"Reform nicht mehr so einschneidend"

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Die internationale Saison beginnt im April mit vielen neuen Facetten.

Die Rahmenbedingungen für die World-Tour- und die obersten Kategorien der Kontinental-Turniere wurden in ihrer Endfassung erst in dieser Woche festgelegt, wodurch alle Beteiligten nun sehr schnell handeln müssen.

Schließlich wird schon nächste Woche das Spieljahr des Europaverbandes (CEV) gestartet, die World Tour beginnt Ende April in China.

Änderung am Punkte-System

Wesentliche Änderung ist eine strikte Punkte-Hierarchie mit nur einer Rangliste ähnlich dem Tennis statt mit einem World-Tour- und Kontinental-Ranking.

Dabei sind die Topteams klar bevorzugt. Denn sie stehen fix in der World Tour, die zweite Garnitur muss auf die Qualifikation hoffen.

Diese ist bei den heuer nicht weniger als zehn Grand Slams je Geschlecht auf 24 Teams beschränkt, bei Open-Events kann der Veranstalter auch auf 32 Mannschaften aufstocken.

Quali bleibt nach Spieler-Protesten

Nach Protesten von Spielerseite wurden am ursprünglichen Reglement-Entwurf nochmals Änderungen vorgenommen. So gibt es weiterhin auch bei Open-Turnieren eine Qualifikation.

"Dadurch dass die Quali geblieben ist, ist die Reform nicht gar so einschneidend", sagte ÖVV-Vizepräsident Stefan Potyka der APA.

Denn ohne die wären die meist jungen Teams mit weniger Punkten in ihrem Streben auf die World Tour fast chancenlos.

Zwar sind die Kontinental-Events wie die Europa-Tour mit Masters und Satellites aufgewertet worden, doch im Vergleich zur World Tour natürlich noch immer klar schlechter gestellt.

Vielspieler bevorzugt

Damit bleibt ein wesentlicher Kritikpunkt bestehen: Vielspieler werden durch das neue System bevorzugt.

"Wenn man auf der World Tour ist, muss man schon viel falsch machen, damit man wieder rausfällt", erklärte Potyka. Schon schwache World-Tour-Ergebnisse würden demnach zum "Klassenerhalt" reichen.

Die Saisonplanung wird Teams mit ausreichend World-Tour-Punkten quasi vorgegeben: Wer im Grand-Slam-Feld drin ist, spielt, um drin zu bleiben.

Das Teilnahmefeld an einem World-Tour-Turnier wird 21 Tage davor ermittelt, es zählen bei jedem Team die besten sechs Ergebnisse der vergangenen acht Turniere. Für die Setzung ist aber das am Tag vor Turnierstart gegebene Ranking ausschlaggebend.

Nur wenige CEV-Turniere

Erschwerend für die Europa-Teams kommt heuer dazu, dass es nur wenige CEV-Turniere mit dem EM-Höhepunkt in Klagenfurt gibt.

Masters-Turniere gibt es nur zwei, wobei lediglich jenes in Baden bei beiden Geschlechtern diesen Status hat. Dazu kommen vier Satellite-Turniere (nur drei für Damen).

Großer Antrag beim Saisonstart

Nächste Woche beim Start-Satellite in Antalya sind daher vom österreichischen Verband (ÖVV) gleich sechs Herren- und vier Damen-Teams inklusive der Top-Gespanne Clemens Doppler/Alexander Horst sowie Doris und Stefanie Schwaiger genannt.

Keiner will sich die Chance zum Punktesammeln entgehen lassen.

Keine Country Quota

Jedenfalls wird beim World-Tour-Start in Fuzhou nicht für alle interessierten ÖVV-Truppen Platz sein.

Je Geschlecht sind nur vier zugelassen, bei den Herren sind aber fünf gemeldet. Da es keine Country-Quota (Länder-Vor-Qualifikation) gibt, muss das punktschlechteste zusehen.

Evaluierung am Saisonende

Ob der neue Modus auch 2014 beibehalten wird, wird am Saisonende aufgrund der gemachten Erfahrungen beschlossen.

Welcher Modus in der Olympia-Qualifikation für Rio 2016 zur Anwendung kommt, ist auch noch offen.

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