Gasol als Hemmschuh der Lakers?

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Bei den Lakers läuft es weiterhin nicht rund.

Zwar mischen sich neuerdings starke Spiele wie der 115:89-Sieg in Dallas oder der 122:103-Erfolg gegen Denver zu den desaströsen Vorstellungen wie beim 97:113 in Sacramento oder beim 103:113 gegen Orlando.

Doch die 8:9-Bilanz und Rang acht nach 17 Spielen ist alles andere als zufrieden stellend oder beruhigend.

Denn Teams wie Dallas, Minnesota oder auch Denver, die im Moment allesamt knapp hinter den Lakers liegen, werden noch ein gehöriges Wort im Kampf um die Playoffs mitreden.

War zu Beginn der mittlerweile gefeuerte Coach Mike Brown samt seiner viel kritisierten Offense der Sündenbock, so hat man sich in Hollywood nun offenbar auf Pau Gasol eingeschossen.

Körperliche und systemische Probleme

In den Finals 2010 noch der heimliche MVP, sollte der Spanier nur ein Jahr später getradet werden. Nur das Veto von NBA-Commissioner David Stern verhinderte dies.

Der mittlerweile 32-Jährige nahm dies - im Gegensatz zu einem Lamar Odom - professionell hin und brachte seriöse Leistungen.

Nun wird das Wohlwollen des vierfachen All-Stars und ehemaligen WM- und EM-MVPs erneut auf eine Probe gestellt.

In der Guard orientierten Offense von Neo-Coach Mike D'Antoni muss sich Gasol mit weniger Touches begnügen, findet sich mehr in der Rolle eines Amare Stoudemire wieder, ist aber wenig überraschend nicht besonders gut dafür geschaffen.

Dazu gesellten sich körperliche Probleme: Tendinitis in beiden Knien schränkt den Forward/Center seit Saisonbeginn etwas ein.

In der Crunch-Time auf der Bank

Die bislang schwächste Punktausbeute (12,6) und Trefferquote (42,0 Prozent) seiner bisherigen NBA-Karriere boten genug Angriffsflächen in der Öffentlichkeit.

Ein Trade steht ohnehin die ganze Zeit über im Raum.

Seit Montagnacht wird noch intensiver darüber diskutiert, wie lange der offensiv wohl vielseitigste Big Man der Liga noch das gold-violette Dress tragen wird.

Denn bereits zum zweiten Mal in den letzten fünf Spielen verbrachte Gasol die Schlussphase eines Spiels auf der Bank. Antawn Jamison bekam von Coach D'Antoni den Vorzug.

Kurioserweise lagen die Lakers gegen Orlando bei Gasols Auswechslung 6:07 Minuten vor Schluss mit 84:83 voran und verloren die Restzeit mit 19:30.

Gasol beendete den Abend mit elf Punkten (4/11 Würfe), sieben Rebounds, zwei Assists und einem Block in 29 Minuten.

Bryant empfiehlt "big-boy pants"

"Ich lasse mich davon nicht irritieren", gab der 2,13-Meter-Mann nach der Partie preis. "Ich will auf dem Feld sein. Als Spieler regt es mich auf, aber ich werde nicht zulassen, dass es mich irritiert."

Kobe Bryant gibt seinem Kollegen überhaupt den Rat, seine "big-boy pants" anzuziehen. "Pass dich einfach an. Du kannst deswegen nicht weinen. Du kannst dich nicht darüber beschweren."

Der Coach sieht ohne Gasol athletische Vorteile. Eine "Twin-Tower"-Aufstellung mit Howard/Gasol passt nicht so recht in das Konzept des Run-and-Gun-Verfechters.

Trade für beide Seiten das Beste?

Die schwache Saison eines ihrer Stars ist sicher ein Mitgrund für die enttäuschende Bilanz der Lakers.

Doch sie an ihm festmachen, wird nicht helfen. Dünne Bank, Turnovers, Defense, die Verletzung von Steve Nash - die Misere hat viele Ursachen.

Ein Eindruck verhärtet sich jedoch mehr und mehr: Von einem Trade dürften sowohl der Klub, als auch der Spieler profitieren.

Die Frage ist nur, ob sich ein Tauschpartner findet, der den hoch dotierten Gasol-Vertrag übernehmen und für die Lakers sinnvolle Spieler dafür aufgeben würde.

Hubert Schmidt

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