Im Westen viel Altes

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Mischt die "Altherren-Truppe" den Westen auf?

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Die NBA geht in ihre heiße Phase.

Die Playoffs stehen vor der Tür und sie garantieren wie so oft Spannung und großen Basketball (Playoff-Vorschau zur Eastern Conference).

In der Western Conference ist wieder einmal alles offen. Ein Ausscheiden der topgesetzten Spurs in Runde eins wie im Vorjahr ist ebenso wenig auszuschließen wie ein Erfolgslauf eines Teams wie Memphis.

LAOLA1 analysiert die Erstrunden-Duelle im Westen:

 

SAN ANTONIO SPURS (1) - UTAH JAZZ (8)

 

Ausgangsposition:

Schon im letzten Frühjahr gingen die San Antonio Spurs ein wenig überraschend als Nummer 1 des Westens in die Playoffs, heuer verblüfften die Texaner ihre Fans und vor allem ihre Hater noch mehr. Die Spurs sind mehr als nur ihre "Big Three" Tim Duncan, Tony Parker und Manu Ginobili, sie leben von ihrer Tiefe: Außer Duncan und Parker stand kein Spieler durchschnittlich mehr als 24 Minuten auf dem Parkett!

Auch die Utah Jazz verfügen über einen tiefen Kader, waren jedoch zuletzt durch die Verletzungen der Außenspieler Raja Bell und C.J. Miles geschwächt. Die Rückkehr in die Playoffs ist ein großer Erfolg: Im Endspurt konnte das Team die Phoenix Suns und die Houston Rockets hinter sich lassen. Der junge Kern verspricht ähnliche und bessere Ergebnisse auch in den kommenden Jahren.

Bisherige Begegnungen:

Der einzige Erfolg gelang den Jazz, als die Spurs ohne Duncan, Parker und Ginobili an den Salzsee reisten.

Schlüsselspieler:

Klar, die Spurs haben Duncan und Parker. Mit Kawhi Leonard (dem neuen Bruce Bowen) oder den während der Saison verpflichteten Boris Diaw und Stephen Jackson sind auch die Rollenspieler von großer Klasse - um nur einige zu nennen. Doch der X-Faktor in San Antonios Spiel bleibt Manu Ginobili. Im Vorjahr fehlte der Argentinier den Spurs in den Playoffs, die Folgen sind bekannt. Heuer soll der Shooting Guard wieder in kritischen Situationen übernehmen.

Der Topscorer der Jazz ist Al Jefferson, der Schlüsselspieler heißt aber Paul Millsap. Der Power Forward ist unglaublich schnell für seine Position und ein Kämpfer vor dem Herrn. Auch den Spurs wird er Probleme bereiten, die Texaner haben mit Boris Diaw und DeJuan Blair jedoch zumindest zwei Spieler von ähnlicher Statur, die Millsap kontrollieren könnten.

Prognose:

Die Jazz gehören wie gewohnt zu den besten Heim-Teams der Liga (25:8), darum werden sie das eine oder andere Spiel gewinnen können. San Antonio geht jedoch als klarer Favorit in die Serie - 4:2 Spurs.

Datum Heim Gast Ergebnis
  1. Dezember
SAN ANTONIO Utah 104:89
  1. Februar
Utah SAN ANTONIO 102:106
  1. April
SAN ANTONIO Utah 114:104
  1. April
UTAH San Antonio 91:84

MEMPHIS GRIZZLIES (4) - LOS ANGELES CLIPPERS (5)

Ausgangsposition:

Die Memphis Grizzlies schockten in den letztjährigen Playoffs als Nummer acht die Spurs. Hauptakteur war damals Zach Randolph. Genau dieser Randolph fiel heuer lange Zeit aus, trotzdem holten die Grizzlies erstmals den Heimvorteil für eine Playoff-Serie. Im Gegensatz zu 2011 ist Rudy Gay wieder an Bord - und Randolph wurde rechtzeitig vor den Playoffs in die Starting Five zurückbeordert.

