Litauen - das Basketball-Land schlechthin

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"Wir haben 70 Jahre auf dieses Fest gewartet. Basketball hat Litauen immer geeint und ist weiterhin eine Inspiration."

Diese von Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite bei der EM-Eröffnung am Montag gebrauchten Worte mögen hochtrabend geklungen haben, sie waren aber keineswegs übertrieben.

So sehr wie Litauen hat wohl noch keine Nation einer Basketball-EM entgegen gefiebert.

Dass der Baltenstaat zuletzt 1939 Veranstalter gewesen ist, reicht als Erklärung nicht aus.

EM-Gold bei ersten beiden Teilnahmen

In Litauen ist Basketball mit Abstand Sportart Nummer eins - noch eindeutiger, als es in Brasilien Fußball ist, meinen die Litauer.

Schon bei ihrer ersten EM-Teilnahme 1937 holten sie Gold, zwei Jahre später wiederholten sie diesen Erfolg im eigenen Land.

Erst volle 56 Jahre später durfte Litauen wieder als eigenständige Nation an den kontinentalen Wettkämpfen teilnehmen - und holte in Griechenland prompt Bronze.


Sabonis und Marciulionis als Vorreiter

Die Tradition und die Leidenschaft für den orangen Ball ließen in den Sowjet-Zeiten also nicht nach.

Legenden wie Arvydas Sabonis und Sarunas Marciulionis gewannen zuerst für das Riesenreich, ehe sie nach der Unabhängigkeit ihre engere Heimat repräsentieren durften.

Spätestens seit ihrem Durchbruch in der NBA steht Litauen weltweit für Basketball.


Jahr

Position/Medaille

1950-1994

nicht teilgenommen

1998

  1. Platz

2002

nicht teilgenommen

2006

  1. Platz

2010

BRONZE

Sensationelle Olympia-Bilanz

Dass das nur 3,2 Millionen Einwohner zählende Land 2003, angeführt vom auch heuer auflaufenden MVP Sarunas Jasikevicius, EM-Gold und 2007 -Bronze in der Weltsportart Basketball nachlegte, ist beeindruckend genug.

Nahezu unglaublich erscheint aber die Statistik bei Olympischen Spielen: Bei seinen fünf Teilnahmen gewann Litauen dreimal Bronze und belegte zweimal den vierten Platz.

Auch die WM-Bilanz (Bronze und zwei siebente Plätze bei drei Teilnahmen) kann sich sehen lassen.

 

Jahr

Position/Medaille

1935

nicht teilgenommen

1937

GOLD

1939

GOLD

1946-1993

nicht teilgenommen

1995

SILBER

1997

  1. Platz

1999

  1. Platz

2001

  1. Platz

2003

GOLD

2005

  1. Platz

2007

BRONZE

2009

  1. Platz

Begeisterung allerorts

Kein Wunder, dass die Begeisterung im an Basketballschulen reichen Land Sphären wie nirgendwo sonst erreicht.

So dribbelten in den Veranstalterstädten am Montag an die 60.000 Litauer simultan je einen Basketball.

Zum U18-EM-Finale vor einem Jahr in Vilnius fand sich die Rekordkulisse von 13.000 Fans ein.

Erwartungen trotz Ausfällen groß

Obwohl mit Linas Kleiza der derzeit wohl beste litauische Basketballer beim Heimspektakel wie weitere Stützen verletzt zuschauen muss, gelten die Balten für viele wegen der großen Euphorie als erster Herausforderer von Topfavorit Spanien.

Die vom Ex-Gmunden-Spieler Kestutis Kemzura betreute Truppe war auch die einzige, die die Iberer in der Vorbereitung bezwingen konnte.

"Die Erwartungen in Litauen sind sehr hoch gesteckt, aber wir arbeiten hart", meinte der 41-Jährige unlängst in einem Interview mit basketswans.at.

So richtig würde es wohl niemanden überraschen, wenn Kemzura und seine Schützlinge diese Erwartungen erfüllen würden.

Eines ist auf jeden Fall garantiert: Ein Turnier voller Begeisterung für den Basketballsport.


Hubert Schmidt

 

Jahr

Position/Medaille

1936-1988

nicht teilgenommen

1992

BRONZE

1996

BRONZE

2000

BRONZE

2004

  1. Platz

2008

  1. Platz
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