Pöltls Duell gegen Star-Center Okafor im Fokus

Aufmacherbild
 

Die Reise der University of Utah und Jakob Pöltl im NCAA Tournament geht in der Nacht auf Samstag mit einem echten Highlight weiter.

Nach Siegen gegen Stephen F. Austin und Georgetown wartet auf die Utes in den Sweet Sixteen erstmals ein richtig großes Kaliber.

Um 2.45 Uhr MEZ geht es im über 70.000 Zuschauer fassenden NRG Stadium in Houston, Heimat des Football-Teams Texans, gegen die Nummer 1 der South Region, das Traditionsteam Duke.

Utah, im Süden als Nummer 5 gesetzt, geht als klarer Außenseiter in die Partie, darf sich aber doch gewisse Hoffnungen machen.

Im Falle eines Überraschungserfolgs würde am Sonntag der Sieger aus Gonzaga (Nr. 2) gegen UCLA (Nr. 11) als letzte Hürde vor dem Final Four warten.

Gegen Coaching-Legende "Coach K"

Doch so weit denkt man bei den Utes noch nicht. Ist doch Duke 15-facher Final-Four-Teilnehmer und seit Jahrzehnten eine der absoluten Fixgrößen.

Nicht zuletzt dank "Coach K", einer wahren Legende: Der 68-jährige Mike Krzyzewski betreut die Blue Devils seit unglaublichen 35 Jahren.

Vier nationale Titel feierte Duke unter ihm, international machte Krzyzewski als Head Coach der US-Männer Schlagzeilen: Dem Rückschlag bei der WM 2006 (Bronze) ließ er zwei Mal Olympia- und zwei Mal WM-Gold folgen.

Coach K lobt Pöltl in höchsten Tönen

Krzyzewski lobt Pöltl

Der Mann, der die größten US-amerikanischen NBA-Stars der letzten Jahrzehnte gecoacht hat, streut einem 19-jährigen Freshman aus Wien Rosen.

"Er ist bereits jetzt ein richtig guter Spieler, aber er wird ein mordsmäßiger Profi werden", meint Krzyzewski über Jakob Pöltl.

"Er rennt, er ist großartig im Pick-and-Roll, weil er so gut zum Ring läuft, er geht zum offensiven Rebound."

Duell mit Jungstar Okafor

Für Pöltl noch interessanter als das Treffen mit "Coach K" wird die Begegnung mit Jahlil Okafor. Das Duell der beiden 19-jährigen Freshmen auf der Center-Position gilt als einer der - wenn nicht als DER - Schlüssel des Spiels.

Vor der aktuellen College-Saison war Okafor, seines Zeichens U17- und U19-Weltmeister, bereits ein Superstar, galt - wie auch jetzt noch - als Top-Kandidat für die Nummer eins im heurigen NBA-Draft.

Pöltl war noch im Oktober für die meisten Experten in den USA ein unbeschriebenes Blatt, ehe er die Draft-Boards im Sturm eroberte.

Dominant unter dem Korb: Jahlil Okafor

Duell auch am anderen Ende

Eine andere Möglichkeit, den Starspieler vor Probleme zu stellen, ist natürlich auch, ihn selbst unter Druck zu setzen.

Denn Pöltl ist mit 15 Punkten im Schnitt - bei 12 von 13 verwandelten Feldwürfen - bislang bester Scorer Utahs im Tournament (Okafor 23,5 Punkte, 21/27 Würfe; Blocks: Pöltl 3,0, Okafor 2,5).

"Ich werde sicherlich auch in der Offense versuchen, meine Größe zu meinem Vorteil einzusetzen", weiß der Riese aus Wien-Mariahilf durchaus auch um seine Qualitäten am anderen Ende des Parketts.

NBA-Draft erst nach dem Turnier ein Thema

Dass eine starke Leistung gegen Okafor das Standing Pöltls für den kommenden NBA-Draft noch weiter erhöhen würde, lässt ihn kalt.

Die Konzentration gilt voll und ganz der aktuellen Saison. "Ich habe das das ganze Jahr über so gehalten und das ändert sich auch jetzt nicht", meint Pöltl, der sich bis 26. April entscheiden muss, ob er sich schon heuer für den Draft anmeldet.

Dass er in der ersten Runde ausgewählt werden würde, gilt unter NBA-Scouts, Managern, Agenten und Journalisten als fix - unabhängig vom anstehenden Duell mit Duke und einem gewissen Jahlil Okafor.


Hubert Schmidt

"Es geht nicht um unser Duell"

Okafor ist körperlich stark und hat gegenüber Pöltl einen klaren Gewichtsvorteil, auch wenn er um zwei Zentimeter kleiner als der 2,13 Meter große Wiener ist.

Der entfernte Cousin des - seit zwei Jahren wegen einer Nackenverletzung pausierenden - NBA-Centers Emeka Okafor gilt für einen Big Man seines Alters als technisch äußerst versiert.

"Gegen einen Spieler wie Jahlil Okafor spielt man nicht jeden Tag. Aber es geht nicht um unser Duell. Es geht darum, das Spiel zu gewinnen und in die Elite Eight einzuziehen", sagt Pöltl.

"Das ist das Ziel des Spiels, der Hauptfokus. Gegen jemanden wie Jahlil Okafor zu spielen, ist ein kleines Extra."

Respekt vor der Vielseitigkeit

In US-Medien wird spekuliert, ob Pöltl, der sich besonders durch seine Defense einen Namen gemacht hat, Okafor im 1-gegen-1 verteidigen kann.

Das würde verhindern, dass durch das Doppeln des Star-Centers seine hochprozentig treffenden Mitspieler zu offenen Würfen kommen.

Dem Utah-Freshman wird es zwar prinzipiell zugetraut, doch hatte Österreichs NBA-Hoffnung im Laufe der Saison oft mit Foulproblemen zu kämpfen.

"Er ist sehr vielseitig, du kannst ihm in keiner Weise irgendeinen Vorteil geben. Wenn er diesen Schritt vor dich machen kann, ist er sehr schwer zu verteidigen", analysiert Pöltl.

Okafor vor sich zu halten, ihn zu schlechten Würfen zu zwingen und zu rebounden, lautet das Ziel des Wieners.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen