Doppler und Horst - vom Erfolg überrascht

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Die Reise ins Ungewisse endete mit einem vollen Erfolg.

Österreichs Beachvolleyball-Herren überraschten beim Zonal-Phase-Turnier des Continental Cups auf Teneriffa mit geänderten Aufstellungen und durften am Ende über den Turniersieg jubeln.

Waren die neuen Teams Doppler/Seidl und Horst/Mellitzer bereits ein Fingerzeig in die Zukunft des heimischen Beachvolleyballs?

„Nein“, sagen Clemens Doppler und Alexander Horst im LAOLA1-Gespräch. Dass sich Doppler und Matthias Mellitzer Gedanken über ihre sportliche Zukunft machen, ist zwar kein Geheimnis. Voreilige Schlüsse aus den umstrukturierten Teams wollen die Involvierten aber nicht zulassen.

Doppler betont, dass die nächsten Schritte gut überlegt sein wollen. „Wir sind gerade mal vom letzten Turnier der Saison zurück. Da wäre es zu früh, jetzt schon die Zukunft zu fixieren. Da muss man die eine oder andere Woche vergehen lassen, bis man die neuen Strukturen hat.“

Horst ist für Gespräche offen, betont aber: „Es gibt noch keine Entscheidung und Teneriffa war keine Vorentscheidung.“

Die beiden Beach-Ass im LAOLA1-Interview:

LAOLA1: Gratulation zum Sieg auf Teneriffa. Waren die Leistungen im Vorfeld zu erwarten?

Alexander Horst: Erwarten ist übertrieben, wir haben sie erhofft. Die Taktik war dementsprechend ausgelegt und ist super aufgegangen. Eigentlich sogar besser als erhofft. Ziel war es, dass wir gegen Spanien zwei Mal das Zweier-Team schlagen und dann im Golden Set zuschlagen. Bei einem Satz auf 15 kannst du jeden schlagen.

Clemens Doppler: Dass wir das Turnier gewinnen, hätte keiner geglaubt. Das Ziel war der Einzug ins Continental-Cup-Semifinale. Dass es so gut funktioniert, hat mich selbst ein bisschen überrascht. Überbewerten sollte man es aber nicht. Es gab davor zwei Wochen Training und es ist immer besonders, mit einem neuen Partner zu spielen.

LAOLA1: Stichwort neuer Partner. Inwieweit spielt das letzte Turnier in der weiteren Planung eine Rolle?

Doppler: Alles in allem war es ein sehr positiver Einblick in die ganze Geschichte. Es dient natürlich auch ein bisschen der weiteren Planung. Aber ich persönlich bewerte das nicht über. Man muss da einige Aspekte berücksichtigen. Es war auch schon davor klar: Wenn es einen neuen Weg geben sollte, dann gibt es nur zwei Alternativen als Partner.

LAOLA1: Bei einer neuen Partnerschaft gilt es ja nicht nur sportliche Aspekte zu berücksichtigen.

Doppler: Da spielen dann auch Faktoren wie persönliche Befindlichkeiten mit. Es ist immer lustig, wenn du mit einem kurzfristig zusammenspielst. Da verzeihst du dem anderen kleine Fehler viel schneller, als in einer Beziehung, die über Jahre andauert. Das ist im Endeffekt nicht anders, als mit einer Freundin. In der Situation waren einfach alle Spieler unbelastet, das hat sich dann am Platz auch bemerkbar gemacht.

LAOLA1: Wie viel Eigeninitiative war bei den Umstellungen dabei? Wie viel Druck kam von außen bzw. den Trainern?

Horst: Druck von außen gab es eigentlich keinen. Der Verband hat von Anfang an klargestellt, dass es Sache der Trainer ist. Es gab die Anregung, dass wir durchmischen können. Das war für uns auch kein Problem. Wir haben gesagt: Schauen wir, ob es anders besser ist. Beim Training hat sich herauskristallisiert, dass das die besten Teams sind, um Spanien zu schlagen. Die Trainer haben es dann entschieden, dafür waren sie auch da.

Doppler: Am Anfang wollten wir nicht durchmischen, aber wir haben es im Training probiert. Die Vorgabe war, zwei Teams zu finden, die halbwegs gleichstark sind. Man wollte nicht auf Biegen und Brechen ein Team finden, dass alle schlagen kann. Aber dann Zittern und Bangen muss, dass das andere Team das Zweier-Duo schlagen kann. Ziel waren zwei Teams, die ungefähr auf einem Niveau sind und dieses auch halten können. Im Endeffekt war es die richtige Entscheidung.

LAOLA1: Daniel Müllner hat es als ersten erwischt, er durfte nicht mitfliegen. Wie schwer hat ihn das getroffen?

Horst: Natürlich schon sehr, jeder Sportler will spielen. Andererseits hatten wir zwei Wochen Training in Wien, jeder konnte sein Bestes geben. Und es hat sich herausgestellt, dass diese Aufstellung gegen Spanien die beste ist. Es war alles auf das Duell gegen Spanien aufgebaut.

LAOLA1: Wie schätzt ihr die Chancen ein, über den Continental Cup ein Olympia-Ticket zu ergattern?

Horst: Durch den direkten Finaleinzug ist die Chance realistisch. Wären wir nur im Halbfinale, wäre es schwerer. Da dürfen bei allen Nationen noch alle Teams spielen. Im Finale ist es dann nicht mehr so, da dürfen nur Teams antreten, die keinen Olympia-Startplatz über die Rangliste habe. Bei Russland oder den Niederlanden dürfen die Einser-Teams nicht mehr spielen, Deutschland hat mittlerweile drei Teams unter den besten 16.  Bei jeder dieser Nationen darf zumindest das Einser-Teams nicht mehr spielen, bei uns schon. Das ist schon ein großer Vorteil.

Doppler: Es ist noch ein sehr weiter Weg. Ich versuche, die Euphorie ein bisschen zu bremsen. Vor Teneriffa war die Tür für mich schon zu, jetzt ist sie geöffnet. Wir haben jetzt die Chance, uns über die Hintertür zu qualifizieren – einen Quotenplatz für Österreich zu holen. Diese Chance muss man jetzt nützen. Es wird natürlich nicht leicht, dass man gegen alle andere Nationen gewinnt. Nur als Turniersieger hat man den Startplatz sicher, als Zweiter oder Dritter gibt es dann noch eine Möglichkeit. Sollten die Teams im Conti-Cup weiter so bleiben, hätten wir sicher die Ausgeglichenheit als großen Trumpf. Andere Nationen werden hingegen nur ein starkes Team stellen dürfen.

LAOLA1: Österreich will sich um die Ausrichtung des Final-Turniers bewerben. Wie wichtig wäre das?

Horst: Das wäre natürlich super. Erstens sparst du dir die Reise-Strapazen und zweitens ist es mit den Fans im Rücken leichter. Ich hoffe, das wird was.

Das Gespräch führte Philipp Bachtik

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