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Asceric: „Mein junges Team kann sehr stolz sein“

Der hart erkämpfte 77:76-Erfolg von Österreichs Basketball-Nationalteam über die bis dahin ungeschlagene Niederlande macht Lust auf mehr. Aus dem Nichts kam dieser aber nicht.

Bereits beim Auswärtsspiel in Almere war das ÖBV-Team knapp an einem Überraschungs-Coup vorbeigeschrammt, damals zog man aber noch mit 60:63 den Kürzeren.

Diesmal hatte das Team von Neno Asceric das Glück auf seiner Seite. Dabei hat es selbiges in der hitzigen Schlussphase bis zum Letzten strapaziert.

Dramtik pur

Als Hannes Ochsenhofer sechs Sekunden vor Ende beim Stand von 77:74 für Österreich zu zwei Freiwürfen antrat schien das Spiel bereits entschieden. Lediglich einmal musste der 26-Jährige treffen um den Sieg Österreichs zu fixieren. Doch sein erster Versuch sprang vom Ring zurück ins Feld. Die Anspannung beim zweiten war dementsprechend groß. Doch auch diesmal versagten Ochsenhofer die Nerven.

So witterten die Niederländer, bei denen mit Starting-Forward Robin Smeulders ein Halb-Österreicher spielte, noch einmal ihre Chance. Ein persönliches Foul und die daraus reslutierenden Freiwürfe ermöglichten ihnen tatsächlich noch einmal die Chance sich in die Verlängerung zu retten.

Jansen trat an und verwandelte den ersten Versuch sicher. Den zweiten wollte er an den Ring setzten, damit der Ball ins Spiel zurück und per Rebound zum Ausgleich in den Korb gebracht werden kann. Doch auch dieser ging, diesmal versehentlich, in den Korb und so endete das Spiel 77:76 für Österreich.

Dementsprechend zufrieden war Teamchef Asceric: „Wir haben uns den Sieg in diesem wirklich aufregenden Spiel absolut verdient.“

Ähnlicher Meinung war auch Richard Poiger: „In einem engen Spiel haben wir einfach die richtigen Entscheidungen getätigt. Und wir haben über 40 Minuten hart für den Sieg gekämpft.“

NBA-Profi kaum zu bändigen

Weniger zufrieden waren nach Schlusspfiff klarerweise die favorisierten Gäste. Vor allem NBA-Profi Francisco Elson, mit 19 Punkten Topscorer der Niederländer, war kaum mehr einzukriegen.

Der 2,13m-Hühne stürmte fluchend über das Feld. Auslöser seiner unschönen Worte waren vor allem die schwache Leistung der Schiedsrichter und der Herren am Schreiberpult. 

Mit welchen auch Bondscoach Gadi Kedar alles andere als zufrieden war: „Normalerweise spreche ich nicht über Referees, aber sie waren schlimm. Was allerdings am Schreiberpult passierte war noch viel schlimmer.“

„Da standen plötzlich Fehler von Spielern, die nie gemacht wurden. Arvin Slagter, ein sehr wichtiger Spieler, war plötzlich mit fünf Fouls draußen. Dabei hat er vielleicht gerade einmal ein oder zwei Fouls auch tatsächlich begangen“, konkretisierte er seine Vorwürfe.

Jugend überzeugte

Ganz aus der Verantwortung wollte Kedar sein Team aber auch nicht nehmen. „Auch wir haben genügend Fehler gemacht. Immerhin lagen wir im Verlauf des Spiels bereits acht Punkte voran, konnten den Vorsprung aber leider nicht halten.“

„Es gibt zahlreiche Gründe für diese Niederlage. Aber das Resultat wird immer dasselbe bleiben.“

Zur Freude der Österreicher, die den NBA-erfahrenen Niederländern mit einer ausgesprochen jungen Team Paroli bieten konnten.

Im letzten Drittel standen mit Rasid Mahalbasic, Thomas Klepeisz, Moritz Lanegger und Anton Maresch phasenweise vier Spieler mit Jahrgang 1990 oder jünger gleichzeitig auf dem Feld.

„Mein junges Team kann sehr stolz sein“, war auch Asceric mit seinen Nachwuchskräften zufrieden.

Einer ragte erneut heraus

Vor allem Mahalbasic konnte einmal mehr aufzeigen. Der 20-Jährige, dem mit 15 Punkten und 12 Rebounds ein Double-Double gelang, war der überragende Mann auf Seiten Österreichs.

Dabei wussten die Niederländer aus den vergangen Partien um seine Stärken und hatten sich extra auf ihn eingestellt.

Mahalbasic und Co. haben allerdings bewiesen, dass Österreich auf diesem Niveau auch ohne Routiniers wie Stjepan Stazic und Benjamin Ortner konkurrenzfähig ist.

Doch zusätzlich zu dieser Erkenntnis, könnte der Erfolg über die Niederlande auch für die nähere Zukunft noch einiges wert sein.

Letzte „Hürde“ Luxemburg

Da die Divisionen A und B im kommenden Jahr zusammengelegt werden und die EM auf 24 Teams erweitert wird, könnte man mit einer entsprechenden Quali-Statistik bei der Setzung stärkeren Teams aus dem Weg gehen.

Momentan ist Österreich in dieser Hinsicht auf einem guten Weg. Mit drei Siegen, zwei Niederlagen und acht Punkten liegt man gleichauf mit dem zweitplatzierten Estland und einen Punkt hinter den Niederlanden auf dem dritten Tabellenrang.

Doch bereits am Mittwoch (20:20 Uhr), in der abschließenden Quali-Runde in St. Pölten, könnte das ÖBV-Team mit einem Erfolg über das noch sieglose Schlusslicht Luxemburg einen der beiden Konkurrenten überholen.

Christoph Walter

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