Mit großen Erwartungen gingen die L.A. Clippers in die Saison: Die Verpflichtung von Chris Paul und die Kombination mit den Sprungwundern Blake Griffin und DeAndre Jordan machten die verschmähten Clips zu einer der Hauptattraktionen der NBA. Die Hoffnungen wurden erfüllt, auch wenn am Ende der Heimvorteil verspielt wurde.

Bisherige Begegnungen:

Beide Teams blieben in ihren/m Heimspiel(en) siegreich.

Schlüsselspieler:

Die bereits erwähnten Gay und Randolph sind Topspieler, doch in der aktuellen Saison mauserte sich Marc Gasol zum Aushängeschild der Grizzlies. Der Big Man war ein Eckpfeiler, wie man sich ihn vorstellt, und wurde mit seiner ersten All-Star-Nominierung belohnt. Der Spanier ist nicht nur Top-Rebounder und zweitbester Scorer seines Teams, sondern auch zweitbester Assistgeber.

Für die Highlights der Clippers sorgt für gewöhnlich Blake Griffin, der unumstrittene Schlüsselspieler heißt trotzdem Chris Paul. "CP3" hält das Team offensiv zusammen und ist auch in der Defense eine Pest. Zudem weiß er genau, wann er seine Mitspieler in Szene setzen und wann er selbst übernehmen muss.

Prognose:

Ein tolles Erstrunden-Matchup: Star-Power unter den Körben, dazu Chris Paul gegen die zwei Top-Verteidiger Mike Conley und Tony Allen. Die Serie könnte eine ganz enge Geschichte werden, der Ausfall von Routinier Chauncey Billups spricht ein wenig gegen die Clippers - 4:3 Grizzlies.


LOS ANGELES LAKERS (3) - DENVER NUGGETS (6)

Ausgangsposition:

Pau Gasol war eigentlich schon getradet und Chris Paul ein Laker, doch der Deal wurde bekanntlich abgeblasen. Bemerkenswert, wie der Spanier - im Gegensatz zu einem Lamar Odom - das professionell wegsteckte und trotz Trade-Gerüchten während der Saison gute Leistungen brachte. Die "Lake-Show" ließ die Zweifler spätestens nach der Verpflichtung von Ramon Sessions verstummen. Zwar musste dafür Derek Fisher gehen, doch L.A. hat seither endlich einen Guard, der penetrieren kann. Platz 3 in der ersten Saison nach Phil Jackson - damit kann man in Hollywood sehr gut leben.

Die Denver Nuggets zeichnen sich durch eine sehr tief besetzte Bank aus und wären wohl noch weiter vorne gelandet, hätten sie nicht zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen gehabt. Für Aufsehen sorgte der Trade Nene gegen JaVale McGee. Die Skepsis darüber hat sich gelegt, die Nuggets können ein Tempo wie kaum ein anderes Team gehen und erzielen daher auch die meisten Punkte.

Bisherige Begegnungen:

Datum Heim Gast Ergebnis
  1. Jänner
L.A.CLIPPERS Memphis 98:91
  1. März
L.A.CLIPPERS Memphis 101:85
  1. April
MEMPHIS L.A.Clippers 94:85

Bei der einzigen Lakers-Niederlage traf Kobe Bryant sechs von 28 Würfen aus dem Feld...

Schlüsselspieler:

Der Schlüsselspieler der Los Angeles Lakers heißt Andrew Bynum. Ja, Kobe Bryant ist Kobe Bryant und wird die entscheidenden Würfe nehmen. Doch die Lakers stehen dort, wo sie stehen, weil sie im Gegensatz zu fast allen anderen Teams zwei dominierende Inside-Spieler haben. Gerade gegen die Nuggets ist der körperliche Vorteil auf der Center-Position groß. Kein Zufall, dass Bynum in drei der direkten Begegnungen effizientester Laker war. In der vierten war dies Gasol.

