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Dramatik zum Abschluss der Vorrunde

Der letzte Vorrunden-Tag der EM in Litauen hat dramatische Partien und teils überraschende Ergebnisse gebracht.

Die zwölf in die Zwischenrunde eingezogenen Teams sind Spanien, Litauen, die Türkei, Serbien, Frankreich, Deutschland (Gruppe E), sowie Griechenland, Mazedonien, Finnland, Russland, Slowenien und Georgien (Gruppe F).

Die Heimreise antreten müssen Großbritannien, Polen, Portugal, Israel, Italien, Lettland, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Bulgarien, die Ukraine und Belgien.

Die ersten Drei jeder Vorrundengruppe steigen in die Zwischenrunde auf und nehmen die Ergebnisse aus den direkten Duellen mit den weiteren Aufsteigern aus der eigenen Vorrundengruppe mit.

In der Zwischenrunde werden die Teams von je zwei Vorrundengruppen vermischt, es warten also drei Spiele auf jede Mannschaft. Die Top Vier jeder Gruppe ziehen in das Viertelfinale ein. 

Deng und Freeland überragend

In Gruppe A fiel die wichtigste Entscheidung bereits am frühen Nachmittag: Polen verspielte mit einem 81:88 gegen Großbritannien die Chance auf den Aufstieg.

Luol Deng (28 Punkte, 14 Rebounds, 6 Assists) und Joel Freeland (27 Punkte, 12/12 aus dem Feld, 11 Rebounds) drückten der Partie den Stempel auf. Freeland erzielte 14 Punkte im Schlussviertel, das sein Team 33:25 für sich entschied.

Spanien ohne Pau Gasol von der Rolle

Vizeweltmeister Türkei profitierte vom Sieg der Briten und konnte unbeschwert in die Partie gegen Titelverteidiger Spanien gehen.

Die Iberer schienen den Ausfall von Pau Gasol, der wegen Knöchelproblemen aussetzen musste, lange gut zu kompensieren.

Doch im Schlussviertel gelang Spanien, das am Vortag gegen Litauen noch 62 Punkte in 20 Minuten erzielt hatte, gar nichts mehr.

Nur zwei Punkte im Schlussviertel

In den letzten 8:40 Minuten scorte der Topfavorit keinen einzigen Punkt mehr und beendete das Spiel mit einem 0:16-Run von 57:49 auf 57:65.

Zwei Punkte in einem ganzen Viertel - kaum zu glauben für diese Ansammlung an Stars.

Emir Preldzic führte die Türkei mit 18 Punkten an, Marc Gasol die Spanier mit 12.

Beide Teams nehmen wie Litauen je einen Sieg und eine Niederlage in die Zwischenrunde mit. Die Hausherren fertigten Portugal mit 98:69 (41:35) ab.

Toller Schlager Frankreich-Serbien

In Gruppe B war "nur" noch die Entscheidung um den Gruppensieg offen.

Im vielleicht bislang besten Spiel des Turniers rang Frankreich Serbien mit 97:96 nach Verlängerung nieder.

In einem ausgeglichenen und von hohen Trefferquoten geprägten Spiel verabsäumten es die Franzosen am Ende der regulären Spielzeit, den Sack zuzumachen.

Beim Stand von 80:78 vergab Nicolas Batum (18 Punkte) nach einem unsportlichen Foul zwei Freiwürfe, auch der folgende Angriff blieb erfolglos.

Auf der Gegenseite blieb Nenad Krstic (22) von der Linie cool, Tony Parker vergab vor dem Buzzer aus der Mitteldistanz.

Savanovic verweigert

In der Verlängerung, vor der Milos Teodosic bereits ausgefoult hatte, ging der Schlagabtausch weiter, Marko Keselj (25) stellte 24 Sekunden vor Ende mit seinem siebenten Dreier auf 96:95 für Serbien.

Coach Dusko Ivanovic entschied sich zu foulen und Tony Parker an die Freiwurflinie zu schicken. Der NBA-Star blieb auch bei seinen Freiwürfen 11 und 12 perfekt.

Im letzten Angriff hatte Dusko Savanovic zwei Sekunden vor Ende den Sieg in der Hand, setzte aber einen leichten Wurf unter dem Korb daneben.

Frankreich ist das einzige Team in Zwischenrundengruppe E, das mit einer 2:0-Bilanz startet.

Italien nach Krimi nur Fünfter

Bereits zuvor gab es zwei dramatische Duelle, in denen es in erster Line um die Ehre ging: Zunächst bezwang Israel Italien mit 96:95 nach Verlängerung, nachdem es das letzte Viertel mit 5:24 verloren hatte.

