Pöltl zum "March Madness"-Auftakt Mann des Spiels

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Es war kein ruhmreicher Auftaktsieg für die Utah Utes, auch wenn es ihr erster im NCAA-Tournament seit zehn Jahren war.

Das in der South Region als Nr. 5 gesetzte Team rang das an Nr. 12 gereihte Stephen F. Austin in der Nacht auf Freitag vor rund 20.000 Zuschauern in Portland mit 57:50 (26:19) nieder.

Mindestens ein Spieler des Favoriten bekleckerte sich aber sehr wohl mit Ruhm: Jakob Pöltl.

Der 19-jährige Wiener überragte an beiden Enden des Feldes und kam in 33 Minuten auf 18 Punkte (7/7 aus dem Feld, 4/7 Freiwürfe), acht Rebounds und fünf Blocks.

In der Runde der besten 32 wartet in der Nacht von Samstag auf Sonntag (0.45 Uhr MEZ) Georgetown (Nr. 4), das sich gegen Eastern Washington mit 84:74 durchsetzte.

Pöltl lässt vor der Pause in der Zone nichts zu

2,13-Meter-Center Pöltl wusste von Beginn an seine Größenvorteile gegen die kleinen, aber aggressiven und von außen starken Lumberjacks einzusetzen.

In der ersten Hälfte gab es für die Texaner unter dem Korb rein gar nichts zu ernten. Nach 18 Minuten hatte SFA keinen einzigen Punkt in der Zone zu verzeichnen. Erst, als Pöltl am Ende der Hälfte trotz null Fouls auf der Bank saß, kam der Gegner zu zwei freien Dunks und konnte prompt von 15:26 auf 19:26 verkürzen.

Zehn Pöltl-Punkte bei 17:6-Run

Nach Seitenwechsel nützte der Champion der Southland Conference das Momentum und stellte auf 25:26.

Danach legten die Utes einen 17:6-Lauf auf 43:31 hin. Pöltl, der in der ersten Hälfte offensiv kaum eingebunden wurde, räumte unter dem Korb gewaltig auf und steuerte zehn Zähler bei - darunter war sein zweiter Dunk im Spiel.

Zahlreiche Ballverluste von Utah - vor allem Star-Spieler Delon Wright erwischte einen ganz schwachen Tag - ließen Stephen F. Austin aber wieder herankommen.

In der Crunch Time stellte Pöltl nach einem Offensiv-Rebound auf 50:44 und mit zwei extrem wichtigen Freiwürfen auf 52:46.

Der Gegner konnte 42 Sekunden vor Schluss sogar auf 50:52 verkürzen, Utah blieb aber von der Freiwurflinie souverän.

"Habe versucht, eine Wand aufzubauen"

Pöltl, mit 19 jüngster Österreicher im NCAA-Tournament und erster in der Starting Five, erzielte bei seiner Premiere mehr Punkte als bisher alle Landsmänner bei elf Einsätzen zusammen. Er war Topscorer und bester Shot-Blocker der Partie sowie bester Rebounder seines Teams.

Als Schlüssel zu seiner Leistung stellte sich wieder einmal das Vermeiden von Foulproblemen heraus.

"Ich habe versucht, aggressiv zu sein, eine Wand aufzubauen und die Gegner nicht umzuschneiden und dumme Fouls zu kassieren", erklärte der "Man of the Match".

Der Freshman war von der ersten Erfahrung in der "March Madness" begeistert: "Es war großartig. Du siehst einfach in den Augen von allen, dass das Spiel so immens wichtig ist."

Lob von allen Seiten

Sowohl der gegnerische Coach Brad Underwood ("Pöltl hatte inside klarerweise großen Einfluss auf das Spiel"), Co-Kommentator und NBA-Legende Reggie Miller, als auch Utes-Trainer Larry Krystkowiak waren voll des Lobes für das NBA-Talent, das bei den Vienna D.C. Timberwolves ausgebildet worden und vergangenen Sommer nach einem ABL-Jahr bei Traiskirchen nach Utah gewechselt war.

"Er war die ganze Saison über ein Schlüssel zu unserem Erfolg, und Mitgrund für unsere Probleme in den letzten acht Spielen war, dass wir ihn (wegen Foulproblemen, Anm.) nicht länger auf dem Parkett lassen konnten", meinte Krystkowiak.

Wichtig wird Pöltls Leistung und das Vermeiden von Fouls auch gegen Georgetown sein. Die Verantwortung wird möglicherweise aber etwas geringer werden: Die Hoyas haben eine etwas klassischere Größenverteilung, wodurch auch Utahs unbeweglichere Backup-Center mehr Minuten bekommen können.


Hubert Schmidt

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