ÖBV gegen NBA-Talente und europäische Stars

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Der Aufstockung auf 24 Teams und der Zusammenlegung der Divisionen A und B sei Dank: Österreichs Basketball-Herren haben erstmals seit Jahrzehnten wieder eine realistische Chance auf eine EM-Teilnahme.

Nach der am Sonntag in München vorgenommenen Auslosung der EM-Qualifikation ist die Hoffnung auf Slowenien 2013 im ÖBV-Lager noch größer geworden.

Kroatien, Ukraine, Ungarn und Zypern heißen im Sommer 2012 die Gegner. Die Ersten und Zweiten sowie die vier besten Dritten der sechs Gruppen lösen das Ticket für die Endrunde.

Bei optimalem Verlauf darf Österreich tatsächlich mit einer Sensation spekulieren. Doch auch wenn man mit der Auslosung zufrieden sein darf: Rasid Mahalbasic, Christoph Nagler und Co. treffen in Gruppe C auf zahlreiche Spieler mit NBA-Talent und europäischem Format und sind daher Außenseiter.

LAOLA1 gibt einen Überblick über die Stars bei den Gegnern der Asceric-Truppe.

 

KROATIEN

Marko Popovic

Die Kroaten konnten in den letzten Jahren zwar nicht ganz an ihre riesigen Erfolge in den Neunzigern (Olympia-Silber 1992, WM-Bronze 1994, EM-Bronze 1993 und 1995) anschließen und haben schon länger keine Weltstars wie Drazen Petrovic oder Dino Radja hervorgebracht, das Niveau des Kaders ist jedoch weiterhin hoch.

Bei der EM 2011 war der 29-jährige Guard Marko Popovic, Eurocup Finals MVP 2011, der mit Abstand älteste Spieler - die neue Generation ist hoffnungsvoll.

Noch mehr darf man sich von den ganz jungen Spielern versprechen, die in den nächsten Jahren den Sprung in das Herren-Team schaffen werden: Dario Saric (Jahrgang 1994) und Mario Hezonja (1995) führten die Nationalteams zu zwei U16-EM-Titeln in Folge und haben das Zeug zu künftigen NBA-Stars, dazu gesellt sich mit Boris Barac (1992) ein weiterer Topspieler. Eventuell ist Saric schon im nächsten Jahr ein Thema.

Vom letzten EM-Kader stehen zehn Spieler bei Euroleague-Teams unter Vertrag: Ante Tomic (Real Madrid, mit 16,6 Punkten Kroatiens Topscorer bei der EM), Stanko Barac (Anadolu Efes Istanbul), Marko Popovic (Unics Kasan), Damir Markota (Union Olimpija Ljubljana) und Bojan Bogdanovic (Fenerbahce Ülker) sind die bekanntesten Namen.

Der äußerst wurfstarke Small Forward Bogdanovic (202 cm) wurde heuer von den Miami Heat an 31. Stelle gedraftet. 2,17-Meter-Center Tomic wurde 2008 von den Utah Jazz als 44. Pick gewählt, der ebenso große Barac 2007 von den Heat an 39. Stelle. NBA-Erfahrung hat Power Foward Markota, der 30 Spiele für die Milwaukee Bucks absolvierte.

Der eingebürgerte Point Guard Dontaye Draper (Cedevita Zagreb) sowie Shooting Guard Krunoslav Simon (KK Zagreb) waren wichtige Faktoren in Litauen, Small Forward Marko Tomas (Fenerbahce Ülker) kämpft derzeit mit einer Verletzung. Power Forward Luka Zoric (Unicaja Malaga) und Center Luksa Andric (Galatasaray) gehören zu den etablierten Euroleague-Spielern.

Topstar des Teams könnte Roko Ukic sein, der allerdings bei der letzten EM fehlte. Der Point Guard von Fenerbahce Ülker spielte von 2008 bis 2010 in der NBA für die Toronto Raptors und die Milwaukee Bucks.

Noch in der Blüte seines Könnens ist Ex-NBA-Center Mario Kasun (KK Zagreb), doch der 31-Jährige war mit seiner Rolle im Nationalteam nicht mehr zufrieden und erklärte 2009 seinen Rücktritt von der Auswahl.

Coach Josip Vrankovic gewann als Spieler WM- und EM-Bronze.

 

UKRAINE

Kyrylo Fesenko

Die Ukraine ist auf den ersten Blick kein übermäßig attraktiver Gegner, doch die Osteuropäer haben bei der EM 2011 zwei von fünf Spielen gewonnen und nur sehr knapp den Einzug unter die besten zwölf Teams verpasst.

