Fastbreak: Tausche Weltfrieden gegen Panda

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Thank God it's Wednesday!

Eine weitere Woche in der besten Basketball-Liga der Welt ist Geschichte. Zeit für die LAOLA1-Redaktion, die jüngsten Ereignisse in der NBA Revue passieren zu lassen.

Wie gewohnt blicken wir dabei nicht etwa (nur) auf die Ergebnisse, sondern beleuchten unter anderem die Tops und Flops, die besten Clutch-Performances und das Power-Ranking. Ganz nebenbei räumen wir die Statistik-Ecke auf und diskutieren kontroverse Themen im "One-on-One".

Einsteigen, anschnallen! LAOLA1 startet den Fastbreak. Sei dabei und diskutiere mit!

 

 Der im Februar verstorbene, ehemalige Coach der University of North Carolina, Dean Smith, zeigte ein letztes Mal seinen besonderen Charakter. Der zweimalige NCAA-Champion und Hall-of-Famer ließ 180 seiner ehemaligen Spieler je 200 US-Dollar zukommen. Gemeinsam mit dem Scheck erreichte die Spieler auch ein kurzes Schreiben mit der letzten "Anweisung“ des Coaches: "Enjoy a dinner out!"

 Spätestens nach dem Wechsel von Utah-Center Enes Kanter zu den Oklahoma City Thunder im Zuge der Trade-Deadline wurde auch den letzten Basketball-Fans klar, dass der türkische Nationalspieler jahrelang einer jener Spieler war, die schlicht beim falschen Team und im falschen System "gefangen" sind. Bei OKC blüht der Big Man bislang (in der Offensive) auf. "Ich fühle mich wohl, alles ist am richtigen Platz und bin richtig glücklich, hier zu sein", sagte Kanter gegenüber Medienvertretern. Leider beließ er es dabei aber nicht und entschied sich, gegen die Jazz nachzutreten. "Als ich nach Oklahoma kam, habe ich erstmals gesehen, was ein NBA-Team ist. Es fühlt sich nun erstmals in meiner Karriere wie Basketball an", erklärte der Center, der außerdem angab, "nie" einen Point Guard gehabt zu haben. Er wisse zudem, dass er am Salzsee nicht Abend für Abend seine volle Leistung abgerufen habe. 

 Nicht zuletzt aufgrund der Rückkehr von Star-Center Dwight Howard blicken die Houston Rockets auf eine äußerst zufriedenstellende Woche zurück. In der Nacht zum Montag übernahmen die "Raketen" dann schlussendlich aufgrund des Sieges über Washington (und der gleichzeitigen Niederlage der Grizzlies) zwischenzeitlich Platz zwei in der Western Conference. Mittlerweile zog Memphis zwar wieder vorbei, doch gegen James Harden & Co. wird in den Playoffs garantiert endgültig niemand mehr spielen wollen. Selbes gilt auch für die San Antonio Spurs, die 14 der letzten 17 Spiele gewannen, deren Offensive allmählich wieder in Richtung Vorjahres-Finals-Niveau floriert und wo Kawhi Leonard den Unterschied zwischen "gut" und "sehr gut" macht. 

 Rückschlag für Craig Sager. Die Sideline-Reporter-Legende des US-Fernsehsenders "TNT" ist erneut an Leukämie erkrankt. Wie sein Sohn am Sonntag via "twitter" bekanntgab, "kämpft [Segar] mit neuen Hürden. Seine Leukämie ist in der Vorwoche zurückgekehrt und er unterzieht sich ähnlichen Behandlungen wie im Vorjahr." Es scheint, als müsse Sager den Kampf gegen den Krebs nun ein zweites Mal gewinnen. Alles Gute, Craig!

 

