum “Double”-Gewinn (Austrian Bowl und Eurobowl). In seiner Laufbahn als Spieler und Trainer hat der gebürtige Berliner 13 Meistertitel gewonnen.

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