"Feuchte Hände und Gänsehaut"

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„Wichtig zu sehen, dass wir das schaffen können“

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Österreichs Top-Beachvolleyball-Teams versammelten sich am Montag in Wien, um sich gemeinsam auf die in rund zwei Monaten beginnende Europameisterschaft in Klagenfurt einzustimmen.

Ein Platz blieb allerdings leer – jener neben Stefanie Schwaiger.

„Babsi ist noch in Salzburg, weil wir Sonntag-Nacht erst aus Luzern zurückgekommen sind und am Mittwoch schon wieder in Prag spielen“, erklärt Stefanie Schwaiger die Abwesenheit ihrer Partnerin.

Trotz des straffen Terminkalenders nahm sich die Niederösterreicherin Zeit, um mit LAOLA1 über das erfolgreiche Abschneiden beim World-Tour-Open in Luzern zu plaudern.

Von Enttäuschung keine Spur

Schwaiger/Hansel verpassten in der Schweiz die Sensation in Form des Finaleinzuges nur knapp, im Semifinale setzte es für das Duo gegen Borger/Büthe (GER) eine 1:2-Niederlage.

Im kleinen Finale mussten sie sich den Kanadierinnen Broder/Valjas in zwei Sätzen geschlagen geben und belegten schlussendlich Rang vier. Von Enttäuschung ist im Lager Schwaiger/Hansel dennoch keine Spur.

„Jetzt sind wir ein neues Team, das kann man natürlich nicht vergleichen. Dennoch werden wir versuchen, unser Bestes zu geben. Das Ziel wird sein, eine Medaille zu holen.“

Die Vorfreude auf das Heimturnier ist - wie bei den anderen rot-weiß-roten Beach-Duos - dementsprechend groß. „Klagenfurt ist immer ein Highlight.“

Der EM-Titel im Jahr 2013 vor tausenden Fans ist noch immer präsent. „Das sind unglaubliche Momente, wenn man sich zurückerinnert. Wenn ich die Bilder sehe, bekomme ich sogar heute noch feuchte Hände und Gänsehaut.“

Feuchte Hände und Gänsehaut könnten Stefanie Schwaiger und Barbara Hansel ihren Fans auch in Zukunft bescheren.

 

Daniela Kulovits

„Der vierte Rang ist natürlich ein undankbarer Platz, weil man zum Schluss ja auch zwei Spiele verliert. Aber es hat eigentlich niemand damit gerechnet, dass wir schon am Anfang der Saison ins Semifinale kommen und einen vierten Platz holen. Daher bin ich eigentlich sehr zufrieden damit“, sagt Schwaiger, die erst seit September mit Barbara Hansel ein Team bildet.

Die 28-Jährige muss nun im Team der beiden Blockspielerinnen den Verteidigungspart übernehmen. „Wir haben uns am Anfang ehrlich gesagt gefragt, wie das funktionieren soll“, gibt Schwaiger zu, „aber es funktioniert. Wir haben Spaß dabei und ergänzen uns gegenseitig ganz gut.“

„Wir müssen am Boden bleiben“

Dass es funktioniert haben die beiden in Luzern in der Tat bewiesen. Endlich konnten die Trainingsleistungen auch im Wettkampf bestätigt werden.

„Das Problem bei uns war, dass die Vorbereitung und auch die Trainingsspiele super waren, aber wir können es im Spiel oft nicht umsetzen. Jetzt haben wir gesehen, dass wir gegen jedes Team eine Chance haben und auch Top-Duos schlagen können. Es war für uns als Team ganz wichtig zu sehen, dass wir das schaffen können“, sagt Schwaiger.

Die guten Leistungen sind die ersten Früchte der Zusammenarbeit mit Trainer Igor Prielozny, der die Spielerinnen seit Kurzem betreut. „Wir haben im Winter sehr hart gearbeitet, es war eine Kombination aus Kraft, Ausdauer und Volleyball-Training. Der Trainer passt perfekt ins Team“, lobt die Niederösterreicherin den ehemaligen Nationalteamchef Österreichs. 

Die Richtung stimmt also im Team Schwaiger/Hansel. Dennoch bleibt man im Lager der Beach-Damen bescheiden. „Wir müssen jetzt am Boden bleiben. Jedes Turnier fängt von Null an, wir müssen unsere Leistung bestätigen.“

„Gar nicht so schlecht, dass wir bei der WM nicht dabei sind“

Die Möglichkeit dazu gibt es bereits beim World-Tour-Open in Prag (ab 10:00 Uhr Live auf LAOLA1.tv). „Wir fangen dort wieder in der Quali an, das heißt, wir haben zwei Spiele, bevor wir überhaupt im Hauptbewerb starten können. Wir müssen uns das erst wieder erarbeiten. Egal ob Quali oder Maindraw, wir müssen einfach unser Spiel durchziehen“, fordert Schwaiger nun Konstanz.

Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich in Hinblick auf das Olympia-Ranking und die Weltrangliste zu sammeln. „Der vierte Platz in Luzern ist natürlich super, aber wir brauchen noch viel mehr gute Platzierungen, damit wir uns für Olympia qualifizieren können. Deshalb haben wir heuer einen Turnier-Marathon vor uns. Wir sind jede Woche woanders, lassen nichts aus“, berichtet die Verteidigungs-Spielerin.

„So gesehen ist es vielleicht gar nicht so schlecht, dass wir bei der WM nicht dabei sind. Dann haben wir einmal zwei Wochen Pause, in denen wir Kraft und Ausdauer trainieren können oder einfach nur regenerieren“, spielt Schwaiger auf die nicht erhaltene Wild Card für die Weltmeisterschaft Ende Juni in den Niederlanden an.

„Natürlich will ich den Titel verteidigen“

Somit ist für das Duo das nächste Saison-Highlight die EM in Klagenfurt (28.7.-2.8.) – und da ist das Ziel klar definiert. „Natürlich will ich den Titel verteidigen“, sagt Schwaiger, die sich 2013 - ebenfalls in Klagenfurt - die Gold-Medaille umhängen durfte, damals aber noch an der Seite ihrer Schwester Doris.

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