Detrick weiß, wie es geht

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Detrick: "Wir müssen es nur zu Ende spielen!"

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Österreichs Basketball-Nationalteam könnte nach drei Spielen in der EM-Qualifikation voll auf Kurs sein.

Könnte – denn in allen bisherigen Spielen ging die Asceric-Truppe mit einer Führung in das letzte Viertel.

Während es im Auftaktspiel gegen Zypern noch zu einem Overtime-Sieg reichte, war gegen die Ukraine und Ungarn in den letzten Minuten kein rot-weiß-rotes Kraut gewachsen.

„Es sind die kleinen Dinge, die es ausmachen“, analysiert ÖBV-Veteran Jason Detrick im Gespräch mit LAOLA1. „Gegen die Ukraine haben wir aufgehört, anzugreifen und zum Korb zu ziehen. Dann haben wir viele Würfe von draußen genommen und diese verworfen. Das hat ihnen in die Hände gespielt.“

Problematische Fehler in Schlussphasen

Auch spielübergreifend stellt Detrick, der bisher im Schnitt 15 Punkte erzielte, Fehler fest: „Die späten Turnover und die offensiven Rebounds, die wir in der Endphase zugelassen haben, haben uns in beiden Niederlagen geschadet.“

In der Tat waren es vor allem Ballverluste, die in Schlüsselsituationen zugunsten der Gegner entschieden und auch immer wieder die letzten Chancen Österreichs zunichte machten.

Spielt die fehlende Erfahrung zahlreicher Leistungsträger eine Rolle? „Die Unerfahrenheit spielt auch ein wenig mit. Es war schon gegen Zypern dasselbe, dass wir Probleme am Ende hatten“, gibt der 31-Jährige Forward zu.

Einen zu großen Anteil an den bitteren Einbrüchen will er der Jugend der Mannschaft aber nicht zugestehen. „Momo (Moritz Lanegger, Anm. d. Red.) hat gegen Zypern am Ende tolle Aktionen geliefert.“

Jetzt kommt Hammergegner

Mit Kroatien wartet am Montag (20:20 Uhr im Multiversum Schwechat) der nominell stärkste Gruppengegner. Von Chancenlosigkeit will Detrick aber nichts wissen: „Im Basketball hat man immer eine Chance, egal, gegen welches Team - wenn wir defensiv so weiterspielen.“

Das ÖBV-Team glänzt durch Defense und Einsatz

Der Wandervogel, der schon in den Niederlanden, Österreich und Spanien spielte, spricht es an: Die bärenstarke Defensive war der Schlüssel zu den starken Performances der Nationalmannschaft, die als Außenseiter in die Duelle mit der Ukraine und Ungarn gegangen war.

Mehr Einsatz, mehr Erschöpfung?

Voller Einsatz in jeder Situation zeichnet die ÖBV-Mannen aus, wenn der Gegner den Ball hat. Das bestätigt Detrick: „Wir haben im Training eingeübt, dass wir in der Defense alles geben müssen.“

Da wäre es doch naheliegend, dass der gesteigerte Einsatz mit den schwachen Endphasen zusammenhängt – davon will der 31-Jährige aber nichts wissen. „Für mich spielt es am Ende keine Rolle, wie erschöpft ich bin. Ich denke einfach nicht darüber nach – hier kann ich aber nur für mich sprechen.“

Chancen voll intakt

Durch die jüngsten Niederlagen mutierten die Heimspiele gegen Ungarn und Zypern zu Pflichtsiegen, dazu müsste wohl noch ein Sieg gegen Kroatien oder die Ukraine kommen, um die Chance auf die EM-Qualifikation am Leben zu erhalten.

Solchen theoretischen Spielereien will sich Detrick aber nicht widmen: „Wir haben noch die Möglichkeit, uns zu qualifizieren, aber man muss von Spiel zu Spiel sehen. Wenn du jetzt zu viel über die Zukunft nachdenkst, dann kannst du dich nicht auf das aktuelle Spiel konzentrieren.“

Doch der eingebürgerte Österreicher ist auch in diesem Bezug optimistisch: „Wir haben gezeigt, dass wir auf einem hohen Level spielen können, wir müssen es nur zu Ende spielen.“

Martin Schauhuber

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