Die Kavallerie schlägt zurück - Cavs gleichen Finals aus

Aufmacherbild
 

Aus "best of seven" mach' "best of five"!

Die Cleveland Cavaliers sorgen in einem hochspannenden zweiten Spiel der NBA Finals in der Overtime für den 1:1-Ausgleich.

Beim 95:93-Auswärtssieg Clevelands, dem ersten Finals-Sieg der Klub-Geschichte, überragt LeBron James in Abwesenheit von Kyrie Irving mit einem Triple Double (39 Punkte, 16 Rebounds, 11 Assists).

LAOLA1 fasst das Spiel zusammen:

GOLDEN STATE (1) - CLEVELAND CAVALIERS (2) 1:1

SPIEL 2: Warriors - Cavaliers 93:95 (45:47, 87:87) OT

Für Cavs-Point-Guard Kyrie Irving sind die NBA Finals nach seinem im ersten Spiel erlittenen Kniescheiben-Bruch bekanntlich zu Ende. An seiner statt beordert Head Coach David Blatt Matthew Dellavedova in die Starting Five. Und der Australier steht auch gleich im Mittelpunkt.

Der 1,93-Meter-Aufbau bekommt es in seinem Matchup mit Klay Thompson zu tun, der seinen Größen-Vorteil (2,01 Meter) in der Anfangsphase ausspielt. Der Shooting Guard verwandelt binnen fünf Minuten vier seiner sechs Würfe aus dem Feld und zeichnet für neun der elf Punkte seines Teams verantwortlich. Allerdings kassiert Thompson unmittelbar danach sein zweites Foul und sitzt in der Folge erst einmal draußen.

LeBron James steht dem "Splash Brother" um nichts nach. Der "King" antwortet seinerseits mit drei Field Goals und stellt auf 10:11. 

Teams egalisieren sich im ersten Viertel

"MVP" Stephen Curry lässt es zunächst gemächlich angehen, taut aber zum Ende des ersten Viertels dank eines spektakulären Layups ein wenig auf. Wenig später feuert der Point Guard einen nicht minder sehenswerten Pass hinter dem Rücken in Richtung Leandro Barbosa, der sich aus der linken Ecke nicht zweimal bitten lässt. Das Spiel sieht seinen ersten kleinen Run, Golden State führt 20:12.

Der Vorsprung währt aber nicht lange. Noch vor Ablauf des ersten Viertels gelingt den Cavaliers ebenfalls ein 8:0-Lauf zum 20:20-Ausgleich.

Thompson und James dominieren

Viertel Nummer zwei beginnt für die Cavs mit vier Turnovers und für die Warriors mit neun Thompson-Punkten in den ersten sieben Minuten. Erneut wirft der "Warrior" einfach über Dellavedova hinweg.

Das Heimteam liegt aber dennoch zurück. Unter der Regie von LeBron James (20 Punkte, 6 Punkte, 6 Assists in der ersten Halbzeit) und James Jones, der acht schnelle Zähler (sechs davon nach James-Assists) von der Bank verbucht, stellen die Cavs mit einem 14:4-Run auf 42:35.

Curry zunächst blass

Curry wird in den ersten 24 Minuten von der Defensive Clevelands kaltgestellt. Vor allem gegen das Pick & Roll des "MVP" leisten die Cavs ganze Arbeit und forcieren geschickt immer wieder den Pass des Scharfschützen, der erst nach 22 Minuten seinen ersten Dreier (1/7 zur Halbzeit) trifft. Es sind seine Punkte sechs, sieben und acht.

Dafür liefert sein kongenialer Partner im Backcourt, Thompson, Field Goald um Field Goald. Der Guard schraubt sein Konto per Dreier noch auf vor dem Seitenwechsel auf 21 Zähler hoch. Trotzdem geht Cleveland mit einer knappen 47:46-Führung in die Kabine.

Defensiv-Abteilungen im Fokus

Im dritten Viertel ist die Defense Trumpf. Nach drei Minuten steht es immer noch nur 49:49. Überhaupt enden die dritten zwölf Minuten lediglich 15:14 für die Cavaliers, die damit eine 62:59-Führung ins Schlussviertel mitnehmen, zwischenzeitlich aber zehn Würfe in Folge vergeben.

Die Quoten beider Teams sind mit je rund 40 Prozent weit unterdurchschnittlich. Symptomatisch ist auch die letzte Szene im dritten Viertel, in der Marreese Speights einen Dunk im Fastbreak vergibt.

Somit sorgt ein Fan aus dem nahegelegenen San Jose für das Highlight im dritten Viertel. Während eines Timeouts sichert sich dieser mit einem Treffer von der Mittellinie einen nagelneuen BMW.

Cavaliers führen im Schlussviertel zweistellig

Das vierte Viertel beginnt ohne den eiskalten Curry und mit einem weiterhin brandheißen Thompson, der mit einem Dreier über J.R. Smith startet. Auf der Gegenseite schafft es Dellavedova allerdings mit zwei aufeinanderfolgenden Floatern erstmals aufs Scoreboard, sodass der Rückstand der Warriors nicht kleiner wird.