Nachdem wir in der Vorwoche an dieser Stelle Steve Nashs Karriereleistungen honorierten, thront diesmal einer der besten Freunde des kanadischen Point Guards über der Statistik-Ecke - Dirk Nowitzki. Der mittlerweile 36-jährige Power Forward ist seit nunmehr 17 Jahren untrennbar mit den Dallas Mavericks verbunden. In der bisherigen NBA-Historie verbrachten lediglich vier andere Spieler mehr Saisonen bei ein und der selben Franchise – John Stockton (19, Utah) Kobe Bryant (19, Lakers), Reggie Miller (18, Indiana) und Tim Duncan (18, Spurs). Der Würzburger ist demnach nicht nur ein kleiner Teil der Mavericks-Geschichte, er ist die Geschichte – ohne Übertreibung. Denn "Dirk" stand in sage und schreibe 1393 der exakt 3000 NBA-Spiele (46,4%) der Mavericks auf dem Parkett. 876 Mal siegten dabei die Texaner. Nowitzki bringt es in dieser Saison noch immer auf 17,4 Punkte pro Begegnung, womit er allerdings zum ersten Mal seit 1999/2000 nicht Top-Scorer der "Mavs" sein wird (Ellis 19,3). Egal, denn in puncto Scoring braucht sich der derzeit Siebtplatzierte der ewigen NBA-Scoring-Liste (27.986) vor niemandem – der nicht Kareem Abdul-Jabbar (38.387), Karl Malone (36.928), Kobe Bryant (32.482), Michael Jordan (32.292), Wilt Chamberlain (31.419) oder Shaquille O'Neal (28.596) heißt – verstecken. Sein einzigartiges Skill-Set spiegelt sich in seinem neuesten Meilenstein wider. Nowitzki ist der erste Spieler der NBA-Geschichte mit zumindest 25.000 Punkten, 10.000 Rebounds, 1000 Blocks und 1000 erfolgreichen Dreipunktern.

  • 3 - "Ich habe drei sehr gute Freunde in der Liga. Carmelo, C.P. und D-Wade. Dazu einen Haufen von Teammitgliedern", verriet LeBron James, dass er seine Freunde innerhalb der NBA an einer Hand abzählen kann.
  • 3 - Für Kevin Durant ist die Saison endgültig beendet. Der Forward der Oklahoma Thunder unterzog sich am Dienstag zum dritten Mal in sechs Monaten einer Operation an seinem verletzten Fuß.
  • 16 - Nachtrag zu Kevin Durant. Während seiner ersten sieben NBA-Saisonen verpasste der amtierende MVP lediglich 16 Spiele (3% aller möglichen Partien). Alleine am Ende der laufenden Spielzeit werden es 55 gewesen sein.
  • 17 - Nerlens Noel (76ers) wird im Kampf um den Rookie-of-the-Year-Award ein Wörtchen mitzureden haben. Mit 17 "Double-Doubles" führt er die Erstjahresprofis in dieser Kategorie an.
  • 25 - Mike Krzyzewski (Duke), Tom Izzo (Michigan St.), John Calipari (Kentucky) und Bo Ryan (Wisconsin). Was sich wie das Who-is-who der College-Basketball-Coaches liest, ist auch das Who-is-who der College-Basketball-Coaches. Zusammen erreichte das Quartett bereits 25 Mal das "Final Four" des NCAA-Tournaments. In der kommende Woche treffen sich die vier Trainer ebenda.
  • 30 - Nur die Trail Blazers, Warriors und Hawks verbuchten bislang 30 oder mehr Heimsiege.
  • 33 - Bis zum vergangenen Sonntag gingen die Dallas Mavericks insgesamt 33 Mal mit einer Führung ins Schlussviertel. Erst Indiana brachte, beim 104:99, das Kunststück fertig, die Texaner dennoch zu schlagen. Damit gibt es in der gesamten NBA nun kein Team mehr, dass nicht mindestens einmal eine Führung im vierten Viertel verspielte.
  • 34 - Der türkische Nationalspieler Ersan Ilyasova verbuchte bei Milwaukees 111:107-Erfolg gegen die Pacers mit 34 Zählern ein neues Career-High. Er traf dabei zwölf seiner 14 Würfe.
  • 55 - In der vergangenen Woche jährte sich nicht nur Michael Jordans erste NBA-Rückkehr zum 20. Mal. Auch seine legendäre 55-Punkte-Performance - in seinem erst fünften (!) Spiel nach seinem Comeback – gegen die New York Knicks ist bereits zwei Jahrzehnte her.
  • 61 - Mit 61 Siegen haben die Golden State Warriors längst einen Franchise-Rekord aufgestellt. Von den letzten zwölf Teams, die die 60-Siege-Marke durchbrachen, krönten sich gleich neun (!) zu NBA-Champions.
  • 65 - Beim 101:88 der Atlanta Hawks über Milwaukee explodierte Kyle Korver im dritten Viertel innerhalb von 65 Sekunden für elf Punkte (4-4 FG, 3-3 Dreier). In den restlichen rund 33 Minuten schrieb der Shooting Guard aber dafür gar nicht an.
  • 237 - Zugegeben, heute sind die Mavericks vielleicht etwas überrepräsentiert. Mark Cuban, der GM der Dallas Mavericks, bezeichnete Monta Ellis jedenfalls kürzlich als "Warrior". Was er damit meinte, ist schnell erklärt. Denn beim 99:104 in Indiana war der Shooting Guard zum ersten Mal nach 237 aufeinanderfolgenden NBA-Einsätzen verletzungsbedingt nur Zuseher. Der aktuelle "Iron Man" der Liga ist allerdings ein anderer. DeAndre Jordan (LA Clippers) bestritt am Dienstag gegen Golden State sein 311. Spiel ohne Unterbrechung.
  • 1990 - Nach dem Rücktritt von Steve Nash sind in der NBA nur noch zwölf Spieler aktiv, die in den 1990ern gedraftet wurden. Es sind dies: Kevin Garnett (1995/5. Pick), Kobe Bryant (1996/13), Tim Duncan (1997/1), Vince Carter (1998/5), Dirk Nowitzki (1998/9), Paul Pierce (1998/10), Nazr Mohammed (1998/29), Elton Brand (1999/1), Andre Miller (1999/8), Shawn Marion (1999/9), Jason Terry (1999/10) und Manu Ginobili (1999/57).

