Titelfavoriten liefern dramatische Spiele

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Hochdramatische Spiele lieferten die Top-Favoriten auf den NBA-Titel zum Auftakt ihrer Conference-Semifinal-Serien in der Nacht auf Dienstag ab.

Während Titelverteidiger Miami Heat Spiel 1 gegen die Chicago Bulls in der Endphase abgab, zeigten die San Antonio Spurs gegen die Golden State Warriors eine unglaubliche Aufholjagd und triumphierten nach zwei Overtimes.

MIAMI HEAT - CHICAGO BULLS 86:93

Die Bulls mussten erneut auf Luol Deng, Derrick Rose und Kirk Hinrich verzichten, zeigten sich zwei Tage nach ihrem Sieg in Spiel 7 bei den Brooklyn Nets aber frischer als die ausgerasteten Heat.

Chicago führte nach dem ersten Viertel 21:15, nach drei Abschnitten lag Miami mit 62:58 vorne. Zwei Minuten vor Schluss hieß es 86:83 für die Heat, doch die Gäste beendeten die Partie, angeführt von Marco Belinelli und Nate Robinson, mit einem 10:0-Run.

"Ich habe schon in einigen toughen Teams gespielt, aber dieses ist ein bisschen anders, diese Truppe hat etwas Spezielles", jubelte Robinson, der mit 27 Punkten und neun Assists zum Matchwinner avancierte.

24 erzielte er in der zweiten Hälfte, nachdem er in der ersten ein böses Cut in der Mundgegend erlitten hatte, das zehn Stiche benötigte.

Für Miami war es die erst dritte Niederlage in den letzten 44 Spielen - zwei davon setzte es gegen Chicago. Die Bulls hatten ja die 27 Matches andauernde Siegesserie der Heat beendet.

LeBron James bekam vor dem Spiel die MVP-Trophäe überreicht, erzielte in der ersten Hälfte nur zwei Punkte, hatte am Ende aber 24 Zähler, acht Rebounds und sieben Assists zu Buche stehen. Dwyane Wade war mit 14 Punkten der einzig weitere Heat-Spieler, der zweistellig scorte.

"Ich bin nicht perplex. So sind die Playoffs. Wir spielen gegen ein wirklich gutes Team", meinte James.

Jimmy Butler spielte für Chicago durch und kam auf 21 Punkte und 14 Rebounds. Joakim Noah sorgte für 13 Zähler und elf Rebounds. Taj Gibson erzielte zwölf Punkte, Belinelli zehn.

SAN ANTONIO SPURS - GOLDEN STATE WARRIORS 129:127 2OT

Diese Niederlage wird die Warriors wohl länger beschäftigen. Vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit führten die Außenseiter 104:88, konnten den Sack aber nicht zumachen.

Fehlwürfe, darunter zwei vergebene Freiwürfe von Ex-Spur Richard Jefferson, Turnovers und ein entfesselter Tony Parker sorgten für einen 0:15-Run aus Sicht der Gäste. 29 Sekunden vor Schluss erhöhte zwar Jarrett Jack auf 106:103, doch Danny Green antwortete mit einem Dreipunkter.

Stephen Curry, der zuvor im dritten Viertel (39:31) 22 seiner 44 Punkte erzielt hatte, vergab den letzten, schwer bedrängten Wurf.

In der ersten Overtime legten die Warriors vor und erzielten die ersten fünf Punkte. Die Chance auf den Sieg per Buzzer-Beater hatten jetzt die Spurs, doch Manu Ginobili setzte einen Mitteldistanzwurf weit daneben.

In der zweiten Verlängerung lagen die Spurs eine Minuten vor Schluss mit 126:121 voran, doch Curry erzielte vier Punkte und gab einen Assist auf Kent Bazemore, der mit seinen einzigen Punkten des Abends 3,9 Sekunden vor Ende per Lay-up auf 127:126 für Golden State stellte.

Nach einer Auszeit fand sich Ginobili völlig frei am Dreier wieder, und diesmal versenkte der Argentinier, der insgesamt nur fünf von 20 Feldwürfen traf, den Wurf. Die Warriors kamen nach einem Time-out mit 1,2 Sekunden auf der Uhr nur noch zu einem schwer bedrängten Dreier-Versuch von Jack.

Die Spurs spielten die letzten 13 Minuten praktisch ohne Tim Duncan, der mit Magenproblemen passen musste und nur die letzten Sekunden der beiden Verlängerungen mitmachte. Außerdem setzten die verletzten Tiago Splitter bzw. bei den Warriors David Lee aus.

Curry traf 18 von 35 Würfen (6/14 Dreier) und gab elf Assists. Harrison Barnes kam auf 19 Punkte und zwölf Rebounds, Klay Thompson erzielte 19 Zähler, Jack 15. Andrew Bogut schaffte ein Double-Double (10 und 15).

Parker überzugte mit 28 Punkten und je acht Assists und Rebounds. Danny Green versenkte sechs von neun Dreier-Versuchen und scorte 22 Punkte. Duncan (19 und 11), Kawhi Leonard (18) und Ginobili (16, 11 Assists, 7 Rebounds) rundeten die Spurs-Teamleistung ab.

Golden State hat die letzten 30 Spiele in San Antonio verloren, der letzte Sieg datiert vom 14. Februar 1997.

Serie Stand Aktuell Topscorer
Heat (1) - Bulls (5) 0:1 86:93 James 24; Robinson 27
Knicks (2) - Pacers (3) 0:1
Serie Stand Aktuell Topscorer
Thunder (1) - Grizzlies (5) 1:0
Spurs (2) - Warriors (6) 1:0 129:127 2OT Parker 28; Curry 44
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