„Wir scheitern im Moment an uns selbst“

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Es läuft nicht so recht bei Xandi Huber und Robin Seidl.

Das Kärntner Beach-Duo musste sich bei beiden Major-Series-Turnieren in dieser Saison bereits in der Qualifikation geschlagen geben, damit verpassten sie erstmals seit 2012 bei zwei Events auf der World-Tour hintereinander den Sprung in den Hauptbewerb.

Beim Auftakt in Porec scheiterten sie in der letzten Quali-Runde an Fane/Jackson (VEN), zuletzt in Stavanger war nach einem Auftaktsieg über Italien gegen das US-Duo Doherty/Mayer ebenfalls in der zweiten Runde Endstation.

„In dem Spiel geht es für uns um alles und wir schaffen es einfach nicht, unser gewohntes Spiel durchzuziehen. Irgendwo ist der Wurm drin. Wenn wir unser Level spielen und ausscheiden, weil der Gegner besser ist, wäre das ok für mich, aber so ist es einfach nur frustrierend. Wir scheitern im Moment an uns selbst“, prangert Huber die eigene Leistung an.

Eine Folge der Verletzung?

Grund für das Form-Tief könnte die Verletzung von Huber – ein Bauchmuskelriss – sein, der eine dreiwöchige Pause zur Folge hatte.

Während der Rest der österreichischen Beachvolleyball-Elite die ersten Bewerbe auf nationaler und internationaler Ebene bestritt, musste das Kärntner Duo seinen geplanten Saison-Start beim Open in Luzern Mitte Mai absagen.

Alles begann nach dem dritten Trainingslager auf Teneriffa mit einem leichten Zwicken im Bauch, das bei intensiven Belastungen zu Schmerzen wurde. „Ich kann mich erinnern, dass ich Anfang April nach den Trainings starke Schmerzen hatte. Nach ein paar Tagen Pause waren die Schmerzen aber fast weg und ich habe weiter trainiert“, erzählt Huber.

„Es war brutal“

Kurz vor dem Continental-Cup in Baden Anfang Mai kam dann die unerwartete Diagnose Bauchmuskelriss.

„Ich habe es zuerst gar nicht glauben können, weil ich nicht viel gespürt habe. Die Untersuchung wollte ich nur zur Sicherheit machen, dann wurde ich gleich weiter zu einem MRT geschickt und am Ende wurden mir mindestens drei Wochen Pause verschrieben.“

Während Seidl in Baden mit Interimspartner Müllner antrat, war Huber zum Zuschauen verdammt. „Es war schon brutal“, gibt der 29-Jährige zu, „so lange habe ich in meinem Leben noch nie nicht Volleyball gespielt. Ich durfte drei Wochen lang keinen Ball angreifen.“

Einen positiven Aspekt hatte die Verletzung dennoch. „Ich konnte viel Zeit mit meinem Sohn verbringen, das war schon schön. Im Sommer werde ich ohnehin wenig zu Hause sein“, sagt Huber, der erst vor kurzem Vater wurde. „Natürlich ist mir mein Kind sehr wichtig, aber wir möchten trotzdem das Ziel Olympia verfolgen.“

Punkte hamstern bei der WM

Ein wichtiger Schritt in Richtung Rio 2016 wird auch die Weltmeisterschaft Ende Juni in den Niederlanden sein, bei der es um doppelte Punkte für das Olympiaranking geht.

„Das wichtigste Ziel ist der Einzug ins Viertelfinale. Wir müssen bei der WM die Chance nutzen und uns punktemäßig im Olympiaranking von anderen Teams abheben. Wir müssen möglichst viele hinter uns lassen, Top acht wäre im Hinblick auf Olympia eine super Platzierung“, erklärt Huber.

Das Minimal-Ziel lautet also Top acht, im besten Fall soll es aber eine Medaille werden. Einfach wird diese Mission angesichts der Auslosung nicht. Das Duo bekommt es mit den Titelverteidigern Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen (NED) sowie Nicolai/Lupo (ITA) und den Chilenen Salinas/Tobar zu tun.

„Wir können jeden schlagen“

„Die Gruppe ist von den Fakten her schwierig, mit den Weltmeistern und Europameistern und einem Team, das wir nicht kennen. Aber Holland liegt uns, wir haben schon oft gegen sie gespielt und kennen sie. Es sind immer spannende Spiele, ich freue mich drauf“, sagt Seidl, dessen Mutter Holländerin ist.

„Wir haben letztes Jahr gezeigt, dass wir jeden schlagen können - auch die Welt- und Europameister. Wir haben es drauf, wir müssen es nur umsetzen“, blickt auch Huber optimistisch in Richtung WM.

Bis dahin gilt es jedoch, möglichst viele Siege einzufahren und damit wieder Selbstvertrauen zu tanken.

Der Knopf soll aufgehen

„Die wichtige Hürde ist das zweite Spiel. Ich glaube, im Hauptbewerb wäre einiges möglich und ich traue uns auch einiges zu, aber erst mal müssen wir es dort hin schaffen. Eine erfolgreiche Quali könnte genügen, damit uns der Knopf wieder aufgeht“, glaubt Huber.

Aufgehen soll der Knopf nach Möglichkeit schon beim nächsten Turnier, dem Grand Slam im amerikanischen St. Petersburg (ab Dienstag LIVE auf Laola1.tv).

„Ich freu mich auf das Turnier in Florida, das wird sicher ein super Event. Wir hatten durch das Ausscheiden in Norwegen die Möglichkeit, uns gut drauf vorzubereiten und wollen nun endlich das erste Mal in diesem Sommer in den Hauptbewerb einziehen“, gibt Seidl das Ziel klar vor.

 

Daniela Kulovits

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