San Antonio ist den Heat zu heiß

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Das Auftaktspiel der NBA-Finalserie 2014 wird den Fans wohl länger in Erinnerung bleiben.

Gezeichnet von Temperaturen von über 30 Grad Celsius, die Folge des Ausfalls der Klimaanlage sind, lieferns sich die San Antonio Spurs und die Miami Heat in der Nacht auf Freitag eine wahre "Hitzeschlacht".

Doch während der Titelverteidiger am Ende den Bedingungen Tribut zollen muss und seinen Superstar LeBron James mit Krämpfen verliert, laufen die Spurs im Schlussviertel unglaublich heiß und stellen mit einem 110:95-Heimsieg im Best-of-seven auf 1:0.

SAN ANTONIO SPURS (1) - MIAMI HEAT (2) ... 1:0


Spiel 1: Spurs - Heat 110:95 (54:49)

Miami erwischt dank fünf Punkten von Chris Bosh den besseren Start und geht mit 7:2 in Führung. Es dauert aber nicht lange, bis San Antonio, das mit der großen Line-up mit Tiago Splitter beginnt, seinen Rhythmus gefunden hat: Mit einem 16:6-Lauf stellen Tim Duncan und Co. bis zur 7. Minute auf 18:13.

Diese Phase steht ganz im Zeichen von Manu Ginobili: Der Argentinier trifft seine ersten drei Dreipunkte-Versuche und hat am Ende des Viertels bei sieben Minuten Spielzeit neun Punkte, drei Assists, je zwei Steals und Rebounds und einen Block zu Buche stehen.

Das gut aufgelegte Star-Duo Dwyane Wade und LeBron James lässt die Heat zwar wieder mit 19:18 in Führung gehen, bis zum Abschnittsende setzen sich aber die Spurs auf 26:20 ab.

Größter Unterschied ist zu Beginn die Bank (12:0 Bench Points) und die Trefferquote aus der Distanz (4/7 zu 1/4 Dreier).

Heat und Halle laufen heiß

In einer zunehmend heißer werdenden Arena - die Fans funktionieren Kartons zu Fächern um - schließen die Heat mit zwei Dreiern von Ray Allen schnell auf.

In Minute 18 holen sich die Gäste durch Wade die Führung zurück (38:36). Miami ist offensiv souveräner als zu Beginn, die ersten sechs Versuche aus dem Feld im zweiten Viertel finden ihr Ziel (bei einem offensiven Goaltending von Chris Andersen).

Die Spurs fangen sich nach einer Auszeit schnell, Marco Belinelli und Patty Mills bringen Sicherheit von der Bank. Zur Halbzeit liegen die Texaner mit 54:49 in Front.

Einige Nullnummern zur Halbzeit

Während bereits sieben Spieler zweistellig sind (Duncan 14, Ginobili 11, Parker 10 bzw. James 13, Wade 12, Bosh 10, Allen 10), halten Kawhi Leonard, Danny Green bzw. der foulgeplagte Mario Chalmers zur Pause allesamt bei null Zählern.

Ebenso Boris Diaw, doch der Power Forward der Spurs drückt dem Spiel mit sechs Rebounds und drei Assists dennoch seinen Stempel auf.

Auffallend hoch ist neben den starken Feldwurfquoten (50 bzw. 47,5 Prozent) die Turnover-Anzahl: San Antonio hat nach 24 Minuten bereits zehn, Miami neun Ballverluste zu Buche stehen.

Wade, Lewis und James am Drücker

Nach Seitenwechsel sorgen zunächst Leonard und Green mit ihren jeweils ersten Punkten für die bis dahin höchste Spurs-Führung (58:49), doch Wade und Rashard Lewis kontern umgehend mit einem 8:0-Run.

Wenig später bringt LeBron James die Heat mit einem Dreier in Führung, der im dritten Viertel starke Lewis stellt auf 67:64 für die Gäste.

Hubert Schmidt

Katastrophale Phase der Spurs

Nach einem persönlichen 5:0-Lauf von Ginobili fallen die Spurs für einige Minuten komplett auseinander. Innerhalb kurzer Zeit fabrizieren die Gastgeber neben einem Fehlwurf gleich fünf Turnovers, was Ray Allen auf der Gegenseite zum Layup-Training bzw. sogar für einen seltenen Dunk nützt.

Miami zieht dank James auf 75:69 bzw. 78:72 davon, Splitter verkürzt bis zum Viertelende auf 74:78.

Im dritten Abschnitt unterlaufen den Spurs unglaubliche neun Ballverluste. Während die Gastgeber keinen ihrer fünf Dreier-Versuche treffen, versenken die Gäste fünf bei elf Versuchen.

