Huber: „An einem guten Tag ist alles möglich“

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Xandi Huber und Robin Seidl sind längst keine Außenseiter mehr.

Spätestens nach der sensationellen Saison 2013 ist die Konkurrenz vor dem Duo gewarnt.

Mit dementsprechend viel Selbstvertrauen blicken die Kärntner den anstehenden Highlights, der EM in Cagliari und den Turnieren in Baden und Klagenfurt, entgegen.

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Alexander Huber verrät im LAOLA1-Interview, warum es ihnen schwer fiel, Ziele zu definieren, was sich das Duo dennoch für diese Saison vorgenommen hat und warum sie von Emanuel versetzt wurden.

 

LAOLA1: Die Saison ist bereits voll im Gang, blicken wir trotzdem noch einmal kurz auf den Winter zurück. Wie seid ihr mit der Saison-Vorbereitung zufrieden?

Huber: Die Vorbereitung ist für uns super gelaufen. Robin hat seinen Schwerpunkt auf den athletischen Bereich gelegt und sich einen neuen Athletik-Trainer genommen. Er hat in diesem Bereich sehr intensiv gearbeitet. Unser zweiter Fokus lag am Service. Unser Ziel ist es, mehr direkte Punkte durch den Aufschlag zu erzielen. Das konnten wir beim Trainingslager auf Teneriffa bereits optimal umsetzen und es hat in weiterer Folge auch beim ersten Turnier in Shanghai schon sehr gut geklappt.

LAOLA1: Dennoch hat es in Shanghai nicht für euer Ziel, einen Top-10-Platz, gereicht.

Huber: Wir haben eigentlich durchwegs eine gute Leistung gezeigt und die Gruppe als Zweite hinter Nicolai/Lupo abgeschlossen. Das ist sicher kein schlechtes Ergebnis. In der Zwischenrunde konnten wir leider nicht unser bestes Spiel abliefern und das Los war auch nicht gerade auf unserer Seite. Die Polen (Fijalek/Prudel, Anm.) sind so ziemlich das unangenehmste Team, auf das wir treffen konnten. Mit denen hatten wir in der Vergangenheit schon immer unsere Probleme, sie liegen uns einfach nicht. Aber wir wollen uns nicht auf das Los ausreden. Wir haben eben im entscheidenden Spiel gegen Fijalek/Prudel nicht das abrufen können, was wir uns vorgenommen haben.

LAOLA1: Ihr hattet letztes Jahr eine sehr starke Saison. Was habt ihr euch für dieses Jahr vorgenommen?

Huber: Die letzte Saison war wirklich irre. Es war schwierig, die Ziele für heuer noch einmal anzuheben oder überhaupt neue Ziele zu finden. Wir haben uns jetzt vorgenommen, am Ende des Jahres eine möglichst gute Ausgangsposition für die Olympia-Qualifikation zu haben. Unser großes Endziel ist Rio 2016. Dazu müssen wir uns in der Entry-List in die Top 15 vorkämpfen, aktuell sind wir Nummer 23 im Ranking. Wir wollen uns möglichst weit nach vorne arbeiten.

LAOLA1: Habt ihr nach der letzten Saison auch höhere Ansprüche an euch selber? Macht ihr euch mehr Druck?

Huber: Auf jeden Fall. Man geht in jede Partie mit einer anderen Einstellung. Wir sind jetzt nur noch selten die Außenseiter, uns haben alle am Zettel. Es gibt für uns mittlerweile auch Pflichtsiege, die eingefahren werden müssen. Wir haben einen ganz anderen Stellenwert, das ist auch in unseren Köpfen verankert. Man ist ja nie zufrieden, mit dem, was man erreicht hat. So steigern sich auch die Ansprüche an uns selber.

LAOLA1: Euer großes Ziel ist Rio 2016. Ihr habt im März bereits ein Trainingscamp in Brasilien absolviert. Wie sind eure ersten Eindrücke?

Huber: Es war eine sehr interessante Erfahrung. Vor allem die klimatischen Bedingungen hatten wir vorher so noch nicht erlebt. Wir waren nicht im Hochsommer dort, sondern im Herbst, aber es gab Tage, an denen war es einfach unglaublich heiß. Nach 11 oder 12 Uhr konnte man kaum noch trainieren, weil der Sand so heiß war. Zudem herrscht eine irrsinnig hohe Luftfeuchtigkeit. Dadurch wird der Ball ziemlich „pickig“, was uns vor allem in den ersten Tagen beim Aufspielen Probleme bereitet hat.

LAOLA1: Ihr seid auf Einladung von Emanuel und Pedro nach Brasilien gefahren. Hattet ihr auch Gelegenheit mit den beiden zu trainieren?