Ähnlich wie bei den Pacers ist es auch bei den Nuggets schwer, einen Schlüsselspieler herauszuheben. Danilo Gallinari ist das größte Talent, Al Harrington ein Mismatch auf den großen Positionen, Rookie Kenneth Faried der Energizer und Andre Miller der Assist-Man von der Bank. Am ehesten den Stil des Teams von George Karl verkörpert Guard Ty Lawson. In der Euroleague enttäuschte er im Dress von Schalgiris Kaunas schwer, in der NBA klappte es auf Anhieb wieder exzellent. Seinen Speed nützt er zu 16,4 Punkten im Schnitt.

Prognose:

Die Lakers haben Vorteile unter dem Korb und im Set-Play. Doch können sie mit dem hohen Tempo Denvers mithalten? Finden die Nuggets zu ihrer Höchstform, die sie heuer schon gezeigt haben, zurück, sind sie nicht unbedingt Außenseiter. Läuft alles "normal", werden sich die Lakers knapp durchsetzen, auch ohne den gesperrten Metta World Peace - 4:2 Lakers.


OKLAHOMA CITY THUNDER (2) - DALLAS MAVERICKS (7)

Ausgangsposition:

Die Neuauflage der Conference Finals des Vorjahres startet mit geänderten Vorzeichen: Die Oklahoma City Thunder haben sich wie erwartet als absolutes Spitzenteam etabliert und gehen eigentlich etwas überraschend "nur" als Nummer zwei des Westens in die Playoffs. Kevin Durant und Russell Westbrook sind das dynamischste Duo der Liga, auch sonst sprüht der Kader nur so von Athletik.

Ganz anders schaut es beim Titelverteidiger aus: Die Dallas Mavericks haben das Momentum der Meisterschaft schon vor dem Saisonstart verloren. Das Ziehenlassen von Tyson Chandler und J.J. Barea hat große Lücken hinterlassen. Dirk Nowitzki rang um seine Form und legte sogar eine Pause ein, um "in Shape" zu kommen. Lange Zeit war nicht sicher, ob es die Mavs überhaupt in die Playoffs schaffen würden.

Bisherige Begegnungen:

Datum Heim Gast Ergebnis
  1. Dezember
L.A. LAKERS Denver 92:89
  1. Jänner
DENVER L.A. Lakers 99:90
  1. Februar
Denver L.A. LAKERS 89:93
  1. April
L.A. LAKERS Denver 103:97

In den direkten Duellen dieser Saison haben die Thunder mit 3:1 die Nase vorn.

Schlüsselspieler:

Kevin Durant ist Topscorer der NBA und bester Spieler der Thunder. Ob Oklahoma City erfolgreiche Playoffs spielt, wird aber in erster Linie von Russell Westbrook abhängen. Dank seiner unglaublichen Athletik ist der Point Guard den meisten seiner Gegenspieler überlegen, doch in Sachen Abgebrühtheit hat der 23-Jährige noch Defizite. Kann er sich zum richtigen Zeitpunkt zurücknehmen, haben die Thunder alle Chancen.

Das Spiel der Mavs steht und fällt mit Dirk Nowitzki. Will Dallas gegen die Thunder eine Chance haben, muss der Finals-MVP in Überform spielen. Mit Serge Ibaka hat der Deutsche zwar einen guten Verteidiger als Gegenspieler, doch wenn sein Wurf fällt, ist Nowitzki auch vom naturalisierten Spanier nicht zu stoppen.

Prognose:

Man darf gespannt sein, ob die Mavs die Saison wirklich sang- und klanglos beenden werden, oder ob die Routiniers in den Playoffs den Schalter umlegen können. Die Thunder sind von zwei Spielern abhängig (Durant und Westbrook nehmen beinahe die Hälfte aller Würfe) und daher nicht unantastbar. Klarer Favorit bleiben sie aber allemal - 4:2 Thunder.


Hubert Schmidt

Datum Heim Gast Ergebnis
  1. Dezember
OKLAHOMA CITY Dallas 104:102
  1. Jänner
DALLAS Oklahoma City 100:87
  1. Februar
Dallas OKLAHOMA CITY 86:95
  1. März
OKLAHOMA CITY Dallas 95:91
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