Unerwartete Wende

Das Schlussviertel beginnt für San Antonio gut, Splitter verkürzt jeweils nach Assist von Ginobili auf 79:80.

Doch als Chris Bosh mit einem And-one-Dreier (nach Foul von Duncan) und acht Punkten in zwei Minuten auf 86:79 für die Heat stellt, scheint die Partie rund zehn Minuten vor Ende endgültig auf die Seite des Titelverteidigers zu kippen.

Danach nimmt das Spiel aber eine unvorhersehbare Wende: Leonard, Parker und Duncan verkürzen auf 84:86 und James muss von Krämpfen geplagt in der 41. Minute vom Parkett.

"Unseren Leader zur Bank humpeln zu sehen, hat sich wie ein Schlag in die Eingeweide angefühlt. Aber wir hatten danach immer noch unsere Chance", sagt Heat-Coach Erik Spoelstra zu diesem Moment.

Green, bis zu diesem Zeitpunkt mit 0/4 aus der Distanz kein Faktor, bringt San Antonio mit zwei Dreiern mit 90:88 in Front und erhöht kurz darauf per Fast-Break-Dunk auf 94:90.

Kurzes Comeback von James

James lässt sich vier Minuten vor Schluss einwechseln, scort prompt mit einem Korbleger, muss aber sofort wieder vom Feld getragen werden.

Green mit seinem nächsten Dreier und Diaw erhöhen auf 99:92, Chalmers gibt den Heat 2:45 vor Ende mit einem Distanzwurf noch einmal Hoffnung.

Die schwindet jedoch schnell, Leonard und Parker treffen in der Folge auf der Gegenseite alles.

Die Spurs gewinnen das Schlussviertel mit 36:17, treffen überragende 14 von 16 Feldwürfen in diesem Abschnitt, davon all ihre sechs Dreier-Versuche.

Ginobili und Diaw als Matchwinner

Der 38-jährige Tim Duncan führt San Antonio mit 21 Punkten (9/10 aus dem Feld) und zehn Rebounds an, der zuletzt verletzt gewesene Tony Parker kommt nach zähem Start am Ende auf beachtliche 19 Zähler und acht Assists.

Matchwinner der Spurs sind neben Danny Green (elf seiner 13 Zähler in den letzten 6:07 Minuten) aber Manu Ginobili (16 Punkte, elf Assists, fünf Rebounds, drei Steals) und Boris Diaw.

Der Franzose erzielt zwar nur zwei Punkte, kommt aber in 33 Minuten auf zehn Rebounds, sechs Assists und eine unglaubliche Plus/Minus-Statistik von +30.

Tiago Splitter trägt 14 Punkte zum Erfolg bei, Kawhi Leonard und Marco Belinelli je neun, Patty Mills sieben.

Tim Duncan nennt den Einfluss der Temperatur nach dem Spiel "signifikant - definitiv ein Faktor. Ich weiß nicht, was mit LeBron los war. Aber ich denke, wir haben alle unter der Hitze gelitten und alle sind etwas dehydriert."

Starke Trefferquoten

LeBron James ist trotz beschränkter Spielzeit von 33 Minuten mit 25 Zählern Topscorer seines Teams. Dwyane Wade erzielt 19, Chris Bosh kommt auf 18 und neun Rebounds.

Ray Allen erzielt 16 der 20 Bench Points der Heat, Rashard Lewis kommt auf zehn Punkte.

Die Spurs siegen trotz 23 Ballverlusten, doch auch die Heat begehen 18. Während die Gastgeber 30 Assists verteilen, kommt Miami auf nur 16.

San Antonio trifft sensationelle 58,8 Prozent aus dem Feld, Miami immerhin 47,4. Beeindruckend sind auch die Dreier-Quoten: 13/25 bzw. 12/29.

Spiel Datum Heim Gast Ergebnis
1 Do. 5. Juni SPURS Heat 110:95
2 So. 8. Juni Spurs Heat
3 Di. 10. Juni Heat Spurs
4 Do. 12. Juni Heat Spurs
*5 So. 15. Juni Spurs Heat
*6 Di. 17. Juni Heat Spurs
*7 Fr. 20. Juni Spurs Heat
First Team
Chris Paul James Harden LeBron James Kevin Durant Joakim Noah
Second Team
Tony Parker Stephen Curry Kevin Love Blake Griffin Dwight Howard
Third Team
Damian Lillard Goran Dragic Paul George LaMarcus Aldridge Al Jefferson
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