Zudem haben die Ukrainer auch den einen oder anderen Top-Spieler in ihren Reihen. So hat sich der 2,16 m große Center Kyrylo Fesenko in der NBA bei den Utah Jazz mehr oder weniger durchgesetzt. Der noch 24-Jährige hat schon vier Saisonen in der besten Liga der Welt hinter sich, 2010/11 absolvierte er 53 Partien.

Auf drei Jahre NBA-Erfahrung kann Power Forward/Center Oleksiy Pecherov (großes Bild oben) verweisen. Der bald 26-jährige 2,13-m-Mann spielte von 2007 bis 2009 bei den Washington Wizards und 2009/10 für die Minnesota Timberwolves. Pecherov, der 2005/06 bei Paris Basket Racing Teamkollege von Ex-ÖBV-Kapitän Bernd Volcic war, ist für seine Größe ein exzellenter Werfer. Derzeit steht er in seiner Heimat bei Spitzenklub Azovmash Mariupol unter Vertrag.

In Europa etablierte Spieler sind zudem Power Forward/Center Serhiy Lishchuk (2004 von den Memphis Grizzlies an 49. Position gedraftet) vom spanischen Topverein Valencia sowie der 22-jährige Shooting Guard Sergiy Gladyr, der ebenfalls in der ACB bei Manresa engagiert ist und fünf Jahre später an 49. Stelle von den Atlanta Hawks gedraftet wurde.

Trotz der NBA-Talente waren in Litauen zwei andere Spieler Topscorer der Ukraine: Der eingebürgerte Guard "Stiven Bertt" (eigentlich Steven Burtt, 11,6 Punkte, Dnipro) und Small Forward Oleksandr Kolchenko (9,4, Azovmash).

Im Kommen sind 2,12-m-Center Viacheslav Kravtsov (Donezk) und der 20-jährige NBA-Anwärter Oleksandr Lypovyy (1,99 m, Guard, Donezk).

DER Star bei der EM war NBA-Coaching-Legende Mike Fratello, assistiert wurde er von Brian Hill, Assistant Coach bei den Detroit Pistons.

 

UNGARN

Adam Hanga (l.) 2008 in der CEBL gegen Christoph Nagler

Unsere Nachbarn haben die Qualfikation für Litauen denkbar unglücklich verpasst: Durch die vorzeitige Aufstockung auf 24 Teams musste nur eine Mannschaft aus der ehemaligen Division A zuschauen. Ungarn, Europameister von 1955, zog in der "Additional Qualifying Round" gegen Finnland und Portugal den Kürzeren und vergab damit die Chance auf die zweite Endrundenteilnahme in den letzten 40 Jahren.

Neuer Star der Magyaren ist Adam Hanga. Der 22-jährige, 2,01 Meter große Shooting Guard wurde heuer von den San Antonio Spurs an 59. Stelle gedraftet. Seit der laufenden Saison spielt er bei Manresa in der ACB. In den Quali-Spielen in den letzten beiden Sommern war Hanga mit 13,8 Punkten Ungarns Topscorer.

Weitere bekannte Spieler sind der eingebürgerte Ex-BBL-Guard Obie Trotter (Szolnok), die Big Men Marton Bader (Szolnok) und Peter Lorant (Burgos/ESP-2) sowie Shooting Guard Akos Horvath (Szolnok).

In Österreich ein Begriff ist auch Marton Fodor (Szolnok), Bruder des Ex-Fürstenfelders Gergely Fodor.

 

ZYPERN

Aristides Koronidis (l.) 2005 im Duell mit Ben Ortner

Zypern ist klarer Underdog der Gruppe, konnte in der Division B zuletzt keines seiner sechs Spiele gewinnen. Das ÖBV-Auftaktspiel auswärts ist aber dennoch ein unangenehmes, der "Pflichtsieg" alles andere als eine "gmahde Wiesn", wie eine Testspiel-Niederlage im Sommer zeigte.

Bester zypriotischer Spieler der letzten Jahre ist Power Forward Panagiotis Trisokkas von Keravnos. Point Guard Aristides Koronidis (Perama Ermis/GRE-2) ist ebenfalls routiniert und zweitbester Scorer des Nationalteams.

Der 22-jährige Small Forward Christopher Razis steht im Kader von BBL-Klub Oldenburg und kam in dieser Saison bislang insgesamt zehn Minuten zum Einsatz.


Hubert Schmidt

 

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