Knacken Pacers den Heat-Code?

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Haben die Pacers das Patentrezept gegen die Heat?

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Die große Bühne ist bereits in Sichtweite.

Nur die Conference Finals ("best-of-seven") trennen die Miami Heat und die Indiana Pacers von den NBA Finals.

Die Kontrahenten kennen sich bereits: Schon in der vergangenen Saison trafen sie in den Playoffs aufeinander, damals kreuzten sie eine Runde früher die Klingen.

Die Heat standen nach drei Spielen bereits mit dem Rücken zur Wand, eine Leistungsexplosion von LeBron James und Dwyane Wade drehte die Serie aber von 1:2 auf 4:2.

Die Heat haben sich seitdem gefestigt und endgültig dem "Small Ball" verschrieben, angeführt von Superstar James fuhren sie in der Regular Season den besten Record der Liga ein.

Die Pacers machten indes einen weiteren Sprung, insbesondere Paul George übernahm in der verletzungsbedingten Abwesenheit von Danny Granger mehr Verantwortung denn je.

Roy Hibbert und Co. schafften es mit der effizientesten Defensive der Liga zur drittbesten Bilanz im Osten, in den Playoffs zwangen sie die Atlanta Hawks und die New York Knicks in je sechs Spielen in die Knie.

Die Heat hatten deutlich weniger zu kämpfen, einem Sweep-Spaziergang gegen die Milwaukee Bucks folgte ein 4:1 gegen von Verletzungen durchlöcherte Chicago Bulls - Wermutstropfen waren die durchwachsenen Leistungen des angeschlagenen Dwyane Wade.

Nun wartet auf beide Teams die härteste Prüfung der bisherigen Postseason. LAOLA1 beleuchtet die Brennpunkte der Serie.

Das spricht für die Heat

Die Offense-Maschinerie

Wenn sie im Rollen ist, ist die Offense der Heat schlicht und einfach beängstigend. Head Coach Erik Spoelstra fokussiert sich auf die zwei effizientesten Würfe: Dreier und Abschlüsse nahe am Korb. Es kommt den Pacers einigermaßen gelegen, dass sie sich ohnehin auf das Verhindern eben dieser konzentrieren und ihre Gegner nach Möglichkeit in Midrange-Jumpshots zwingen. So hervorragend das gegen die Knicks funktionierte, so viel schwerer könnte es gegen Miami werden. Mit Ray Allen, Shane Battier, Mike Miller und dem in den Playoffs brennheißen Norris Cole (11/16) verfügen die Titelverteidiger über zahlreiche Rollenspieler, die von außen treffen und das Spiel somit in die Breite ziehen. Zudem steht mit Chris Bosh ein Center auf dem Parkett, der über einen guten Wurf verfügt und Leuchtturm Roy Hibbert somit aus der Zone, seinem üblichen Jagdrevier, locken kann. Zum Drüberstreuen gibt es noch einen gewissen LeBron James, der seinen Meister in unzähligen Spielen noch nicht gefunden hat - gegen die Pacers wird wohl Paul George den Löwenanteil dieses Matchups übernehmen. Knochenarbeit für den Jungstar, dessen Energie auch in der Offense gebraucht wird.

Schnelligkeit

Die Heat verfügen zwar nicht über die größten Spieler, dafür stehen umso flinkere Akteure in ihren Reihen. Das meistgenutzte Small-Ball-Lineup Chalmers-Wade-Battier-James-Bosh verschafft den Heat gegen fast jeden Gegner einen Geschwindigkeits-Vorteil, der allerdings auch nötig ist, um die resultierenden Defizite am Rebound und im Post auszugleichen. Spoelstra kann seinem Gegenüber Frank Vogel verschiedenste Varianten von Cole/Chalmers/Allen/Miller/Battier/Lewis-Wade-James-Bosh an den Kopf werfen, alternativ hat er mit Udonis Haslem und Chris Andersen zwei echte Big Men, die West und Hibbert physisch die Stirn bieten können.

Das spricht für die Pacers

Roy Hibberts Überform

Der Star der Zweitrunden-Serie gegen die Knicks hieß Roy Hibbert. Der baumlange Center stand unter dem Korb gegen Carmelo Anthony und Co. seinen Mann und brachte jeden, der es wagte, zum Korb zu ziehen, zur Verzweiflung. Mit einem Verteidigungsstil voller Finesse - Hibberts Körper geht stets gerade nach oben, zu unnötigen Fouls lässt sich der 26-Jährige kaum hinreißen - sammelte er Block um Block. Auch das Center-Duell gegen Tyson Chandler oder Kenyon Martin ging klar an den Mann aus Indianapolis. Durch sein hohes Arbeitspensum läuft der 2,18 m große All-Star (2012) trotz aller Vorsicht und Geschicklichkeit stets Gefahr, in Foulprobleme zu geraten - ein Umstand, den die Heat mit aller Kraft forcieren werden.

Rebounds

In der Regular Season waren die Pacers mit einer Rebound-Rate von 52,9% das beste Team der Liga. Der Kampf am Brett ist zugleich die größte Schwäche der Heat, die durch ihren Größen-Nachteil bedingt nur 49,0% aller Würfe rebounden - Nummer 21 der Liga. In der bisherigen Postseason agierten in diesen Belangen beide Teams über ihrer Normalform - die 55,8% der Pacers sind klarer Bestwert, mit 51,3% folgen die Heat aber schon auf Platz drei. Da der Turnover-Battle mit hoher Wahrscheinlichkeit an James und Co. gehen wird, müssen die Herausforderer über Rebounds an zusätzliche Possessions kommen. Vor allem am offensiven Board wird es spanned, wie viele Bälle sich David West und Co. krallen werden.

Martin Schauhuber

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