Pöltl: "Das Spiel muss mehr über mich laufen"

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Ende August machte sich Jakob Pöltl nach Salt Lake City auf, um in seine zweite College-Saison zu starten.

Wenn alles nach Plan läuft, wird sein "Sophomore"-Jahr auch sein letztes an der University of Utah sein.

Der Plan, das ist die Anmeldung für den NBA-Draft 2016, um sich ab der Saison 2016/17 mit den Besten der Welt zu messen.

Drang nach mehr Verantwortung

Bis 21. September steht individuelles Training auf dem Programm, danach das Mannschaftstraining, wie Pöltl in einer Aussendung am Montag erklärt.

In seiner Freshman-Saison hat er sich in erster Linie durch seine Defense empfohlen. Offensiv konnte er zwar seine Würfe hochprozentig versenken, war aber trotz seines Talents bei weitem nicht Dreh- und Angelpunkt.

Nun will der Wiener, nach dem Abgang von Guard Delon Wright in die NBA, selbst mehr im Fokus stehen.

"Ich erwarte von mir, dass ich mehr Verantwortung übernehme und dass man diese Präsenz am Feld auch sieht. Ich will ausstrahlen, dass das Spiel mehr über mich laufen muss", sagt der 19-Jährige selbstbewusst.

 

Zurück in Utah! Nach einigen Wochen mit dem Nationalteam und einem richtig coolen Spiel zum Abschluss in Litauen, habe...

Posted by Jakob Poeltl on Monday, August 24, 2015

Leistungsträger im Nationalteam

Selbstvertrauen kann der 2,13 m große Hüne auch aus seinen ersten Auftritten mit dem österreichischen Herren-Nationalteam ziehen.

Soliden Vorstellungen gegen Deutschland und Italien folgte ein kleiner Durchhänger beim Sieg gegen die Niederlande.

Gegen Japan bewies Pöltl im einzigen gemeinsamen Spiel mit Rasid Mahalbasic sein Talent, ehe ihm mit überragenden 27 Punkten bei Vize-Europameister Litauen zum Abschluss das absolute Highlight gelang.

Viermal war er bester Shot-Blocker des Teams, je einmal führte er die ÖBV-Auswahl in Punkten, Rebounds bzw. Assists an.

Als Power Forward erfolgreicher?

In den beiden letzten Partien agierte Pöltl als Power Forward, was seiner Spielanlage entgegenkam.

"Ich spiele gerne als Power Forward. Ich habe zwar auch in diesen Spielen gegen Japan und Litauen viel direkt am Korb gescort, aber meist aus der Bewegung."

Drives, Cuts, Pick-and-Rolls und einige Außenwürfe, darunter auch ein Dreipunkter, schloss er erfolgreich ab.

"Statisch als typischer Center tue ich mir gegen die 'Brummer' unter dem Korb noch etwas schwerer, da muss ich noch kräftiger werden", sagt Pöltl.

Pöltl überzeugte im ÖBV-Dress

Profitieren von Mahalbasic

Erfahrungen gesammelt hat er diesbezüglich auch beim ÖBV-Team viel. Neben der Partie gegen Litauen bezeichnet er das Spielen mit und gegen Russland-Legionär Rasid Mahalbasic als prägendste Erlebnisse des Sommers.

"Im Training hat mich beeindruckt, wie ruhig er agiert und wie er seine körperliche Stärke ausnützt. Wenn er gedoppelt wird, findet er sofort den freien Mann, da er auch ein sehr guter Passer ist", so Pöltl.

"Das Zusammenspiel mit Rasid im Match gegen Japan hat schon sehr gut funktioniert. Es fällt mir leicht, mit ihm zu spielen: Er zieht viel Aufmerksamkeit der Defense auf sich und ich kann die Optionen, die sich daraus ergeben, recht gut lesen."

In Utah als Center

In Utah findet Pöltl allerdings eine andere Situation vor: Allein aufgrund seiner Körpergröße wird er wohl ausschließlich als Center eingesetzt werden.

Und bei den Utes soll er derjenige sein, der die Verantwortung auf sich zieht und an dem sich die Mitspieler anhalten können.

So lautet der Plan. Geht dieser auf, so stehen nicht nur die Chancen auf sein Team-Ziel Pac-12-Titel gut, sondern auch darauf, dass es mit dem "Master-Plan" NBA klappen wird.

Hubert Schmidt

Punkte Rebounds Blocks Minuten 2P% 3P% FT%
10,8 5,0 1,6 21,3 54,8% 50,0% 83,3%

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