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Entthront! San Antonio beendet Miami-Regentschaft

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Die San Antonio Spurs entscheiden die NBA-Final-Serie gegen die Miami Heat nach einem 104:87 mit 4:1 für sich und feiern den fünften NBA-Titel.

Heat-Superstar LeBron James (31 Punkte, 10 Rebounds) kann die Pleite trotz einer Glanzleistung nicht verhindern. Auf Seiten der Spurs, die mit dem Triumph für die Vorjahres-Niederlage Revanche nehmen, scort Kawhi Leonard 22 Zähler. Der Youngster wird auch zum Finals-MVP gekürt.

SAN ANTONIO SPURS (1) - MIAMI HEAT (2) ... 4:1

Spiel 5: Spurs - Heat - Spurs 104:87 (47:40)

„Follow my lead.“

Heat-Superstar LeBron James kündigte vor dem fünften Final-Duell gegenüber seinen Mannschafts-Kollegen an, das Spiel zu dominieren und die Serie „zurück nach Miami“ zu schicken.

„LeBron, übernehmen Sie“

Der 29-Jährige macht seine Ankündigung zunächst wahr und liefert ein denkwürdiges erstes Viertel ab. 17 Punkte, sechs Rebounds und zwei Blocks stehen nach zwölf Minuten auf dem Konto des „King“. Bei den Spurs läuft es zu Beginn nicht wie gewohnt. Trafen die Texaner in den ersten vier Spielen insgesamt 52 Prozent ihrer Würfe, müssen sie diesmal fünf Minuten auf den ersten Treffer aus dem Feld warten.

Nach einem schnellen 16-Punkte-Rückstand verkürzen die Gastgeber das Defizit, u.a. durch Dreier von Manu Ginobili, Kawhi Leonard und Patty Mills, auf bis zu vier Punkte. Doch die Heat, die mit Ray Allen statt Mario Chalmers und damit ohne Point Guard starten, gewinnen erstmals in dieser Final-Serie das erste Viertel (29:22).

Manu testet die Korbanlage

Spätestens ab dem zweiten Viertel erinnert das Spiel dann mehr und mehr an die jüngsten Begegnungen. Kawhi Leonard weckt per Alley-Oop-Dunk das Publikum im AT&T-Center.

Die folgenden Minuten gehören dann Alt-Star Tim Duncan, der sich in einige Postups mit Gegenspieler Udonis Haslem versucht. Mehrmals wirft er über den Heat-Forward hinweg. Die Führung der Gäste schmilzt bis auf 35:34, ehe Leonard aus 7,24 Metern die erstmalige Spurs-Führung besorgt.

Als sich Ginobili wenig später für den Dunk of the Year bewirbt und einen Step-Back-Dreier oben drauf legt, schlägt das Momentum endgültig um. Obwohl Point Guard und Topscorer Tony Parker zu diesem Zeitpunkt keinen Punkt (0 von 7 aus dem Feld) auf dem Konto hat, führen die Spurs zur Halbzeit mit 47:40. Das zweite Viertel geht mit 25:11 an San Antonio.

Spurs ziehen davon

Auch nach dem Seitenwechsel findet der zweifache Champion zunächst nicht ins Spiel zurück. Die Heat bleiben vier Minuten ohne Zähler, die Spurs ziehen bis auf 14 Punkte davon.

Das folgende Timeout von Coach Spoelstra verpufft, da ein Splitter-Block einen Mills-Dreier einleitet. Der Australier legt weitere drei Distanz-Treffer nach und dominiert den dritten Abschnitt mit 14 Punkten, die Spurs und die Heat trennen zu diesem Zeitpunkt 22 Zähler.

Kurz vor der letzten Viertel-Sirene schreibt auch Parker mit seinem elften Wurf zum ersten Mal an. Mit 77:58 geht es in den Schluss-Abschnitt.

Kevin Bell

Duncan macht den Deckel drauf

Dort sieht es zunächst so aus, als könnte Miami noch einmal näher herankommen. Doch die Alt-Stars Duncan und Parker schrauben den Vorsprung schnell wieder auf 18 Punkte in die Höhe.

Die Final-Serie ist schon einige Minute vor Ablauf der Spieluhr entschieden. Spurs-Coach Gregg Popovich wechselt die Reservisten ein und beschert Duncan, Ginobili, Parker und Diaw noch einmal stehende Ovationen.

Am Ende steht ein erneuter "Blowout"-Win. San Antonio siegt 104:87 und sichert sich nach einem 4:1 im "best of seven" den fünften NBA-Titel der Franchise-Geschichte.

Leonard zum "MVP" gewählt

Miami-Superstar James kann trotz einer Glanzleistung mit 31 Punkten, zehn Rebounds und fünf Assists die Final-Niederlage, die dritte seiner Karriere, nicht verhindern. Chris Bosh (13) und Dwyane Wade (11) bleiben erneut blass.

Auf der Gegenseite ist Leonard mit 22 Punkten (10 Rebounds) zum wiederholten Male Topscorer. Der 22-Jährige wird im Anschluss auch zum wertvollsten Spieler der Final-Serie gewählt. Er ist nach Magic Johnson und Team-Kollege Duncan der drittjüngste "MVP" der NBA-Geschichte.

"Kawhi ist ein stiller, junger Mann. Aber er ist ein Zuhörer, einer der dazulernen will. Er will immer mehr, er will, dass wir ihn pushen", erklärt Popovich die Leistungs-Explosion des Youngsters.

Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast

Die Spurs demonstrieren auch im letzten Saison-Spiel einzigartigen Team-Basketball und die Ausgeglichenheit im Kader. Boris Diaw füllt mit fünf Zählern, neun Rebounds und sechs Assists einmal mehr das Stat-Sheet. Mills (18 Punkte) übernimmt, als es bei Parker nicht läuft und Ginobili (19) macht die schwache Vorjahres-Final-Serie endgültig vergessen.

Für San Antonio ist es der insgesamt fünfte Titel nach 1999, 2003, 2005 und 2007. Coach Popovich und Oldie Duncan zeigen sich für sämtliche Championships verantwortlich. "Er bringt Jahr für Jahr das Feuer und die Leidenschaft mit und kann das Spiel immer wieder verändern", streut Duncan seinem Trainer Rosen.

Den unbedingten Willen, das Finale in diesem Jahr zu gewinnen, beschreibt der Big Man so: "Wir haben uns erinnert, was letzten Sommer passiert ist."

Diesen Fleck können die Spurs-Akteure nun aus ihrer Erinnerung streichen. Ginobili: "Sport kann grausam sein, aber manchmal auch schön, so wie heute."

Spiel Datum Heim Gast Ergebnis
1 Do. 5. Juni SPURS Heat 110:95
2 So. 8. Juni Spurs HEAT 96:98
3 Di. 10. Juni Heat SPURS 92:111
4 Do. 12. Juni Heat SPURS 86:107
5 So. 15. Juni SPURS Heat 104:87
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