"Dann kann es auch weit nach vorne gehen"

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Vor einem Jahr jubelten Alexander Huber und Robin Seidl nach ihrem zweiten Rang in Baden, als hätten sie gewonnen.

In diesem Jahr fällt der Jubel über Rang drei und einen neuerlichen Podestplatz gedämpfter aus.

"Es scheint fast als gäbe es für mich eine Art Baden-Fluch“, meint Huber.

Die Ansprüche des Kärntner Duos sind in den letzten zwölf Monaten gestiegen. Kein Wunder, haben sie doch bei den ersten Saison-Turnieren gesehen, dass sie auch auf der höchsten Ebene – der World Tour – mehr als nur mitspielen können.

Rang 13 beim Saison-Auftakt in Brasilia brachte dem Duo nach der langen Winter-Vorbereitung Gewissheit, am richtigen Weg zu sein. Dementsprechend steigen die Ziele - auch bei der EM (ab Mittwoch LIVE bei LAOLA1.tv)

Ein LAOLA1-Gespräch mit Alexander „Xandi“ Huber und Robin Seidl:

 

LAOLA1: Gleichzeitig mit Baden fand auch ein World-Tour-Turnier in Prag statt. Wie schwer war die Entscheidung, wo ihr spielt?

Robin Seidl: Wir sind die ganze Saison über viel unterwegs. Da kommt ein österreichisches Turnier gelegen. Das war der erste ausschlaggebende Punkt. Der nächste war, dass es in Prag nur ein Open ist, wo drei Quali-Runden zu spielen sind. Das ist auch sehr anstrengend. Nächste Woche ist die EM, da wollen wir so fit wie möglich anreisen. Der dritte Punkt ist, dass viele unserer Sponsoren hier vertreten sind. Daher wollten und sollten wir hier spielen.

LAOLA1: Provokant gefragt: Ist ein Satellite für ein World-Tour-Team Training unter Wettkampf-Bedingungen?

Xandi Huber: Die Teams kennt man vielleicht nicht so, wie die World-Tour-Teams. Aber man darf sie nicht unterschätzen. Im Vorjahr waren hier in Baden etwa Teams wie die Holländer, die man nicht gekannt hat. Und heuer qualifizieren sie sich auf der World Tour die ganze Zeit. Natürlich ist das Niveau auf der World Tour ein anderes. Aber es sind schon vier, fünf Teams da, die auch Doppler/Horst schlagen können. Als Training unter Wettkampf-Bedingungen würde ich es nicht bezeichnen.

LAOLA1: Wie fällt euer Zwischenresümee der bisherigen Saison aus?

Seidl: Wir haben unsere Ziele bisher erreicht. Zum Teil haben wir wirklich sehr gut gespielt. Das einzige, was schade ist: Wir waren in vielen Partien echt knapp dran, eine Sensation zu schaffen. Wir haben es aber leider nicht geschafft, diese für uns zu entscheiden.

LAOLA1: Wo habt ihr die größten Fortschritte gemacht?

Huber: Robin hat sich im Side Out nochmals deutlich weiterentwickelt. Er ist ein ganz sicherer Side-Out-Spieler geworden. Das Spiel läuft jetzt eigentlich über mich. Dadurch kann sich Robin mehr auf den Block konzentrieren. Wenn wir so spielen können, wenn Robin seinen Block ausspielen kann, dann sind wir am stärksten. In China und Brasilien habe ich bei mir eine Weiterentwicklung beim Side Out gemerkt. Wenn ich wieder auf dieses Level komme, dann können wir ein sehr gutes Team sein.

LAOLA1: Letztes Jahr seid ihr erst Mitte der Saison in Schwung gekommen. Heuer klappt es gleich zu Beginn. Wo liegen die Gründe?

Seidl: Heuer sind wir sicher eine Spur stärker und konstanter als letztes Jahr. Ich würde nicht sagen, dass der Beginn letztes Jahr schlechter war. Wir haben aber extreme Schwankungen. Heuer sind wir auf jeden Fall konstanter, können ein Minimum-Level immer abrufen. Das ist wichtig, um eine Quali zu überstehen oder die engen und wichtigen Partien gegen Gegner, die auf unserem Niveau sind, zu gewinnen. Ich denke, auf diesem Level sind wir heuer, daher war der Start auch besser.

Huber: Ich denke, dass wir uns während der vergangenen Saison stark entwickelt haben. Wir waren am Anfang der letzten Saison kein so gutes Team wie am Ende. Letztes Jahr haben wir im Spiel auch etwas umgestellt, haben die Seiten getauscht, was uns einen großen Schritt nach vorne gebracht hat. Das Level, das wir am Ende der Saison hatten, halten wir jetzt relativ konstant. Wenn wir Ausreißer haben, kann es auch weit nach vorne gehen.

LAOLA1: Das Highlight der letzten Saison war zweifellos der Staatsmeister-Titel. Wie wichtig war der für euch als Team?

Huber: Sehr. Erstens fürs Selbstvertrauen, zweitens für die Motivation für die Winter-Vorbereitung. Auch Sponsor-technisch hat es uns geholfen. Man muss seine Saison ja finanzieren. Wären wir nicht Staatsmeister geworden, hätten wir wohl nicht so viele Sponsoren und könnten uns keinen Trainer leisten. Dann müssten wir das irgendwie anders regeln. Wir sind sehr froh, dass wir in dieser Situation sind und ein professionelles Umfeld haben.

LAOLA1: Jetzt geht es zur EM, wo ihr nach 2011 zum zweiten Mal dabei seid. Mit welchen Zielen reist ihr nach Den Haag?

Huber: Wir haben vor der Saison festgelegt: Wir wollen bei der EM in die Top Ten. Wir haben bei den ersten Turnieren auf der World Tour gesehen, was möglich ist. Bei einer EM ist alles möglich. Wir können auch ganz vorne mitspielen. Je nach Auslosung, ist es aber auch schwierig, überhaupt die Gruppe zu überstehen. In Baden haben wir gezeigt, dass wir auch bei schwächerer Leistung Spiele für uns entscheiden können. Das Ziel muss sein, unsere Leistung abzurufen und in die Top Ten zu kommen.


Das Gespräch führte Philipp Bachtik

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