"Wir wollen eine Medaille"

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"Amerikaner finden EM in Klagenfurt unfair"

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Wenn am Dienstag die Beachvolleyball-Europameisterschaft in Klagenfurt startet, ruhen Österreichs Medaillen-Hoffnungen wie so oft bei Großereignissen auch auf Doris und Stefanie Schwaiger.

Die beiden Niederösterreicherinnen haben einen turbulenten Saisonstart hinter sich. Nach dem Rücktritt von Coach Martin Olejnak, der die Schwestern neun Jahre betreut hatte, gestaltete sich die Suche nach einem neuen Trainer schwierig.

Schließlich wurden die Schwaigers mit Dirk Severloh fündig.

Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen trug schnell Früchte: Im Mai zogen Doris und Stefanie in Shanghai erstmals in ihrer Karriere in ein Grand-Slam-Finale ein. Der Sieg gegen die Brasilianerinnen Talita/Lima blieb ihnen aber verwehrt.

Beim CEV-Masters in Baden Anfang Juni gelang den Olympia-Fünften der so lange ersehnte erste Heimsieg. Einen Monat später verpassten die Sisters bei der Weltmeisterschaft in Stare Jablonki knapp den Semifinaleinzug und wurden starke Fünfte.


Im Gespräch mit LAOLA1 erzählt Stefanie Schwaiger von ihrer bisherigen Saison und gibt Einblick in die Arbeit mit dem neuen Trainer-Duo. Außerdem spricht sie über Ziele und Favoriten bei der Heim-EM und erklärt, warum Klagenfurt so besonders ist.

LAOLA1: Am Dienstag beginnt die Europameisterschaft in Klagenfurt. Spürt ihr schon das Kribbeln?

Stefanie Schwaiger: Ja sicher! Wir freuen uns schon und fahren extra einen Tag früher nach Klagenfurt, damit wir uns noch alles anschauen und am Center Court trainieren können. Eine Heim-EM in Klagenfurt ist super!

LAOLA1: Der Favoritenkreis ist sehr groß. Wo seht ihr euch?

Schwaiger: Ich glaube, wir gehören auch zu den Favoriten. Unser Ziel ist eine Medaille!

LAOLA1:Habt ihr damit gerechnet, dass es gleich so gut läuft?

Schwaiger: Ich muss ehrlich sagen, nein. Zwei Wochen vor dem ersten Turnier in China haben wir noch nicht gewusst, ob jemand nach Asien mitfliegt oder nicht. Wir haben schon gesagt, dass wir nicht spielen, wenn keiner mitfährt. Dann sind wir dort Neunter (Fuzhou/Anm.) und Zweiter (Shanghai/Anm.) geworden. Das hat super angefangen. Bis auf Argentinien (Rang 25/Anm.), das war ein kleiner Ausrutscher, waren wir immer in den Top Ten. Ich glaube, wir waren noch nie so konstant wie heuer und es wird immer besser.

LAOLA1: Habt ihr euch auf die EM speziell vorbereitet?

Schwaiger: Wir haben von Montag bis Donnerstag in Hamburg ein Trainingslager absolviert. Dort war es genauso heiß wie hier. Ich weiß nicht, ob man sich auf die Hitze so gut vorbereiten kann. Jeder muss mit den Bedingungen zurechtkommen.

LAOLA1: Klagenfurt ist heuer eine EM. Macht es das noch spezieller?

Schwaiger: Ja, auf jeden Fall! Klagenfurt wird immer Klagenfurt sein, ganz egal, ob dort nur ein C-Cup gespielt wird oder nicht. Klagenfurt hat unter den Spielern einfach einen besonderen Ruf und jeder freut sich darauf. Die Amerikaner haben schon gesagt ‚Wir können in Klagenfurt nicht dabei sein, das ist so unfair‘. Es ist einfach das schönste und beste Turnier auf der ganzen Tour. Die Stimmung, die Leute, die ganze Anlage mit dem Wörthersee im Hintergrund. Wenn man da als Österreicher spielen und Heimvorteil genießen darf, ist das sehr schön.

LAOLA1: Mit dem Sieg in Baden habt ihr den Heim-Fluch gebrochen. Spielt es sich jetzt leichter?

Schwaiger: Ich hoffe schon! Landesrätin Bohuslav hat immer zu uns gesagt: ‚Ich will euch ja keinen Druck machen, aber gewinnen ist schon drinnen.' Jetzt haben wir in Baden gewonnen und zu ihr gesagt, dass sie sich etwas anderes einfallen lassen muss. Da hat sie gemeint, wir sollten es bei der EM genauso machen.

 

Das Interview führte Martina Gugglberger

LAOLA1: Wer ist euer persönlicher Favorit?

Schwaiger: Die Deutschen und Holländer sind sehr stark. Man muss den Turnierverlauf abwarten. Man braucht nach der Gruppenphase in den K.o.-Duellen nur einmal keinen guten Tag zu haben und schlecht zu spielen, schon ist ein Favorit weg. Bei Großereignissen wie WM, EM oder Olympia ist das immer schwer zu sagen. Es kann einfach immer etwas passieren.

LAOLA1: Ihr habt mit Dirk Severloh einen neuen Trainer. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit ihm?

Schwaiger: Wir haben Dirk als Haupttrainer und Kersten Holthausen als Co-Trainer. Dirk hat eine Familie mit drei kleinen Kindern zuhause (in Kiel/Anm.). Einmal ist Dirk mit auf einem Turnier, das andere Mal Kersten. Bei der EM sind beide Trainer dabei, dazu auch noch der Kraft- und Ausdauertrainer. Klagenfurt ist ein wichtiges Turnier für uns, da haben wir das ganze Team vor Ort.

LAOLA1: Wie hat sich das Training unter Severloh geändert?

Schwaiger: Es ist von Anfang bis zum Schluss anders. Wir haben vorher neun Jahre mit unserem alten Trainer trainiert und gehen es jetzt ein bisschen stressfreier an und haben in unserem Spiel viel umgestellt.

LAOLA1: Was habt ihr umgestellt?

Schwaiger: Wir machen jetzt das Spiel schneller. Wir kommen im Gegensatz zu früher mehr über die Mitte. Auch beim Service haben wir auf Block-Verteidigung umgestellt. Kleine Sachen, die aber spielentscheidend sein können. Es ist noch nicht alles perfekt, weil wir noch nicht so lange mit den Trainern zusammenarbeiten, aber für die kurze Zeit haut es ganz gut hin.

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