Einseitige Sache und die Chance auf Rache

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Auch in der Western Conference ist die erste Runde der NBA-Playoffs abgeschlossen.

Die topgesetzten Spurs gaben sich gegen Utah ebenso keine Blöße wie die Thunder gegen Dallas. Kobe Bryant musste mit seinen Lakers dagegen in Spiel sieben gegen Denver, auch die Clippers kämpften sich erst im siebten Aufeinandertreffen gegen die Grizzlies weiter.

Jetzt steht die nächste Runde vor der Tür. Die Conference-Semifinali versprechen interessante Spiele. Aber wer steht am Ende in der nächsten Runde? LAOLA1 analysiert die Duelle im Westen:

SAN ANTONIO SPURS (1) – L.A. CLIPPERS (5)


Ausgangssituation:

Die San Antonio Spurs präsentierten sich gegen die Utah Jazz stark wie erwartet. Etwas zu stark, meinen manche – Utah war wirklich mehr ein Jausengegner als eine echte Herausforderung. Nichtsdestoweniger stehen Tim Duncan und Co. in Runde zwei – was ihnen im Vorjahr sensationell verwehrt blieb. Die Spurs, die ihre Einsatzminuten ohnehin auch großzügig auf die Bank verteilen, sind perfekt ausgeruht. Zum Drüberstreuen starten sie mit einer Siegesserie von vierzehn Spielen in die Conference Semifinals.

Die Los Angeles Clippers hatten gegen die Memphis Grizzlies eine wahre Schlacht zu bewältigen. Das Erstrunden-Duell strotzte nur so vor Highlights – beispielsweise einer 27-Punkte-Aufholjagd der Clippers in Spiel eins. Erlebnisse wie dieses taten der Mannschafts-Chemie zweifellos gut. Chris Paul tat sich wie schon oft zuvor als einer der besten Clutch-Spieler der NBA hervor – die Clippers-Taktik „Gebt CP3 den Ball und schaut, was er macht“ ging ein ums andere Mal voll auf.

Bisherige Duelle:

Die bisherigen Aufeinandertreffen zeigen vor allem eines – die Clippers sind ein ernstzunehmender Gegner. Nicht nur ein Auswärtssieg steht zu Buche, sondern auch eine sehr knappe Heimniederlage.

Schlüsselspieler:

Tony Parker wird bei den Spurs in dieser Runde doppelt wichtig sein. Nicht nur, dass er das wichtigste Zahnrad in der gut geölten Offense ist, mit Chris Paul steht ihm eine große Herausforderung bevor. Wenn er gegen seinen Kontrahenten gut verteidigt und damit eventuelle Aufholjagden im vierten Viertel unterbindet, ist San Antonio schon praktisch durch. So abhängig sind die Clippers von Paul. Übrigens: Wenn Tony Parker auf dem Platz war, traf CP3 in den drei Saisonspielen nur 29% seiner Würfe.

Nachdem die Wichtigkeit des Point Guards schon ausreichend abgehandelt sein sollte, geht es zum auffälligsten Clippers-Spieler: Blake Griffin. Der Forward ist zwar unfassbar athletisch und sorgt mit seinen Dunks Spiel für Spiel für tolle Highlights, muss gegen Tim Duncan aber auch die „Drecksarbeit“ machen – und das gut. Der Spurs-Forward bringt 14 Jahre NBA-Erfahrung mit und wird keine Scheu haben, nachlässiges Verteidigen bzw. Rebounden zu bestrafen. Überdies könnte er Griffin in Foulprobleme zwingen – immerhin hatte dieser in der Erstrunden-Serie durchschnittlich 4.3 pro Spiel.

Prognose:

Die Tiefe der Spurs wird den Ausschlag zu ihren Gunsten geben. Wenn sich die Clippers nicht wie bei ihrem einzigen Saisonsieg – damals trafen sie 14 von 27 Dreiern – in einen Rausch spielen und alles von außen treffen, wird auch Chris Pauls Genialität nicht mehr als ein Spiel gewinnen können. Die Spurs sind ausgeruhter, enorm erfahren und trotzdem noch hungrig. Unser Tipp: 4:1 Spurs.

