"Eigentlich wollte ich nur ein bisschen Spaß haben!"

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„Vielleicht geht sich ja ein 1-gegen-1 mit Blake Griffin aus“, lacht Alex Lanegger.

Zur Not würde er aber auch gegen Rajon Rondo ein paar Körbe werfen.

Ein Traum? Mitnichten. Denn der Grazer hat sich als Österrreich-Sieger für das Finale von „Red Bull King of the Rock“ auf Alcatraz qualifiziert.

Der „Gefängnis-Felsen“ in der San Francisco Bay ist im September Austragungsort des internationalen Turniers – und die NBA-Stars Griffin und Rondo schauen den Streetballern aus aller Welt auf die Finger.

Am Anfang war ein Zufall

Für den 1,90 m großen Lanegger eine „Riesen-Ehre“, wie er im Gespräch mit LAOLA1 erzählt: „Nach Amerika kommt man leicht, aber vor solchen Namen zu spielen, noch dazu im Mutterland des Basketball, das schaffen nur die wenigsten.“

Nur durch einen Zufall nahm der ehemalige Point Guard, der in der ABL für UBSC Graz, die Kapfenberg Bulls und die Fürstenfeld Panthers spielte, überhaupt am Qualifyer in der Steiermark teil.

„Eine Freundin von mir, die bei Red Bull arbeitet, hat mich überredet. Eigentlich wollte ich nur ein bisschen Spaß haben, jetzt fliege ich nach San Francisco.“

Brisantes Bruder-Duell im Finale

Dorthin wollte auch sein jüngerer Bruder Moritz, der in Wien ins Turnier einstieg und die Fans mit spektakulären Flugeinlagen in sein Lager holte.

Endstation war im Endspiel, richtig, gegen den großen Bruder. „Das war sicher das schwerste Spiel, denn wir kennen uns in- und auswendig. Da muss man jede noch so kleine Chance nützen“, dachten die Lanegger-Brothers vor dem finalen Match-Up an viele Duelle im Käfig und am Parkett.

„Wir haben so oft gegeneinander gespielt, aber da ist es nie um irgendetwas gegangen“, erzählt der rot-weiß-rote Beitrag zum Weltfinale von „King of the Rock“, der 2008 mit Fürstenfeld den Titel holte.

"Man muss nicht gut werfen können"

Dass ausgerechnet zwei Brüder aus einer zugegeben Basketball-verrückten Familie – auch der älteste Bruder, die Schwester und die Mutter werfen Körbe - das Ticket nach Alcatraz unter sich ausspielten, ist für Alex Lanegger kein Zufall.

„Wir sind Spielertypen, die gut zu diesem Format passen.“ Also körperlich stark und mit ausgeprägten Defense-Skills.

„Man muss nicht unbedingt gut werfen oder gut dribbeln können, die wichtigsten Eigenschaften beim 1-gegen1 sind der Körper und die Verteidigung.“

Keine Extra-Schichten für Alcatraz

Auf seinen Körper vertraut er auch für Alcatraz, auch wenn dort „ziemliche Riegel auf mich zukommen“. Extra-Schichten wird er deshalb nicht einlegen.

„Ich wollte eigentlich schon für das Finale in Wien ein bisschen härter trainieren, aber dann habe ich nichts gemacht und es hat trotzdem super geklappt.“

Außerdem steht der Spaß an erster Stelle: „Ich komme aus einem kleinen, kleinen, kleinen Basketball-Land und habe nichts zu verlieren.“

Und das Erfolgsrezept hat ja bekanntlich schon in Graz und Wien nicht so schlecht funktioniert.

 

Stephan Schwabl

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