 

Jordan Clarkson ist einer der wenigen Lakers-Lichblicke der laufenden Saison. Im Duell der beiden schlechtesten Teams der Western Conference, dem 101:99-Auswärtssieg gegen Minnesota, verwandelte der Youngster 0,3 Sekunden vor dem Ende der Overtime zwei wichtige Freiwürfe. Dadurch waren die späten Punkte von Chase Budinger (Dreier am Ende der regulären Spielzeit) und Gorgui Dieng (kurz vor Ende der Overtime), die jeweils den Ausgleich brachten, null und nichtig.

Allerdings hielten sich die Feierlichkeiten für Clarkson im Rahmen, denn durch den Sieg laufen die Lakers nun Gefahr, ihren Draftpick für die kommende Saison zu verlieren. Sollte dieser nämlich außerhalb der Top 5 liegen, muss dieser an die 76ers abgegeben werden.

Für die Lakers wäre es somit besser, gar nicht mehr zu gewinnen. An dieses Vorhaben scheinen sich auch alle - mit Ausnahme von, richtig, Jordan Clarkson - zu halten. Denn der Guard versenkte beim 113:111-Auswärtssieg seiner Farben in Philadelphia erneut den Game-Winner, diesmal per einem Hakenwurf aus kurzer Distanz. Mit dieser neuerlichen "Clutch"-Performance zog er dann sogar den Unmut der Fans auf sich. "Jordan Clarkson ist der Draft-Pick egal" oder: "Wer braucht schon einen Top-5-Pick, wenn man Clarkson, Brown, Kelly und Sacre hat?", setzt es im World Wide Web nun Häme.

Über ihren Double-Overtime-Sieg freuen können sich hingegen die Washington Wizards. Weil John Wall 3,3 Sekunden vor der Schlusssirene auf 89:89 stellte und auch in der Verlängerung gut aufspielte und Dreier, Mid-Range-Jumber und Layups fallen ließ.

 

Es war einer der großen Mythen der NBA. Dikembe Mutombo, einer der besten Shotblocker der Geschichte, soll auf einer Party im Jahr 1991 - als er noch Student an der renommierten Georgetown University (Washington D.C.) war - mit dem Rundruf "Who wants to sex Mutombo?" die weiblichen Gäste begrüßt und wenig später mit zwei von ihnen nach Hause gegangen sein.

Jahrelang suchten US-amerikanische Journalisten vergebens nach der Wahrheit hinter der Anekdote. Nun gelang es dem Moderatoren-Trio der empfehlenswerten "ESPN"-Show "Highly Questionable", Alonzo Mourning, dem ehemaligen Teamkollegen Mutombos bei den "Hoyas", die Bestätigung des Mythos' zu entlocken.

Bleibt aber noch die Frage, wohin die Drei verschwunden sind. Sicher nicht in Mutombos "House"...

 


"Wir fühlen uns, als könnten wir in einer 'Best-of-seven'-Serie jeden schlagen", sagte Houston-GM Darly Morey nachdem sein Team den zweiten Platz im Westen am Sonntag vorrübergehend eroberte. Aber: 

Sind die Houston Rockets nun tatsächlich ein Topfavorit auf den Titel?

