"König" statt "Versager"

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Schmaler Grat: Vom "Versager" zum "König"

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Ein Rebound, ein Foul oder ein getroffener Freiwurf der San Antonio Spurs im sechsten Finalspiel mehr – und er wäre wohl wieder einmal als der große Loser hingestellt worden. Kein Wunder, hat LeBron James durch seine Vereinigung mit Dwyane Wade und Chris Bosh in Miami selbst dafür gesorgt, dass die bei ihm angelegten Maßstäbe alles andere als einen Titelgewinn als Versagen einordnen.

Hätten die Spurs den Sack zugemacht, James hätte die Gelegenheit gar nicht mehr bekommen, der Welt zu zeigen, warum er der derzeit unumstritten beste Basketballer des Planeten ist.

San Antonios Taktik, ihn wie in den Finals vor sechs Jahren von außen gewähren zu lassen, ging in der entscheidenden siebenten Partie nicht auf. Zu hart hat der Small Forward an seinem Wurf gearbeitet, zu sehr hat ihn die damalige 0:4-Niederlage mit den Cavaliers motiviert, noch besser zu werden.

Obwohl James auch über die ersten sechs Partien der beste Spieler der heurigen Finalserie war, zeigte er Unzulänglichkeiten, die ihn angreifbar gemacht hätten. Doch die Performance im alles entscheidenden Spiel? 37 Punkte, die vermeintliche Schwäche Wurf zur großen Stärke gemacht.

Ja, die Missgunst der meisten Basketball-Fans hat sich der „King“ durch seinen Wechsel zu den Heat zugezogen. Doch mit seiner Leistung in der Nacht auf Freitag hat sich der vierfache MVP und zweifache Finals-MVP wohl den Respekt des letzten Zweiflers gesichert. Um eine Ikone wie Michael Jordan zu werden, ist er wohl bei vielen zu verhasst. Das Potenzial, MJ in Sachen Trophäen einzuholen, hat er aber allemal.

Hubert Schmidt

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