Die Top-Kandidaten des NBA-Drafts 2012

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Shaquille O’Neal, Dwight Howard, LeBron James – das sind nur einige Nummer-1-Draftpicks der Vergangenheit.

Doch auch mit einer späteren Wahlmöglichkeit ließ sich immer wieder der eine oder andere Top-Spieler finden. Steve Nash (15.), Kobe Bryant (13.) oder Rajon Rondo (21.) sind nur einige Beispiele dafür.

In der Nacht auf Freitag ist es wieder soweit – NBA-Commissioner David Stern verliest die Namen der Liga-Neuzugänge.

Wie immer kann man sich auch diesmal auf Last-Minute-Trades, Überraschungen und spätere All-Stars freuen.

Aber wer wird kommende Saison als Rookie für Furore sorgen?

LAOLA1 stellt die sechs vielversprechendsten Kandidaten vor:

Anthony Davis:

Dass der Power Forward/Center von Kentucky an erster Stelle gedraftet wird, gilt schon seit Monaten als sicher. Der 19-Jährige verfügt über eine seltene Kombination aus Talent, Athletik und Arbeitswillen. Mit 2,08 Metern und enorm großer Reichweite ist er vor allem in der Defensive eine Macht. Seine Instinkte machen ihn zu einem der besten Blocker des letzten College-Jahrzehnts. Der Charakter des NCAA-Champion wird von allen Weggefährten als exzellent beschrieben, sein guter Ruf eilt ihm voraus. Wie bei allen anderen Draft-Kandidaten wird der Sprung in die NBA physisch auch für den zukünftigen Power Forward der New Orleans Hornets ein großer sein, mit einer guten Dosis Krafttraining und einem Entwicklungssprung in der Offense sollte er aber schon in naher Zukunft zu den besten Big Men der Liga zählen.

Für ein ausführlicheres Portrait des ersten Picks hier klicken.

Thomas Robinson:

Nach Anthony Davis kommt im heurigen Draft lange nichts. Die Reihung danach fällt schwer, nach derzeitigem Konsens ist aber auch die Nummer zwei ein Power Forward. Thomas Robinson besticht durch seine Athletik und ist ein hervorragender Rebounder. In der vergangenen College-Saison führte er mit 27 Double-Doubles die Wertung in dieser Kategorie an. Mit 2,03 m ist seine Körpergröße unter dem NBA-Idealmaß, sein unerschütterlicher Arbeitswille sollte er das aber kompensieren können.

Bradley Beal:

Ein weiterer der möglichen zweiten Picks ist Bradley Beal aus Florida. Dieser besitzt gute Voraussetzungen, in der NBA ein zuverlässiger Scorer zu werden. Eigentlich ein Shooting Guard, könnte er wegen seiner mit 1,91 m zu geringen Körpergröße in der NBA aber zu einem Point Guard umfunktioniert werden. Beal, der am Tag des Drafts erst seinen 19. Geburtstag feiert, besitzt einen starken Zug zum Korb, kann aber auch von außerhalb punkten. Der U-17-Weltmeister von 2010 gilt als intelligent und besitzt die Übersicht, um auch als Passgeber erfolgreich zu sein. Als größter Mangel abseits seiner Größe könnte sich die Defensive erweisen. Manch einer befürchtet, er könne mit den in der NBA deutlich schnelleren und athletischeren Gegenspielern nicht gut zurecht kommen.

Harrison Barnes:

Harrison Barnes ist wohl einer der besten Werfer im diesjährigen Draft. Der Small Forward zeichnet sich vor allem durch seine Dreier-Würfe aus, hat im Scoren aus der Bewegung aber noch Verbesserungspotenzial. Seine Verteidigungs-Künste sind zwar in Ordnung, könnten sich gegen Kaliber wie Carmelo Anthony oder Kevin Durant aber als unzureichend erweisen. Der 2,03 m große 20-Jährige hat starke Nerven und eine gute Arbeitseinstellung, muss aber physisch noch zulegen, um gegen NBA-Körper bestehen zu können.

Michael Kidd-Gilchrist:

Auch der Small Forward von Kentucky wird von zahlreichen Scouts als möglicher Nummer-zwei-Pick gehandelt. Mit 2,01 m Körpergröße überragt der 18-Jährige seine Konkurrenten zwar nicht, seine Athletik und unbändiger Wettbewerbsgeist machen ihn aber zu einem äußerst unangenehmen Gegenspieler. In Ballbesitz besitzt der US-Amerikaner einen starken Zug zum Korb, was auch an seinen mangelnden Wurfkünsten aus der Distanz liegt. Auch in der Defensive kann man auf ihn bauen, was ihm einen Vorteil gegenüber Positions-Konkurrenten Barnes bringt. Beseitigt er seinen Sprungwurf-Makel, kann er ohne Weiteres mit einigen NBA-Starting-Forwards mithalten.

Andre Drummond:

Drummond ist das große Fragezeichen im heurigen Draft. Er bringt einen hervorragend trainierten 2,11-m-Körper mit und ist sowohl in der Defensive, als auch am Rebound eine Macht. Viele Scouts bescheinigen ihm All-Star-Potenzial, noch mehr prophezeien aber, dass er dieses nie ausschöpfen wird. In der Tat war er in seiner einzigen College-Saison der Inbegriff von unkonstanten Leistungen. Auf ein gutes Spiel folgten zu oft 40 schreckliche Minuten, in denen der Power Forward/Center keine fünf Punkte oder Rebounds machte. Der 18-Jährige ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine – riskante – Investition in die Zukunft. Die ersten Jahre in der NBA werden wohl zur Entwicklungszeit werden, am Ende seiner Karriere könnte aber nichts weniger als die Hall of Fame stehen.

 

Martin Schauhuber

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