Streetball: Die Herren der Ringe

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Carr: "Nach Alcatraz kommt nur, wer 'Balls' hat!"

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Streetball. Eine Subkultur des Basketballs.

Gespielt wird nicht Fünf gegen Fünf, sondern One-on-One, also Mann gegen Mann.

Regeln? Gibt es nicht, am Court herrscht Anarchie.

Seinen Ursprung hat das Spiel in den Ghettos von New York, in den dunkelsten Ecken der Bronx und in Harlem.

Früher war es die ballspielende Parallel-Gesellschaft zur NBA. Mit guten, nein, sehr guten Spielern in den Käfigen des „Big Apple“.

Qualität ja, Chance nein

Viele hätten das Zeug für die beste, größte, strahlendste Basketball-Liga der Welt gehabt, doch man gab ihnen keine Chance.

Zu groß war die Angst vor Skandalen. Diejenigen, die den Sprung schafften, Spieler wie Stephon Marbury oder Allen Iverson, bestätigten alle Vorurteile.

Großartige Basketballer, keine Frage, aber eben auch erfahren im Umgang mit Drogen, gewalttätig, untrainierbar.

NBA erlässt "Iverson-Rule"

All das passte der NBA natürlich nicht ins Marketing-Konzept. 2005 erließ Commisioner David Stern einen Dress-Code, der Baggy-Pants, Sneakers, Kappen und Halsketten verbot.

Der Grund war auch und vor allem Iverson, der schon einmal mit Pistole im Hosenbund zum Training kam.

„Du kriegst den Jungen aus dem Ghetto, doch das Ghetto nicht aus ihm“, rappt Sido in einem seiner Songs.

Knöchelbrechende Moves

Auf dem Parkett war Iverson aber gerade wegen seiner Ghetto-Moves, die er auf der Straße perfektioniert hatte, gefürchtet.

Wenn der heute 37-Jährige im Dress der Philadelphia 76ers zum Killer-Crossover ansetzte, konnte man nur hoffen, dass seine Gegenspieler ihre Knöchel doppelt getaped hatten, um sich beim Verteidigen nicht die Füße zu brechen.

Seinen Spitznamen „The Answer“ hatte er sich in den Hinterhöfen erworben, weil er für jede noch so spektakuläre Aktion eines Gegenspielers eine noch spektakulärere Antwort parat hatte.

Streetball ist längst Business

Andere Streetballer nennen sich „The Professor“, „The General“ oder „The Predator“.

Einige von ihnen sind mittlerweile auch Stars geworden und verdienen mit ihren Skills heute gutes Geld.

Firmen wie der Schuh-Company And 1, die vor einigen Jahren eine eigene Streetball-Tour aufgezogen hat, und vor allem dem Internet sei Dank.

Die „Mixtape“-Sessions mit spektakulären Tricks und krachenden Dunks klicken auf YouTube millionenfach.

Wer darf nach Alcatraz?

Auch Markus Carr zieht es regelmäßig in den kleinen Park unweit seiner Wohnung.

Der US-Amerikaner, der für BC Vienna in der höchsten Spielklasse auf Korbjagd geht, liebt das Spiel Mann gegen Mann.

Im Vorjahr kämpfte der 1,85 m große Point Guard um ein Ticket nach San Francisco, zum begehrten „Red Bull King of the Rock“ auf der Gefängnisinsel Alcatraz.

Dort treffen sich die Besten der Besten, um dann den Allerbesten zu ermitteln, der gegen einen NBA-Star in den Ring steigen darf.

Carr schaffte es nicht in den Flieger, dafür qualifizierte er sich als Host für die „KotR“-Premiere in Österreich.

"Geht richtig hart zur Sache"

Am Samstag geht es bei freiem Eintritt in der „METAstadt“ in Wien zwischen den Top-8 der vier Quali-Turniere in ganz Österreich um den Titel des besten heimischen Streetballers.

Los geht’s bei freiem Eintritt ab 19:30 Uhr. „Vorbeischauen zahlt sich auf jeden Fall aus“, lädt Carr auch alle Noch-nicht-Baller zum großen Showdown ein.

Denn: „Es geht richtig hart zur Sache, anders als beim normalen Basketball gibt es keine Unterstützung. Nur wer ‚Balls‘ hat und voll in die Zweikämpfe geht, hat eine Chance“, rührt der 31-Jährige die Werbetrommel.

Trick-Moves, Dunks und Dreier

Den Zuschauern verspricht „MC“ jede Menge Spektakel. „Das Niveau wird hoch sein, wir werden coole Trick-Moves sehen, Jump-Shots und Dunks, Dunks, Dunks.“

Und welchen Tipp hat der Profi für die acht Qualifizierten?

„Setzt eure eigenen Stärken richtig ein. Große Spieler müssen ihre Präsenz nützen, kleine Spieler müssen ihre Beweglichkeit ausspielen. Und gebt einfach alles, was ihr habt. Dann habt ihr eine Chance!“

 

Stephan Schwabl

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