Mit neuem Coach zu Olympia

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Mit dem neuem Trainer zurück zum Erfolg

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Die Beach-Volleyballerinnen Stefanie Schwaiger und Barbara Hansel haben sich für die vorolympische Saison neu aufgestellt.

Selbst erst seit einem halben Jahr ein fixes Team und als solches mit nur zwei World-Tour-Turnieren, haben sie mit Igor Prielozny seit Jänner einen neuen Coach. Seine Arbeit sollte schnell greifen, denn schon in vier Wochen beginnt in Fuzhou in China die Olympia-Qualifikation.

Prielozny ist in Österreich ein alter Bekannter. Mit den hotVolleys bzw. Bayernwerk hat der Slowake 2000 den Einzug ins Final Four der Champions League geschafft.

Danach ging er als Trainer zu Näfels/Schweiz, ehe sein erster Beach-Abstecher folgte. Mit EM-Gold für die Schweizer Sascha Heyer/Markus Egger 2001 beendete er eine dreijährige Titelserie von Paul und Martin Laciga. Mit Letzterem kreuzten sich nun wieder die Wege.

Beach-Volleyball hat sich professionalisiert

Schwaiger/Hansel wollen 2016 nach Rio de Janeiro

Der Eidgenosse schaffte es für heuer wie sein Co Kersten Holthausen zeitlich nicht mehr, Schwaiger/Hansel ganzjährig zu betreuen. Das ist in Blickrichtung Rio 2016 aber nötig.

"Beach-Volleyball hat sich in kurzer Zeit professionalisiert", zog der 58-jährige Prielozny am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien einen Vergleich zu seiner Arbeit mit Heyer/Egger. "Jetzt gibt es kaum noch ein Team ohne Psychologen, Statistiker und Physio."

Das hat Prielozny mit seinen Schützlingen zuletzt auf zwei Trainingslagern auf Fuerteventura beobachtet, in denen primär deutsche und niederländische Teams als Sparringpartner fungierten.

Auf der Tour muss das ÖVV-Duo aber vorerst aus der Qualifikation heraus, um sich in den Hauptbewerben die fetten Punkte zu sichern. "Ich glaube, dass wir so zwei Drittel der Saison in der Quali spielen müssen", sagte Hansel.

Einige Top-Ten-Plätze in Serie seien für einen fixen Hauptfeldplatz nötig. Dreifache Punkte gibt es beim WM-Turnier Ende Juni/Anfang Juli in den Niederlanden.

Wildcard-abgelehnt

Schwaiger will mehr in die Verteidigung gehen

Der Schönheitsfehler ist, dass Schwaiger/Hansel zu wenige Punkte haben, um einen der 48 Plätze zu besetzen. Hansel: "Wir haben daher für eine Wildcard angesucht." Zwei davon sind frei, ein Zuschlag wäre im Streben nach den Spielen besonders wichtig.

Dieses Ansuchen wird jedoch abgelehnt, die beiden Wildcards gehen an ein chinesisches und niederländisches Paar. Ein Rückschlag, bevor die Olympia-Quali noch richtig begonnen hat.

Schwaiger/Hansel müssen nun überlegen, ob sie ein weitere Turnier in ihren Wettkampfkalender aufnehmen um Schadensbegrenzung zu betreiben.

Neue Rollenverteilung

Kriterium für eine erfolgreich Rio-Kampagne ist aber auch, die neue Rollenaufteilung auf dem Court zwischen den beiden früheren Blockspielerinnen gut hinzubekommen.

"Ich werde jetzt mehr in die Verteidigung gehen", verriet Schwaiger, dass sie quasi die Agenden ihrer im Vorjahr zurückgetretenen Schwester Doris übernimmt. "Ich würde sagen, zu 80 Prozent wird Babsi am Netz sein, zu 20 Prozent ich."

Die variable Gestaltungsmöglichkeit könnte sich in so manchem Match als Vorteil herausstellen, sind die beiden für die Gegnerinnen doch so nicht leicht auszurechnen. Im Training ging es aber vorerst darum, das Spielgerät gut in den Griff zu bekommen.

Arbeit fängt bei Null an

"Es ging darum, dass der Ball unser Freund wird", erläuterte Prielozny. "Das haben wir schon erreicht." Annahme/Zuspiel und Spielkonzepte sind weitere Schwerpunkte.

Erst am Sonntag kam das Team aus Fuerteventura zurück, am Samstag hat die 31-jährige Hansel eine Prüfung in ihrem Studium "Führungspsychologie und -management" zu absolvieren.

Am Dienstag nach Ostern geht es für zehn Tage zum finalen Vorbereitungscamp nach Rom, ehe die Abreise nach China erfolgt. Schwaiger: "Wir fangen bei Null an. Mit dem Team Schwaiger/Schwaiger ist das nicht zu vergleichen."

Olympia-Qualifikation als Ziel

Mit der Schwester war die 28-Jährige zweimal Olympia-Fünfte, ein besseres Abschneiden im Zeichen der fünf Ringe ist das Traumziel. "Vorerst geht es aber nur um die Quali für Olympia", führte die Niederösterreicherin aus. Das wird hart genug.

"Ab der Saison vor Olympia bündeln alle Länder die Kräfte", meinte Prielozny dazu. Das wird sich Anfang Mai in Baden beim Continental Cup zeigen, zweite Option der Olympia-Qualifikation.

Prielozny zeigte sich trotz langer Arbeit im und für den Volleyball voll motiviert, im Beach-Volleyball hat er es noch nicht zu Olympia geschafft. Das soll sich jetzt ändern.

Die Rutsche sozusagen zu Schwaiger/Hansel für den Befürworter von viel Krafttraining hat der frühere Schwaigers-Coach Martin Olejnak gelegt, früher hotVolleys-Co unter Prielozny. Der ist vom Projekt überzeugt: "Mein Weg ist, immer den Erfolg zu suchen."

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