Ricardo/Cunha jubeln über Premierensieg

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Zum Abschluss der Jubiläums-Auflage des Grand Slams in Klagenfurt hat der Center Court nochmals richtig gebebt.

Verantwortlich dafür sind Ricardo/Cunha und Brink/Reckermann, die sich in einem hochklassigen Finale einen offenen Schlagabtausch liefern. Die Brasilianer haben das bessere Ende für sich und jubeln über ihren ersten gemeinsamen Sieg.

Rang drei geht an die Titelverteidiger Todd Rogers und Phil Dalhausser.

"Ein großartiges Comeback"

"Das war ein tolles Erlebnis für mich, dass ich mit meinem neuen Partner gleich hier in Klagenfurt gewonnen habe", strahlt der 28-jährige Cunha. "Es ist ein herausragendes Turnier, für uns eine herausragende Woche."

"Zuletzt Rang fünf beim ersten Turnier, jetzt der Sieg. Das war ein großes Comeback für mich. Ich danke Ricardo, er ist der beste Partner, den man sich wünschen kann."

Nur Emanuel ist erfolgreicher

Während es für Pedro Cunha der erste Sieg am Wörthersee ist, steht Block-Monster bereits zum vierten Mal am obersten Klagenfurt-Stockerl.

Nur sein langjähriger Erfolgspartner Emanuel ist mit sechs Siegen erfolgreicher. Bei den Final-Teilnahmen in Klagenfurt hat Ricardo im Duell der beiden erfolgreichsten Beachvolleyballer der Geschichte nun aber mit 9:8 die Nase vorne.

Enttäuschung im deutschen Lager

Im Lager der unterlegenen Deutsche regiert nach der Niederlage in ihrem ersten Klagenfurt-Endspiel verständlicherweise die Enttäuschung.

"Es wäre auch schlimm, wenn man hier beim Grand Slam in Klagenfurt im Finale steht und nach einer knappen Niederlage nicht enttäuscht wäre", kommentiert Jonas Reckermann.

Der Block-Spieler hat auch eine Erklärung: "Bei uns ist im dritten Satz die Konzentration verloren gegangen, das ist schade."

"Der Schiri ist nicht Schuld"

Dabei hatte das Duo nach dem gewonnenen zweiten Satz Oberwasser. "Eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters hat uns aus dem Konzept gebracht. Wir haben danach drei Punkte in Serie kassiert, das darf uns nicht passieren.

Wobei der Ex-Weltmeister sofort klar stellt: "Der Schiri ist nicht schuld, das möchte ich nicht sagen. Es gehört dazu, dass in einem Finale die Emotionen hoch gehen. Ein Schiedsrichter hat auch keinen leichten Job. Sicherlich ist er ein, zwei Mal nicht richtig gelegen. Aber auch jeder Spieler hat Schnitzer gemacht."

Eindrucksvolle Kulisse

Die Bühne für das Finale ist wie immer eindrucksvoll. Die Fans sind auch am fünften Tag der großen Beach-Party in bester Stimmung.

Die Ausgangs-Position verspricht ein spannendes Endspiel. Auf der einen Seite mit Ricardo Santos einer der erfolgreichsten Beachvolleyballer aller Zeiten, der mit Pedro Cunha einen Neustart vornimmt.

Auf der anderen Seite Julius Brink und Jonas Reckermann, ihres Zeichens Weltmeister von 2009 und seit drei Jahren fixer Bestandteil der Weltspitze.

Hochklassiges Finale

Das Finale bleibt dann auch nichts schuldig. Im ersten Satz dominieren die Brasilianer, Ricardo stellt ein ums andere Mal seinen gefürchteten Block.

Auch durch eine zwischenzeitliche Aufholjagd der Deutschen lassen sich Ricardo/Cunha nicht aus der Ruhe bringen und sichern sich den ersten Satz mit 21:19.

Im zweiten Satz ziehen Brink/Reckermann schnell davon. Ricardo und Cunha hadern mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen, unter anderem beim dritten Satzball, als das Schiedsrichter-Team ein Berührung von Ricardo bei einem Outball gesehen haben will.

Emotionen gehen hoch

Nach dem 21:18 gehen Brink/Reckermann mit viel Schwung in den Entscheidungssatz und setzen sich auch sofort 3:1 ab. Nach einer strittigen Entscheidung kommt das DVV-Duo aber außer tritt und gerät in Rückstand.

Ricardo und Cunha lassen sich den Vorteil nicht mehr nehmen, bauen den Vorsprung kontinuierlich aus. Cunha verwandelt schließlich den zweiten Matchball zum viel umjubelten 15:9-Sieg.

Traumstart des neuen "Projekts"

Die beiden Brasilianer legen damit einen Traumstart in die gemeinsame Karriere hin. Völlig überraschend trennte sich Ricardo nach dem Vize-WM-Titel und dem Sieg in Stavanger von Partner Marcio Araujo und nahm mit Cunha einen Neustart vor.

Das Projekt kann wohl bereits als erfolgreich eingstuft werden. Beim Debüt in Stare Jablonki landeten die Brasilianer auf Rang fünf, in Klagenfurt lachen sie beim zweiten Antreten bereits vom obersten Siegespodest.

Bronze für die Titelverteidiger

Die entthronten Titelverteidiger Todd Rogers und Phil Dalhausser dürfen sich mit Bronze trösten.

Das kleine Finale gegen das brasilianische Duo Bruno/Billy ist eine klare Sache für Rogers/Dalhausser. Die US-Amerikaner setzen sich mit 21:14, 21:12 durch.

Für die Olympiasieger von 2008 ist es der bereits 35. Podestplatz auf der World Tour. Das Quali-Duo Bruno/Billy erreicht mit Rang vier das zweitbeste Ergebnis auf der Tour.

Enttäuschung trotz Podestplatzes

"Wir sind natürlich ein bisschen enttäuscht, wir wollten den dritten Sieg in Folge", meint Routinier Todd Rogers. "Aber es sind einfach so viele gute Teams auf der Tour."

An Klagenfurt gibt es eine Liebes-Erklärung: "Ich liebe dieses Turnier, die Fans sind einfach so unglaublich."

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