ÖBV will Geschichte schreiben

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Österreichs Freud wäre Deutschlands Leid

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Auf Österreichs Basketball-Herren wartet am Sonntag (14 Uhr) die größte Herausforderung der jüngeren Vergangenheit.

Mit einem Sieg in Hagen gegen Deutschland in der EM-Qualifikation (Gruppe C) könnte das ÖBV-Team die Teilnahme an der Endrunde 2015 fixieren, damit Geschichte schreiben und gleichzeitig die DBB-Auswahl zum Zusehen verurteilen.

Im rot-weiß-roten Lager herrscht jedenfalls Zuversicht. Der Optimismus begründet sich u.a. auf der über weite Strecken starken Leistung gegen die Deutschen im Heimspiel.

Vor eineinhalb Wochen waren die Österreicher lange Zeit das bessere Team, gaben jedoch einen bereits greifbar scheinenden Sieg in der Schlussphase (0:21 in den letzten viereinhalb Minuten) noch aus der Hand.

"Leichter wird es nicht"

Teamchef Werner Sallomon bleibt freilich auch vor dem "Endspiel" am Boden.

"Leichter wird es nicht", stellte er zur Tatsache fest, dass es nunmehr bereits in Hagen - und nicht wie erwartet erst am Mittwoch kommender Woche in Lubin gegen Polen - um das mögliche EM-Ticket geht.

"Wir brennen auf das Spiel", sagte Thomas Schreiner. Die Mannschaft werde "alles versuchen, damit wir die Sensation schaffen. Wir bereiten uns sehr konzentriert vor", betonte der Kapitän. Ganz wichtig werde es sein, am Sonntag rasch in die Partie zu finden.

Rasid Mahalbasic, gemeinsam mit Enis Murati Österreichs erfolgreichster Punktesammler in der laufenden EM-Qualifikation, erwartet, dass das Spiel gegen Deutschland "sehr eng" verlaufen werde.

"Wir müssen als Team auftreten", sagte der Center. Das bedeute auch, dass die Last des Scorens auf möglichst viele Schultern verteilt sein müsse.

Österreichs Freud wäre Deutschlands Leid

Österreich will erstmals seit 1977 - im selben Jahr gab es auch den bis dato letzten Sieg gegen Deutschland - wieder bei einer Europameisterschaft dabei sein.

"Wenn wir das Spiel lange offen halten, werden (beim Gegner) die Nerven blank liegen", sagte ÖBV-Präsident Karl Thaller zur APA. Er fügte jedoch hinzu, dass man Deutschland "nie unterschätzen" dürfe. "Insbesondere dann nicht, wenn Druck besteht."

Für die DBB-Auswahl geht es jedenfalls um alles. Bei einer Niederlage in Hagen würde Deutschland erstmals seit 1991 eine EM-Endrunde verpassen.

Wie groß der Druck am Sonntag sein wird, lässt sich aus den Worten von DBB-Vizepräsident Armin Andres deutlich heraushören: "Wenn wir das Spiel nicht gewinnen, fallen wir in die Steinzeit zurück."

Durchhalteparolen beim deutschen Nachbarn

Aus Basketball-Deutschland sind Durchhalteparolen zu hören. Wohl kaum jemand hätte erwartet, dass es am fünften Spieltag der EM-Qualifikation zu einem "Endspiel" zwischen Deutschland und Österreich komme, war am Freitag auf der DBB-Homepage zu lesen.

Es werde "in allererster Linie darum gehen, die Nerven zu bewahren". Das Aufeinandertreffen mit Österreich sei "sicher kein normales Spiel für die Mannschaft von Bundestrainer Emir Mutapcic".

Die deutschen Korbjäger hätten ohne Zweifel das größere Potenzial, das es jedoch "auch aufs Feld zu bringen" gelte. "Außerdem muss die gegen Polen (bei der 76:88-Niederlage am Mittwoch, Anm.) spürbare Verunsicherung weg, die Bremse im Kopf muss gelöst werden."

Das deutsche Team sollte sich im Hinblick auf Sonntag vor allem an die Schlussphase der Partie gegen Österreich in Schwechat erinnern.

Knappe Entscheidungen vorprogrammiert

Für die Basketball-EM 2015 qualifizieren sich die sieben Erst-und sechs besten Zweitplatzierten jeder Gruppe.

In den fünf Pools mit vier Teams werden die Ergebnisse gegen die Letzten gestrichen (in der Österreich-Gruppe C somit die Resultate gegen Luxemburg).

Gewertet werden demnach jeweils vier Begegnungen. Dabei zählt zuerst die Bilanz von Siegen und Niederlagen (3:1, 2:2 oder 1:3 am Beispiel der Gruppe C), im Fall von Gleichstand (jeweils 2:2 ist zwischen Österreich, Polen und Deutschland noch möglich) anschließend der Quotient, der aus dem Korbverhältnis der direkten Duelle ermittelt wird.

Es ist also durchaus möglich, dass am Ende der EM-Qualifikation auch der Rechenschieber herangezogen werden muss. Österreich trifft am letzten Spieltag (Mittwoch) auswärts auf Polen.

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