Huber: Wir sind von den beiden eingeladen worden, zum Training ist es dann aber leider nicht gekommen. Sie wurden kurzfristig zum Nationalteam-Stützpunkt einberufen. Natürlich haben wir uns darauf gefreut, mit der Legende Emanuel zu trainieren, wir wollten uns einiges abschauen. Als Entschädigung haben sie uns dann aber auf die Geburtstagsparty von Pedro eingeladen, was auch eine schöne Erfahrung war. (grinst)

LAOLA1: Anfang Juni findet die Europameisterschaft in Italien statt, im August das Heimturnier in Klagenfurt. Was habt ihr euch vorgenommen bzw. was traut ihr euch zu?

Huber: Zutrauen tun wir uns alles. (lacht) Wir können schon realistisch einschätzen, wo wir stehen und was wir erreichen können. Die Dichte in Europa ist extrem hoch, viele Teams sind auf dem gleichen Niveau. Deshalb wären wir mit einem Top-5-Ergebnis bei der EM schon zufrieden. Wir haben uns nach dem neunten Platz bei der EM in Klagenfurt letztes Jahr vorgenommen, uns zu steigern und einen Schritt weiter zu gehen. Wir wissen aber auch, dass an einem guten Tag ein Podestplatz drinnen ist. Wir schielen schon ein bisschen auf die Medaillen und haben als eigentliches Ziel auch eine Medaille angegeben. In Bezug auf Klagenfurt ist die Situation ganz ähnlich. Der Einzug ins Viertelfinale wäre schon ein Hit und der Traum vom Sonntag bleibt natürlich.

LAOLA1: Die Europameisterschaft wurde aufgrund finanzieller Probleme kurzfristig von Rom nach Cagliari verlegt. Gibt es durch die Verlegung Probleme mit Planung, Anreise, Hotel etc.?

Huber: Wir sind zum Glück späte Bucher, deshalb hat es uns nicht erwischt. (grinst) Aber unser Mental-Coach hatte den Flug nach Rom bereits gebucht und musste jetzt einen Weiterflug nach Cagliari buchen. Aber das ist halb so schlimm. Wir haben uns eigentlich schon sehr auf Rom gefreut, haben dort immer gerne gespielt. Robin hat es zwar nicht so getaugt, dass es nach Cagliari geht, aber ich bin zumindest froh, dass die EM in Italien bleibt. Vom Spielerischen her könnte Cagliari ein Vorteil für uns sein. Dort wird direkt am Strand gespielt, daher gibt es auch mehr Wind. Damit können wir gut umgehen.

LAOLA1: Das nächste Highlight ist das Masters in Baden. Letztes Jahr habt ihr den Einzug ins Semifinale verpasst. Welches Ziel habt ihr euch dieses Jahr gesetzt?

Huber: Wir wollen in Baden ganz klar Gold holen. Wenn wir uns eine Medaille bei der EM zutrauen, muss es genauso möglich sein, das Turnier in Baden zu gewinnen. Das Masters ist fast wie eine kleine Europameisterschaft, es sind viele gute Teams am Start. Es wird gleich ab der ersten Runde zur Sache gehen. Wir wissen, dass an einem guten Tag alles möglich ist. Vor Heimpublikum haben wir uns immer gesteigert, das wollen wir auch dieses Mal nutzen und ganz oben stehen.

LAOLA1: Ihr habt auf Teneriffa mit den amtierenden Weltmeistern Brouwer/Meeuwsen trainiert. Das wird vermutlich das Team sein, das es in Baden zu schlagen gilt.

Huber: Wir haben gegen die aktuellen Weltmeister eine positive Bilanz, sie liegen uns eigentlich ganz gut. Brouwer/Meeuwsen sind ein super Team und auch nur sehr schwer zu schlagen. Aber ich glaube, uns würden andere Teams mehr Schwierigkeiten bereiten, etwa Nicolai/Lupo oder Fijalek/Prudel.

LAOLA1: Doppler/Horst sind nach der Verletzung von Clemens wieder zurück. Wie schätzt ihr den „Feind im eigenen Lager“ ein?

Huber: Ich schätze sie sehr stark ein, so wie letztes Jahr auch schon. Sie haben sicher nichts verlernt. Die Konkurrenz in Österreich ist natürlich sehr groß, nicht nur durch Doppler/Horst. Es drängen einige junge Teams nach, die super Ergebnisse auf internationalem Niveau bringen. Es herrscht ein gutes Level in Österreich und das hilft auch uns, uns weiterzuentwickeln. Wenn die Konkurrenz so groß ist, muss man einfach immer weiterarbeiten, um ganz oben mitspielen zu können. Wir hoffen natürlich, dass es heuer einige packende Duelle mit Doppler/Horst geben wird - vielleicht ja schon in Baden.

Das Interview führte Daniela Kulovits

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