Contra (Kevin Bell): Ich gebe zu, dass ich die Rockets vor der Saison nicht an der Spitze, sondern auf Platz acht sah. Nach der vermeintlich schwachen Off-Season und den Verletzungen während der Saison ist es beeindruckend, dass Houston bis zuletzt um Rang zwei kämpfen wird. Ein James Harden in MVP-Form, der die zwölftbeste Offensive (107,4 Punkte pro 100 Angriffe) der NBA anführt und in der siebentbesten Defense (104 Gegenpunkte) versteckt werden kann, machen die Rockets aber trotzdem höchstens zu einem Geheimfavoriten. In beiden Kategorien haben die Texaner nämlich gegen die allermeisten Konkurrenten im Westen das Nachsehen. Klar, die Rückkehr des langzeitverletzten Howard eröffnet dem Team an beiden Enden des Feldes neue Dimensionen, allerdings wiegt das Saisonaus von "Kettenhund" Beverley schwer. Konnten die Rockets die Schwächen von Harden bislang zwischen Small Forward Ariza und eben ihrem Point Guard kaschieren, stehen sie für die Playoffs nun vor einem (Cross-)Matchup-Problem. Wer verteidigt den potentesten Backcourt-Spieler des Gegners? Harden wohl eher nicht. Zumal der "Bart" in der Offense zu viel Last tragen muss - auch ein Problem. Denn die Gegner haben in der Postseason tagelang Zeit, sich auf den zweitbesten Scorer der Liga einzustellen und dessen Stärken zu neutralisieren. Zudem wird in den Playoffs langsamer gespielt und die Pfiffe (= Freiwürfe) werden weniger, was Harden auch nicht entgegenkommt. Ich lasse mich gerne wieder überraschen, aber ein Topfavorit ist Houston nicht.

Pro (Hubert Schmidt): Die Houston Rockets dürfen sich zu den ernsthaften Titelanwärtern zählen. Trotz großer Verletzungsprobleme mischen sie acht Spiele vor Ende noch um den zweiten Platz in der so starken Western Conference mit. Die Ingredienzien für einen langen Playoff-Run sind da: Ein James Harden, der zu den Allerbesten der NBA gehört und seine Leistung Abend für Abend abruft. Ein Dwight Howard, der, wenn er fit ist, der beste Center der Liga sein kann. Ein Supporting Cast, der mehr Ausgeglichenheit bringt, als man auf den ersten Blick auf die Scoring-Dominanz von Harden vermuten würde. Trevor Ariza, Terrence Jones, Corey Brewer, Donatas Motiejunas, Josh Smith – all sie scoren in dieser Saison ebenso zweistellig und bringen Qualitäten in der Verteidigung mit. Mit Patrick Beverley wäre noch ein achter Spieler mit Double Figures im Kader. Der Ausfall des Defensiv-Asses schmerzt, allerdings wird er durch die Routine von Jason Terry und Pablo Prigioni abgefedert. Mit Beverley weist Houston heuer eine Siegquote von 62,5 Prozent auf und ohne ihn eine von 83,3 Prozent. Und schließlich gibt es noch einen defensivstarken Kostas Papanikolaou, auf dessen Comeback die Rockets bis zu den Playoffs hoffen. Wie schon vor der Saison gilt: Houston könnte in der ersten Runde scheitern. Doch die Leistungen der Texaner im Laufe des Spieljahres waren so stark, dass ihnen in der ausgeglichenen Meisterschaft alles zuzutrauen ist.

 

Eine der schwärzesten Stunden der NBA-Geschichte ist auf ewig untrennbar mit seinem (früheren) Namen verbunden. Am 19. November 2004 stand Indiana-Pacers-Profi Ronald William "Ron" Artest Jr. beim Auswärtssieg im Palace of Auburn Hills zu Detroit im Mittelpunkt eines folgenschwersten "Brawls". Der 2,01m große Forward prügelte sich nicht nur mit Gegenspielern, sondern auch mit Fans auf der Tribüne. Wegen des Vorfalls musste Artest in der Folge 73 Spiele aussetzen.

Rund sieben Jahre nach "Malice at the Palace" schmunzelten deshalb nicht wenige, als er seinen Namen im September 2011 ausgerechnet in Metta World Peace änderte und als solcher noch bis 2014 in der NBA spielte.

Nach seinem Wechsel zu den Sichuan Blue Whales im August 2014 setzte World Peace aber dann noch einen drauf. Der 34-Jährige änderte seinen Namen für die chinesische CBA nämlich in "The Panda’s Friend".

In der Vorwoche wurde nun sein Abschied aus China in Richtung Europa bekannt. Ron Artest alias Metta World Peace alias The Panda’s Friend kommentierte seinen Transfer zu Pallacanestro Cantu in die italienische Serie A so:

 

Kevin Bell

Bell
Schmidt
  1. Golden State Warriors
  1. Golden State Warriors
  1. Atlanta Hawks
  1. Atlanta Hawks
  1. San Antonio Spurs
  1. San Antonio Spurs
  1. Memphis Grizzlies
  1. Memphis Grizzlies
  1. Cleveland Cavaliers
  1. Houston Rockets
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