Im Gegenteil. Nach einem Dreier von Smith führen die Gäste fünf Minuten vor Schluss erstmals zweistellig - 76:66. Die Warriors, die nie zuvor in dieser Saison mit nur 59 Punkten ins Schlussviertel starteten, finden ihren offensiven Rhythmus an diesem Abend nicht.

Dellavedova versenkt einen weiteren wichtigen Dreier (79:68) und glänzt vor allem in der Defensive. Der Australier, gegen Thompson in Viertel eins noch ohne Chance, lässt im direkten Eins-gegen-eins gegen den etwa gleich großen Curry im gesamtem Spielverlauf kein einziges Field Goal des "MVP" (acht Versuche) zu.

Heiße Schlussphase, Aussetzer von Smith

Auf der Gegenseite dominiert LeBron James. Seinen 44 Punkten aus dem ersten Spiel lässt der "King" in Spiel 2 ein Triple Double (39 Punkte, 16 Rebounds, 11 Assists) folgen. Von seiner bisherigen Schwäche, dem Dreier (18% in den Playoffs), ist auch nichts zu sehen. Drei von sechs Distanzwürfen finden ihr Ziel.

Doch auch die Monster-Performance des 30-Jährigen wappnet die Cavaliers nicht gegen den späten Run der Warriors in den letzten drei Minuten des Spiels.

Erst trifft Curry einen Dreier über LeBron, anschließend zwei Freiwürfe nach einem dummen Foul von Smith. Der Flügel der Cavs verschuldet anschließend mit einem weiteren Aussetzer einen Dunk, plus Foul, von Barnes. 1:23 Minuten vor dem Ende steht es plötzlich nur noch 87:85 für Cleveland, ehe doch noch - vorübergehend - die Stunde des Stephen Curry schlägt.

Curry schickt Spiel 2 in die Verlängerung

Der Point Guard sorgt, nach vergebenen Würfen von Teamkollege Barnes und Smith auf der Gegenseite, sieben Sekunden vor Spielende per Layup für den Ausgleich zum 87:87.

Am anderen Ende des Feldes gelingt den Warriors gegen den Drive von James und den anschließenden Tip-In-Versuch von Big Man Tristan Thompson jeweils der Stop. Zum ersten Mal in der Geschichte gehen die ersten beiden Spiele der NBA-Finals in die Overtime.

Dellavedova nervenstark

Cleveland kommt mit fünf Punkten en suite gut aus den Startlöchern, aber Green bringt Golden State mit seinen ersten beiden Field Goals an diesem Abend auf 90:91 heran. Danach passiert bis zur 30-Sekunden-Marke - mit Ausnahme einiger strittiger Entscheidungen - nichts, ehe sich Smith seinen dritten Fehler erlaubt und Curry bei einem Shot Fake foult. Der Gefoulte trifft zwei Freiwürfe und bringt sein Team 93:92 in Front - erstmals seit dem 33:32 im zweiten Viertel.

Wenig überraschend landet der Ball anschließend bei LeBron James, der aber von Green geblockt wird. Ein anschließender Distanzwurf von Shumpert geht daneben, aber Dellavedova (!) wird beim Offensiv-Rebound gefoult und hat die Chance das Spiel an der Linie wieder zu drehen. Der Point Guard trifft zweimal - 94:93.

Aber noch immer hat Golden State genug Zeit auf der Uhr, um zurückzuschlagen, allerdings vergibt Curry den Baseline-Jumper. Nach einem James-Freiwurf verliert Warriors-Topscorer Thompson beim letzten Angriff den Ball und besiegelt so den 1:1-Ausgleich im "best of seven" und den ersten Finals-Sieg der Franchise-Geschichte der Cavaliers. 

"Wenn wir so verteidigen, wie heute, haben wir gegen jeden Gegner auf der Welt eine Chance", freut sich LeBron James über eine "komplette Teamleistung".

Golden State Warriors - Cleveland Cavaliers 93:95 OT (20:20, 45:47, 59:62, 87:87)

Warriors: Thompson 34 (14/28 FG), Curry 19 (2/15 Dreier), Barnes 11, Green 10 (10 Rebounds), Iguodala 7, Barbosa 5, Livingston 3, Bogut 2 (10 Rebounds), Ezeli 2, Speights 0

Cavaliers: James 39 (16 Rebounds, 11 Assists), Mozgov 17 (11 Rebounds), Smith 13, Dellavedova 9, Jones 8, Shumpert 7, Thompson 2 (14 Rebounds), Miller 0

Spiel Datum Heim Gast Ergebnis
1 Do. 4. Juni WARRIORS Cavaliers 108:100 OT
2 So. 7. Juni Warriors CAVALIERS 93:95 OT
3 Di. 9. Juni Cavaliers Warriors
4 Do. 11. Juni Cavaliers Warriors
5 So. 14. Juni Warriors Cavaliers
*6 Di. 16. Juni Cavaliers Warriors
*7 Fr. 19. Juni Warriors Cavaliers
Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen