Ring frei für Runde zwei

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Conference Semis starten ohne klaren Favoriten

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Die erste Runde der NBA Playoffs hatte es in sich.

In den acht Auftakt-Serien kam es gleich fünfmal zu einem entscheidenden siebenten Spiel, acht Begegnungen gingen in die Verlängerung, nicht weniger als 26(!) Spiele endeten mit einer Differenz von fünf Punkten oder weniger.

Bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag starten mit den Duellen zwischen den Indiana Pacers und den Washinton Wizards, sowie Oklahoma City Thunder gegen Los Angeles Clippers die Conference Semifinals. Diese versprechen erneut Spannung, denn klare Favoriten gibt es keine.

LAOLA1 blickt auf die Matchups:

INDIANA PACERS (1) - WASHINGTON WIZARDS (8)

Ausgangslage:

Die internen Probleme der Indiana Pacers sind mittlerweile hinlänglich bekannt. Als Underdog Atlanta das Team aus Indianapolis in der Auftaktserie auch noch vor Matchup-Probleme stellte, standen die Pacers endgültig mit dem Rücken zur Wand. Doch das nach Siegen beste Team des Ostens "überlebte" und steht in Runde zwei. Auch "Problemkind" Roy Hibbert deutete ausgerechnet in Spiel sieben erstmals wieder seine Klasse an. Klare Favoriten werden die Pacers jedoch ab sofort gegen keinen Gegner mehr sein.

Die Washington Wizards gingen zwar als Underdog in die Erstrunden-Serie gegen die Chicago Bulls, nach dem deutlichen 4:1 und der Analyse dessen, was sich in diesen fünf Spielen ereignete, erscheint es so überraschend dann doch nicht mehr. In der Hauptstadt ist erstmals seit der Arenas-Ära ein Team zusammengewachsen, das zwar seine offensichtlichen Schwächen (u.a. Bank), aber eben auch seine Stärken (u.a. Shooting, Athletik) hat. Eine weitere Überraschung der Wizards wäre somit eigentlich keine.

 

Bisherige Duelle:

Brennpunkte:

  • Frische gegen Rhythmus

    Am 29. April beschlossen die Wizards mit einem 75:69-Erfolg in Chicago die Erstrunde-Serie (4:1). Zu diesem Zeitpunkt hatten die Pacers gerade Spiel 5 gegen Atlanta verloren und standen mit einem 2:3-Rückstand in der Serie mit dem Rücken zur Wand. Der folgende Kraftakt zum Einzug ins Conference Semifinale endete erst im siebenten und entscheidenden Spiel am Samstag. Für die Wizards werden es am Ende fünf Tage Pause gewesen sein, während die Pacers nur einen Tag zum durchschnaufen hatten. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass weder das eine, noch das andere ein Vorteil sein muss. Vor allem, weil die Wizards nicht über die nötige Bank verfügen und auf eine kurze Rotation bauen. Kann Washington den "Rost" schnell ablegen und die schwache Bank kaschieren oder tut Indiana der Rhythmus gut?

  • Wizards als besseres Matchup?

    Um ein Haar hätte die Saison, die so stark begonnen hatte, für die Pacers in einem Desaster geendet. Doch lagen die Gründe für das Beinahe-Aus gegen die Hawks einzig und alleine an der zerrüttelten Team-Chemie? Gewiss nicht. Die Hawks stellten den Ost-Primus vor gewaltige Matchup-Probleme. Die wurfsicheren Big Men Pero Antic und Paul Millsap zwangen Roy Hibbert und David West immer wieder aus der Zone und bestraften jedes Zögern mit einem Dreier-Regen. Ein solcher könnte zwar gegen die Wizards erneut blühen, dann jedoch vom Flügel. Center Marcin Gortat und Power Forward Nene sind eher starke Post-Spieler und verfügen teilweise über einen guten Mitteldistanzwurf. Sie bleiben daher hauptsächlich am Zonenrand, weshalb Hibbert und West viel näher am eigenen Korb agieren können, was der Defense sicher nicht schadet. Am anderen Ende des Feldes könnte ein wiedererstarkter Hibbert (13 Punkte, sieben Rebounds in Spiel sieben) zum Problem werden.

  • "Entzaubern" die Wizards die nächste Elite-Defense?

    73, 66. Was wie das Ergebnis eines durchschnittlichen FIBA-Spiels klingt, ist in Wirklichkeit die Punkteausbeute der Wizards gegen die Pacers in jeweils 48 Minuten NBA-Basketball. In den ersten beiden Saison-Duellen fanden die Mannen aus Washington kein Mittel gegen die knallharte Defense der Pacers. Doch die Vorzeichen haben sich geändert, nicht nur, weil die Mannen aus D.C. das dritte Saisonduell für sich entscheiden konnten. Die Hauptstädter schlugen die Bulls, das einzige Team, das über eine ähnlich starke Defense verfügt wie Indiana, klar und deutlich mit 4:1. Washington hat also auch gegen herausragende Abwehrreihen einen Weg gefunden zu "zaubern". Zum Beispiel von außen. Alleine Trevor Ariza traf gegen Chicago überragende 46,4 Prozent seiner Dreier.

Datum Heim Gast Ergebnis
29.11.
PACERS Wizards 93:73
10.1.
PACERS Wizards 93:66
28.3.
WIZARDS Pacers 91:78

OKLAHOMA CITY THUNDER (2) - LOS ANGELES CLIPPERS (3)

Ausgangslage:

Schlimmer hätte es für die Oklahoma City Thunder wohl nicht kommen können. Gleich in der ersten Runde traf das Team um Superstar Kevin Durant auf die Memphis Grizzlies. Wie die Pacers im Osten, stand auch OKC nach Spiel fünf mit dem Rücken zur Wand. Zwei überzeugende Siege zum Abschluss der "best-of-seven"-Serie ermöglichten Oklahoma City aber schlussendlich den verdienten Aufstieg unter die besten vier Teams im Westen. Gegen die Clippers erwartet den Meisterschafts-Mitfavoriten die nächste Mammut-Serie.

Auch die Los Angeles Clippers mussten für ihren Platz im Conference Semifinale lange kämpfen. Die Golden State Warriors verlangten dem Drittplatzierten der Western Conference ebenfalls sieben Spiele ab. Erschwerend hinzu kam der Rassismus-Skandal um Besitzer Donald Sterling, in Folge dessen die Spieler sogar einen Boykott überlegten. Dazu kam es zwar nicht, die Debatte dürfte jedoch trotzdem ihre Spuren hinterlassen haben. Obwohl die Motivation, sowie die Unterstützung der Fans im heimischen Staples Center noch größer geworden sein dürfte. Frei nach dem Motto: Jetzt erst recht!

 

Bisherige Duelle:

LAOLA1-Tipp:
Bell Preusser Schauhuber Schmidt
4:3 PACERS 4:2 PACERS 4:2 WIZARDS 4:1 PACERS

Brennpunkte:

  • Ausgeglichen

    In kaum einer der vier Conference-Semifinal-Serien stehen sich zwei Teams gegenüber, deren Kader sich derart neutralisieren. Beide haben mit Russel Westbrook/Kevin Durant, sowie Chris Paul/Blake Griffin jeweils zwei Top-10-Spieler der NBA in den eigenen Reihen. Beide Teams lieben das Tempo. Beide verfügen über gute Distanz-Schützen. Von den bisherigen Saisonduellen gewannen sowohl die Clippers, als auch die Thunder je zwei. Im Frontcourt könnten die Mannen aus Los Angeles Vorteile genießen. Kendrick Perkins, Steven Adams und Serge Ibaka werden Griffin und DeAndre Jordan zwar durchaus vor Probleme stellen können, der Athletik-Vorteil liegt aber diesbezüglich bei den Clippers.

  • Rollenspieler

    Bei all der Star-Power auf beiden Seiten wird es vor allem auch auf den vielzitierten "Supporting Cast" ankommen. Diesbezüglich zeigt sich bei beiden Teams ein Unterschied. Clippers-Coach Doc Rivers kann unter anderem den diesjährigen "Six Man of the Year" Jamal Crawford, dessen 16,7 Punkte im Schnitt den Golden State Warriors schwer zusetzten, vertrauen. In der ersten Fünf stehen mit Matt Barnes und J.J. Reddick zudem zwei hervorragende Schützen. Dazu kommt Bank-"Mikrowelle" Darren Collison. Auf Seiten der Thunder, bei denen Westbrook und Durant gegen die Grizzlies mehr als 55 Punkte pro Spiel erzielten, schwanken die Leistungen der Rollenspieler oft erheblich. Coach Scott Brooks lässt zudem Spieler wie "Three-and-D"-Spezialist Thabo Sefolosha, den Scharfschützen Jeremy Lamb oder Big Man Nick Collison oftmals auf der Bank versauern. Auch der verlässliche Reggie Jackson bekommt zum Teil sehr wenig Spielzeit. Vorteil: Clippers.
  • "Unreliable" oder "Undeniable"?

    Weil es vor allem in Spiel vier und fünf etwas schlechter lief, wurde OKC-Superstar Kevin Durant von der Presse in Oklahoma City als "unzuverlässig" bezeichnet. Mit zwei starken Schluss-Spielen und Durchschnittzahlen von 29,9 Punkten, 3,4 Assists und 9,5 Rebounds über die gesamte Serie, ließ der diesjährige Regular-Season-MVP seine Kritiker jedosch schnell verstummen. Dennoch dauerte es ein wenig, bis der 25-Jährige gegen die Defense der Grizzlies einen Weg fand zu scoren. Für die Clippers gilt es, Durant erneut vor Probleme zu stellen. Völlig aus dem Spiel nehmen werden ihn die Mannen aus Los Angeles nicht können, zumal sie über keinen Lockdown-Verteidiger der Marke Tony Allen verfügen. Durant wird in dieser Serie womöglich erneut über sich hinauswachsen. Auf der Gegenseite steht und fällt das Spiel der Clippers mit Chris Paul. Die Oberschenkel-Probleme des Point Guards kommen da äußerst ungelegen.

Datum Heim Auswärts Ergebnis
13.11.
CLIPPERS Thunder 111:103
21.11.
THUNDER Clippers 105:91
23.2.
Thunder CLIPPERS 117:125
9.4.
Clippers THUNDER 107:111

Kevin Bell

LAOLA1-Tipp:
Bell Preusser Schauhuber Schmidt
4:3 THUNDER 4:3 THUNDER 4:3 THUNDER 4:3 THUNDER
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