Datum

Heim

Gast

Ergebnis

  1. Dezember

SAN ANTONIO

Los Angeles

115:90

  1. Februar

Los Angeles

SAN ANTONIO

103:100

  1. März

San Antonio

LOS ANGELES

108:120

OKLAHOMA CITY THUNDER (2) - L.A. LAKERS (3)


Ausgangssituation:

Die Oklahoma City Thunder ließen gegen den Titelverteidiger aus Dallas keinen Zweifel an ihren großen Ambitionen. Kevin Durant, Russell Westbrook und auch der „Best Sixth Man“ der NBA, James Harden, blieben den Zusehern nichts schuldig. Vor allem Durant zeigte in den entscheidenden Phasen immer wieder kräftig auf, besonders in Spiel eins, das er per – etwas glücklichem – Buzzer-Beater entschied. Das letzte Spiel der Thunder datiert allerdings schon vom 5. Mai – ob das gut oder schlecht ist, wird sich weisen. Prinzipiell ist OKC kein Team, das derartige Ruhepausen nötig hat.

Die Los Angeles Lakers hatten mit den Denver Nuggets deutlich mehr Probleme als erwartet. Die stellenweise erbärmlichen Leistungen ihrer „Big Men“ brachten sie an den Rand des Ausscheidens, aber gerade Pau Gasol und Andrew Bynum entschieden das siebente Spiel. Die Rückkehr des für eines Ellbogenchecks gegen James Harden – ja, diesen James Harden, der für den Zweirunden-Gegner so wichtig ist – lange gesperrten Metta World Peace verpasste den Lakers defensiv einen starken Schub. Kobe Bryant und Co. haben aber wie ihre Stadtrivalen nur zwei Tage Ruhepause vor dem ersten Spiel.

Bisherige Duelle:

Der einzige Sieg der Lakers kam in dem Spiel, als MWP James Harden per Ellbogen aus dem Spiel nahm und Russell Westbrook nur drei von 22 Würfen traf.

Schlüsselspieler:

Bei OKC könnte James Harden den Unterschied machen. Der Guard ist ein Allrounder, der die Lakers-Defense vor große Probleme stellen wird. Furchteinflößender als sein Vollbart ist für die Kalifornier nur die Vorstellung, er könnte sportliche Rache an World Peace nehmen wollen. Der Bankspieler wäre in den meisten Teams der NBA Starter, ist in seiner Rolle für die Thunder aber unersetzlich. Die Geheimwaffe, die keine ist, könnte, falls Durant von MWP aus dem Spiel genommen wird, die Entscheidung bringen.

Der Bösewicht könnte in dieser Serie zum strahlenden Helden werden. Metta World Peace wird nur ein Ziel haben: Kevin Durant abzuschalten. Lässt man dem OKC-Forward nur einen Millimeter Freiraum, hat er am Ende des Spiels gut dreißig Zähler zu Buche stehen. Wie passend, dass ihm nun MWP gegenübersteht, der als einer der besten Verteidiger der Liga gilt. Offensiv wird der „Bad Boy“ nicht viel zeigen müssen, das ist schlicht und ergreifend nicht seine Aufgabe. Aber was er in der Defensive leistet, wird enorme Wichtigkeit haben.

Prognose:

In dieser Serie könnte absolut alles passieren – große Spiele von Kobe Bryant scheinen garantiert. Dass das Duo Durant und Westbrook das eine oder andere Mal auf vierzig Punkte kommen wird, auch. Unser Tipp: 4:2 Thunder. Die hungrige Jugend setzt sich durch.


Martin Schauhuber

Datum

Heim

Gast

Ergebnis

  1. Februar

OKLAHOMA CITY

Los Angeles

100:85

  1. März

Los Angeles

OKLAHOMA CITY

93:102

  1. April

LOS ANGELES

Oklahoma City

114:106

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