NBA-Titel für San Antonio zum Greifen nahe

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Da war es nur noch einer!

Nach einer erneuten Glanzleistung und einem 107:86-Erfolg bei den Miami Heat, fehlt den San Antonio Spurs nur noch ein Sieg, um zum fünften Mal den NBA-Titel einzufahren.

Spiel vier verläuft über weite Strecken ähnlich, wie die dritte Begegnung der beiden Conference-Champions. Erneut führen die Spurs früh sehr hoch, erneut ist Kawhi Leonard bester Werfer der Texaner.

SAN ANTONIO SPURS (1) - MIAMI HEAT (2) ... 3:1

Spiel 4: Heat - Spurs 86:107 (36:55)

"Wir werden nie wieder 76 Prozent in einer Halbzeit treffen. Das ist verrückt."

Spurs-Coach Gregg Popovich sollte mit seiner im Anschluss an Spiel drei getätigten Prognose zwar recht behalten, seine Mannen brennen jedoch in der ersten Halbzeit erneut ein Feuerwerk ab, treffen in den ersten 24 Minuten über 55 Prozent aus dem Feld (46% Dreier).

Danny Green komplettiert mit einem seiner insgesamt drei erfolgreichen Dreier an diesem Abend einen frühen 8:0-Lauf, der San Antonio eine 13:4-Führung bringt.

Trotz der Gegenwehr von Chris Bosh, der bereits in den ersten sieben Minuten so viele Würfe nimmt, wie im gesamten Spiel drei, ziehen die Spurs kontinuierlich davon. Nach dem ersten Viertel steht eine 26:17-Führung auf dem Score-Board.

"Keiner hat das erwartet"

Auch im zweiten Abschnitt kommen die Heat den Gästen nicht näher, im Gegenteil. Das Ball Movement, die Treffsicherheit und die knallharte Defense San Antonios ist für das Star-Ensemble aus Florida zu viel. Drei Minuten vor der Pausen-Sirene beträgt der Rückstand bereits 19 Punkte.

Die Performance von LeBron James und Kollegen sorgt selbst bei den TV-Experten für Sprachlosigkeit. Die ESPN-Experten Jeff van Gundy und Mark Jackson sind "geschockt" und "enttäuscht", was den Spielverlauf sowie die Leistung des Titel-Verteidigers begrifft.

Heat-Coach Erik Spoelstra schlägt später in dieselbe Kerbe. "Keiner hat so ein Spiel erwartet. Das Spiel war die größte Überraschung der Serie."

James fehlt die Unterstützung

Zurück zum Spiel. Nach dem Seiten-Wechsel sorgen zunächst Tony Parker und James für die Highlights. Beide verbuchen einige erfolgreiche Würfe. Der Heat-Superstar scort binnen kürzester Zeit zehn Punkte, sodass die Führung auf 13 Zähler schmilzt.

Anders als in Spiel drei lassen die Spurs die Führung diesmal jedoch nicht in den einstelligen Bereich schrumpfen und ziehen sofort wieder auf 20 Punkte davon. 

Auf Seiten der Heat fehlt James (28 Punkte, 8 Rebounds) weitestgehend die Unterstützung seiner Team-Kollegen. Dwyane Wade (10 Punkte) trifft im gesamtem Spielverlauf lediglich drei seiner 13 Wurf-Versuche. Auch Chris Bosh (12) ist kein Faktor.

Kevin Bell

Wer will, wer mag, wer hat noch nicht?

Rund vier Minuten vor dem Ende des dritten Viertels beträgt der Vorsprung der Spurs bereits 24 Punkte. Nicht zum ersten Mal an diesem Abend schallen in der Folge "Buh"-Rufe durch die American Airlines Arena.

In der Zwischenzeit sichert sich Urgestein Tim Duncan zwei weitere Rekorde. Der 38-Jährige avanciert zu jenem Spieler mit den meisten Karriere-Playoff-Minuten (8.870) und überholt den bisherigen Rekord-Halter Kareem Abdul-Jabbar. Mit zehn Punkten und elf Rebounds verbucht er außerdem sein 158. Double-Double in der Postseason und liegt desbezüglich nun vor Magic Johnson.

Aussagekräftiger sind jedoch andere Statistiken. Der Spielverlauf erlaubt es Spurs-Coach Popovich sämtliche 13 Kader-Spieler einzusetzen und alle bringen es an diesem Abend auf zumindest zwei Punkte.

Diaw verpasst Triple-Double

Vor allem Boris Diaw, der zum zweiten Mal in Folge in der Starting-Five steht, drückt dem Spiel neben Leonard (20 Punkte, 14 Rebounds) seinen Stempel auf. Der Franzose verbucht acht Punkte, neun Rebounds und ebenso viele Assists und schrammt denkbar knapp an einem Triple-Double vorbei.

"Boris ist unglaublich in dieser Serie. Er hat seinen Rhythmus gefunden, kann passen, zum Korb ziehen, macht immer die richtigen Plays und findet die freien Mitspieler", streut Duncan seinem Team-Kollegen Rosen.

Landsmann und Point Guard Tony Parker fügt hinzu: "Ich freue mich für ihn. Ich kenne ihn schon so lange. Es ist ein Traum, mit ihm um die Meisterschaft spielen zu dürfen."

"Einfach Spurs-Basketball"

San Antonio siegt nach einem weiteren glanzvollen Auftritt schlussendlich 107:86 und fügt Miami nicht nur die zweite Heim-Niederlage in Serie zu, sondern verbucht erneut einen Blowout-Sieg.

"Wir spielen einfach den Spurs-Basketball, den wir schon die ganze Saison spielen", analysiert Parker. 

Heat-Coach Erik Spoelstra sieht es wie folgt: "Wir konnten weder defensiv noch offensiv dagegenhalten. Sie haben großartig gespielt. Das müssen wir akzeptieren."

Adjustments

Für das bevorstehende fünfte Spiel der Final-Serie, welches am Sonntag in San Antonio über die Bühne geht, kündigt der Coach jedoch Veränderungen an. "Wir haben 48 Stunden um Lösungen zu finden und die richtigen Adjustments auszuarbeiten. Auch ich muss einen besseren Job machen."

Die Spurs sind jedenfalls gewarnt. "Es wird kein einfaches Spiel. Wir machen nicht den Fehler und nehmen es auf die leichte Schulter", versichert Diaw.

Auch wenn, laut Popovich, "jedes Close-Out-Game schwer" ist, haben es die "Hufeisen" nun vor eigenem Publikum selbst in der Hand, die dramatische Niederlage aus dem Vorjahr vergessen zu machen.

Spiel Datum Heim Gast Ergebnis
1 Do. 5. Juni SPURS Heat 110:95
2 So. 8. Juni Spurs HEAT 96:98
3 Di. 10. Juni Heat SPURS 92:111
4 Do. 12. Juni Heat SPURS 86:107
5 So. 15. Juni Spurs Heat
*6 Di. 17. Juni Heat Spurs
*7 Fr. 20. Juni Spurs Heat
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