Die NBA-Saison ist gerettet

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NBA-Lockout findet ein provisorisches Ende

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"Das einzige, was ich jetzt fühle ist 'endlich'." Heat-Star Dwyane Wade spricht wohl vielen Basketball-Fans aus der Seele.

Der Tarifstreit in der NBA ist beendet. Die Saison 2011/2012 findet also doch statt.

Das ergab eine 15-stündige Verhandlung zwischen Vertretern der Klubbesitzer und der Spieler in New York.

Beide Seiten bekommen 50 Prozent

Vorerst gibt es eine provisorische, also vorläufige Vereinbarung zur Beendigung des seit dem 1. Juli andauernden Lockouts. Die Klub-Einnahmen sollen zu je 50 Prozent an Spieler bzw. Teamführungen fließen.

Unter dem alten Tarifvertrag erhielten die Spieler 57 Prozent der Einkünfte. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren würde der neue Kontrakt ungefähr drei Milliarden Dollar zu den Klubbesitzern umverteilen.

Dennoch geben sich die Profis erleichtert. "Es ist großartig, endlich zu derartigen Nachrichten aufzuwachen", freut sich Kevin Martin von den Houston Rockets.

Dribblings, Dunks und Defense

„Wir haben eine provisorische Übereinkunft erreicht, die nun noch verschiedene Instanzen durchlaufen muss. Aber wir sind sehr optimistisch, dass diese Hürden genommen werden“, so NBA-Commissioner David Stern.

Auch ein Termin für die ersten Spiele wurde bereits fixiert: am 25. Dezember wird das erste Mal gedunkt! Vorausgesetzt es kommt zu einer Mehrheit auf beiden Seiten.

Für die NBA müssen 15 von 29 Klubbesitzern den ausgehandelten Bedingungen zustimmen - die New Orleans Hornets sind in Besitz der Liga und haben daher keine Stimme. Auf Spielerseite reicht die einfache Mehrheit der rund 430 organisierten Profis.

Einige Hindernisse

Da sich die Spieler-Union auflöste, nachdem Stern ihr kürzlich ein 47-Prozent-Angebot vorlegte, muss sie sich wieder formieren. Erst dann können die Profis über den neuen Kollektiv-Vertrag abstimmen.

Bei gewissen Punkten wie Drogentests müssen Spieler und Liga erst eine Übereinkunft finden.

"Wir sind sehr froh, so weit gekommen zu sein. Es ist aber noch viel Arbeit zu tun", tritt Commissioner Stern leicht auf die Euphorie-Bremse.

"Für niemanden eine einfache Einigung"

Der Streit um die Verteilung der Klub-Einnahmen von ca. vier Milliarden Dollar befand sich seit Sommer in einer Sackgasse. Seit 1. Juli sperren die Team-Besitzer ihre Spieler aus den Hallen.

In der Nacht auf Samstag saßen Vertreter beider Seiten zusammen, um zu retten, was zu retten war.

"Es war für niemanden eine einfache Einigung. Die Besitzer erlitten große Verluste und meinten, dass das System nicht für alle Teams fair war. Ich bin mir sicher, dass die Spieler eindeutige Vorstellungen davon hatten, was sie von dem System bekommen sollten. Es waren Kompromisse auf beiden Seiten nötig - und das haben wir heute gesehen", fasst Sterns Stellvertreter Adam Silver die Verhandlungen zusammen.

"Die Klage war nicht der Grund"

149 Tage nach Beginn des Lockouts steht fest: Am 9. Dezember sollen die Trainingscamps der NBA-Teams gestartet und die Hallen wieder geöffnet werden. Dann beginnt auch die Free-Agency-Periode, Spieler ohne Vertrag können also wechseln.

Die Einigung erfolgte relativ kurz nachdem die Spieler Klage gegen die Klubbesitzer einreichten. Hätte das Gericht den Lockout als illegal gewertet, hätten die Profis bis zu sechs Milliarden Dollar Schadenersatz erwarten können.

Commissioner Stern will nichts von einem Zusammenhang wissen: "Die Klage war nicht der Grund für die Einigung. Wir haben Fans, wir haben Spieler, die spielen wollen, und wir haben andere, die von uns abhängig sind. Es war immer unser Ziel, eine Einigung zu erreichen, die für beide Seiten fair ist. Das brauchte Zeit."

Drei Leckerbissen zum Start

Bis zu den Christmas Games bleiben den Teams dann 16 Tage, um sich auf die auf 66 Spiele vekürzte Saison vorzubereiten.

Zum Auftakt warten drei echte Leckerbissen auf die Fans. So treffen die New York Knicks auf die Boston Celtics, danach kommt es zur Final-Revanche zwischen Champion Dallas Mavericks und Vize Miami Heat.

Und zum Abschluss des ersten Spieltags duellieren sich die Los Angeles Lakers und die Chicago Bulls.

"Wir wollen spielen!"

„Wir dachten, es ist in beiderseitigem Interesse, eine Einigung zu erreichen und das Spiel zu retten“, so Billy Hunter, der Vorsitzende der Spielergewerkschaft.

Und David Stern ergänzte mit seinem strahlendsten Lächeln: „Wir wollen Basketball spielen!“

Für die Fans heißt das: Lasset die Spiele beginnen – am 25. Dezember!

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