Grizzlies wollen Metall fressen

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Verzweifeln die Spurs an der Grizzlies-Defense?

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Vier Siege trennen die San Antonio Spurs und die Memphis Grizzlies noch von den NBA Finals 2013.

Ab Sonntagabend kämpfen die beiden Teams im Finale der Western Conference („best-of-seven“) um einen Platz im Endspiel.

Für die Spurs wäre es die erste Finalteilnahme seit 2007. Tim Duncan, Tony Parker und Manu Ginobili könnten ihren beachtlichen Karrieren mit einem vierten gemeinsamen Titel die Krone aufsetzen. Obwohl die drei Leistungsträger allesamt bereits über 30 Jahre alt sind, merkt man ihnen das fortgeschrittene Alter kaum an.

Die Unterstützung der starken und zahlreichen Rollenspieler macht das Team aus Texas heuer einmal mehr zu einem der Topfavoriten auf den Titel.

Bei den Grizzlies sieht die Sache anders aus. Das Team von Head Coach Lionel Hollins entwickelte sich in den letzten vier Jahren von einer grauen Maus zu einem vor allem defensiv gefürchteten Spitzenteam.

Als Belohnung gab es in der vergangenen Regular Season mit 56 Siegen und 26 Niederlagen einen Vereinsrekord. Nachdem die Clippers und Thunder in den ersten beiden Playoff-Runden ausgeschaltet wurden, stehen die Grizzlies zum ersten Mal in der Franchise-Geschichte im Finale der Western Conference.

Trotzdem will sich das Team nicht auf den Lorbeeren ausruhen. „Ich bin glücklich, aber wir haben noch viel harte Arbeit vor uns. Ich will einen Ring gewinnen“, macht Power Forward Zach Randolph seine Ambitionen unmissverständlich klar.

LAOLA1 sieht sich die Brennpunkte der Serie im Detail an.

Das spricht für die Spurs

Offensive Vielseitigkeit

Offensiv sind die Spurs stärker einzuschätzen als die Grizzlies. Das Team aus Texas verfügt über sehr viele Waffen. Tony Parker kann durch seinen noch immer unwiderstehlichen Zug zum Korb Löcher in die gegnerische Defense reißen. Wenn der Franzose nicht selbst zum Abschluss kommt, ist er in der Lage, den freien Mitspieler zu finden. Vor allem aus der Distanz haben die Spurs einen klaren Vorteil gegenüber dem Team von Lionel Hollins. Danny Green, Kawhi Leonard, Manu Ginobili und Gary Neal können allesamt Dreier versenken. Darüber hinaus ist Tim Duncan auch mit 37 Jahren noch eine ständige Gefahrenquelle in Korbnähe. Auf der anderen Seite ist die Offense der Grizzlies leichter auszurechnen. Die meisten Angriffe laufen über das Low-Post-Duo Zach Randolph und Marc Gasol. Aus der Distanz sorgen neben Point Guard Mike Conley die Bankspieler Jerryd Bayless und Quincy Pondexter für die größte Gefahr. In der Regular Season waren die Grizzlies mit nur 93,4 Punkten pro Partie offensiv das schwächste Playoff-Team im Westen.

Bank

Die Spurs haben einen sehr tiefen Kader, was Head Coach Gregg Popovich die Möglichkeit gibt, bis zu elf Spieler einzusetzen und seine alternden Leistungsträger nicht zu verheizen. Die lange Bank der Texaner könnte auch helfen, mit Foulproblemen zurechtzukommen, die vor allem die Big Men treffen könnten. Die Grizzlies setzen hingegen meist nur acht Spieler ein. Wie erwähnt sorgen Bayless und Pondexter für etwas Feuerkraft von der Bank. Darrell Arthur soll Randolph und Gasol entlasten. In einer intensiven Playoff-Serie könnte am Ende die Bank den Unterschied machen. In diesem Fall hätten die Spurs ganz klar die besseren Karten.

Das spricht für die Grizzlies

Defense

Defensiv gehören die Grizzlies zu den besten Teams der Liga. Marc Gasol wurde zum „Defensive Player of the Year“ gewählt. Die beiden Guards Tony Allen und Mike Conley fanden sich im ersten bzw. zweiten All-NBA-Defensive-Team wieder. In den vier Aufeinandertreffen der Regular Season konnten sie Tony Parker aber trotzdem nicht stoppen. Der Franzose erzielte durchschnittlich 25,5 Punkte und traf über 50 Prozent seiner Würfe aus dem Feld. Dennoch ist klar, dass der Backcourt der Spurs von den Grizzlies mehr defensive Gegenwehr erwarten kann als in den ersten beiden Playoff-Runden gegen die Lakers und die Warriors. Schon 2011 verzweifelten die Spurs in der ersten Playoff-Runde an der defensiven Intensität der Grizzlies. Damals schieden die topgesetzten Texaner mit 2:4 aus.

Gasol und Randolph

Die Grizzlies verfügen mit Marc Gasol und Zach Randolph über das gefährlichste Big-Man-Duo der NBA. Die Spurs zeigten zwar in der ersten Runde gegen Dwight Howard und Pau Gasol, dass sie im Low Post sehr stark verteidigen können, die Aufgabe gegen die Grizzlies wird aber ungleich schwieriger. Gasol und Randolph sind besser eingespielt als der Lakers-Frontcourt und ergänzen sich gegenseitig. Die beiden Big Men der Grizzlies können nicht nur scoren und rebounden, sondern auch großartig passen. Mit vier Assists pro Spiel gehörte Gasol in der Regular Season zu den besten großen Spielern in dieser Kategorie. Auch mit Fouls kann man den Spanier und seinen Low-Post-Kollegen nicht stoppen, da beide sehr sichere Freiwerfer sind. 

 

Manuel Preusser

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