Chris Paul soll Geschichte der Clippers umschreiben

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Er könnte die Geschichte umschreiben, ein notorisches Loser-Team endlich wettbewerbsfähig machen.

Chris Pauls Wechsel zu den Los Angeles Clippers könnte der lang ersehnte Wendepunkt für eine gebeutelte und oft belächelte – wenn nicht sogar ausgelachte – Franchise sein.

Die 27-jährige Historie der Clippers ist gespickt mit enttäuschten Erwartungen. Nur vier Mal konnte das Team in die Playoffs einziehen.

Die Geschichte einer Loser-Franchise

Deutlich öfter – nämlich sechs Mal – beendete das Team von Präsident Andy Roeser eine Saison mit 20 oder weniger Siegen. Exklusive der Lockout-Saison von 1998, als die Clippers nur neun Mal gewannen.

Als College-Superstar Danny Manning 1988 an erster Stelle aus dem Draft gezogen wurde, hoffte die Franchise erstmals auf ein goldenes Zeitalter. Nachdem er wegen einer Knieverletzung beinahe die komplette Spielzeit 1988/89 verpasste, konnte der  2,08-Meter-Hoffnungsträger den hohen Erwartungen nie gerecht werden.

Eine noch größere Enttäuschung stellte Michael Olowokandi dar. Der 1998 an Nummer eins gepickte und als Retter hochstilisierte Center kam in seiner ganzen Karriere nie über das Mittelmaß hinaus.

Griffin sorgt für Deja-vu

Elton Brand, Corey Maggette und Co. führten die Clippers 2006 zum bislang einzigen Mal in die zweite Playoff-Runde, ehe die Postseason in der folgenden Saison verpasst wurde und das vielversprechende Team auseinanderbrach.

Mit der Verpflichtung von Baron Davis 2008 sollte der Erfolg zurückkommen. Nach weniger als drei enttäuschenden Spielzeiten zog die Teamführung vergangenen Februar die Reißleine und schob den Point Guard nach Cleveland ab.

Als Nummer-1-Pick Blake Griffin seine gesamte Rookie-Saison 2009/10 wegen einer Knieverletzung verpasste, wurden bittere Erinnerungen wach. Doch es kam anders: Eine großartige Saison 2010/11 verschaffte dem 22-Jährigen nicht nur die verspätete Ehrung zum Rookie des Jahres. Er scheint auch ein wichtiger Grund zu sein, warum Paul sich letztendlich für die Clippers entschied.

Willkommen in „Lob City“

„Blake hat herausragend gespielt und wir wollen den nächsten Schritt machen“, freut sich der 26-jährige All Star auf die Zusammenarbeit mit dem amtierenden Slam-Dunk-Champion.

Auch Griffin hofft, vom Zusammenspiel mit dem wohl besten Point Guard der Liga profitieren zu können. In einer ersten Reaktion auf den Monster-Trade und in Erwartung vieler Lob-Pässe vom viertbesten Assistgeber der vergangenen Saison benannte der Power Forward Los Angeles kurzerhand in „Lob City“ um.

Die Clippers wollen die Vergangenheit ruhen lassen, eine neue Ära einläuten. „Bei meiner Entscheidung ging es nicht um die Vergangenheit, sondern um die Gegenwart und um die Zukunft“, spricht Paul eine ähnliche Sprache.

Gordon und Kaman müssen gehen

Die Chancen stehen so gut wie nie zuvor. Es finden sich mit Paul und Griffin nicht nur zwei All Stars im Kader wieder, zuletzt konnte mit Chauncey Billups ein erfahrener Backup für den Superstar verpflichtet werden. Neuzugang Caron Butler ist eine solide Option für die Small-Forward-Position. Zudem konnte der junge, aufstrebende Center DeAndre Jordan gehalten werden.

 „Wir hatten zwei Möglichkeiten: Wir konnten den Aufbau fortsetzen oder die Kultur der Organisation komplett verändern und sofort  oben mitspielen“, erklärt General Manager Neil Olshey.

Schließlich wählte Teambesitzer Donald Sterling die zweite Option und entschied sich für den Paul-Trade, auch wenn dies den Abschied von Eric Gordon und Chris Kaman zur Folge hatte.

„Ich bin ehrgeizig wie verrückt“

„Mit einem Mal haben wir alles erreicht. Wir haben die Erfolgsaussichten stark verändert. Chris hat sich für uns entschieden. Ich will Spieler, die hier sein wollen“, freut sich Olshey. Und Paul will bei den Clippers sein.

Paradoxerweise scheint ihm gerade das Loser-Image der Franchise bei seiner Entscheidung geholfen zu haben. „Ich bin ehrgeizig wie verrückt. Ich glaube, das macht mich zu dem Spieler, der ich bin. Ich weiß, dass sie hier noch nie einen Meistertitel gewonnen haben, aber ich will Teil so einer großen Sache sein“, gibt sich der neue Heilsbringer motiviert und zeichnet sein Ziel vor:

„Ich will Clippers-T-Shirts in der ganzen Stadt sehen. Ich will, dass jeder ins Staples Center kommt, um uns spielen zu sehen. Und am Ende will ich hier gewinnen.“

 

Manuel Preusser

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