Doch Andrea Bargnani (26 Punkte), der das Spiel mit einem Dreier in die Overtime geschickt hatte, vergab drei Sekunden vor Schluss bei 95:95 unter dem Korb und foulte im Rebound-Kampf Yaniv Green.

Der israelische Center verwertete auf der Gegenseite den zweiten von zwei Freiwürfen zum Endstand.

Italien beendete die Gruppe damit auf dem enttäuschenden fünften Rang.

Schaffartzik trumpft auf

Ähnlich spannend machte es Deutschland beim 81:80 (33:33) gegen das ohne Sieg heimfahrende Lettland.

Die Balten schienen 26 Sekunden vor Schluss, angeführt von Rihards Kuksiks (27 Punkte), einen entscheidenden Vier-Punkte-Vorsprung herausgespielt zu haben, doch Heiko Schaffartzik wurde mit zwei Dreiern noch zum Helden.

Bei den Deutschen saßen Dirk Nowitzki und Chris Kaman am Ende auf der Bank.

STÄNDE ZWISCHENRUNDE:

Kroatien trotz Comeback out

Eine kämpferisch starke Leistung konnte Kroatiens Aus in Gruppe C durch ein 69:74 (27:44) gegen Griechenland nicht verhindern.

Nach einem 20-Punkte-Rückstand vor der Pause brachten sich die Kroaten kurz vor Schluss bis auf zwei Zähler heran, ehe die Griechen den Sack mit fünf Freiwürfen zumachten.

Kostas Vasileiadis, Antonis Fotsis (je 17) bzw. Marko Popovic und Stanko Barac (je 14) waren Topscorer.

Mazedonien Gruppensieger, Finnland weiter

Eine enttäuschende EM ging für Montenegro zu Ende: Das 65:71 (40:36) gegen Finnland war die vierte Niederlage in Folge.

In den letzten zweieinhalb Minuten blieben Nikola Pekovic (16 Punkte) und Co. ohne Punkt.

Die Finnen schafften sensationell den Einzug unter die Top 12, da Mazedonien am Abend Bosnien-Herzegowina 75:63 (35:38) besiegte und ebenso überraschend den Gruppensieg holte.

Die Mazedonier gehen sogar mit 2:0 Siegen in die Zwischenrunde, da ihre Niederlage gegen Montenegro wegfällt.

Monya mit tollem Wurf

In Gruppe D hielt das Spiel zwischen den bis dahin ungeschlagenen Russland und Slowenien, was es versprochen hatte.

39 Minuten und 59,8 Sekunden lagen die Russen nie voran, der Rückstand betrug bis zu zehn Punkte.

Doch dann kam Sergey Monya: Der Forward, der zuvor nur einen Punkt erzielt hatte, traf knapp innerhalb der Dreierlinie gegen die ausgestreckte Hand von Erazem Lorbek zum 65:64-Endstand.

Die Russen (Andrey Vorontsevich 18) gehen somit mit zwei Siegen in die Zwischenrunde, die Slowenen (Lorbek 14) mit einem.

Georgien trotz Niederlage weiter

Spannung brachte Bulgarien mit einem 79:69 (34:37) gegen Georgien nach einem unglaublichen 17:2-Run in den letzten dreieinhalb Minuten Spannung in den Kampf um den Aufstieg.

Letztendlich fiel der Sieg jedoch um vier Punkte zu niedrig aus, da die Ukraine Belgien mit 74:61 (43:26) sicher besiegte und Georgien in der "kleinen Tabelle" mit Bulgarien und der Ukraine die Nase vorne hatte.

 

Letzter EM-Vorrunden-Tag, Montag:

Gruppe A:

Großbritannien - Polen 88:81 (39:31)

Deng 28, Freeland 27 bzw. Berisha 19, Hrycaniuk, Koszarek je 15

Türkei - Spanien 65:57 (35:38)

Preldzic 18, Asik, Türkoglu je 12 bzw. M. Gasol 12, Fernandez, Reyes je 11

Litauen - Portugal 98:69 (41:35)

Jasikevicius, Pocius je 14 bzw. Andrade 16, Tavares 14

 

Gruppe B:

Israel - Italien 96:95 (84:84, 49:41) n.V.

Pnini 22, Blu 17 bzw. Bargnani 26, Gallinari 19

Deutschland - Lettland 81:80 (33:33)

Benzing, Schaffartzik, Pleiß, Kaman, Nowitzki je 11 bzw. Kuksiks 27, Dai. Bertans 15

Frankreich - Serbien 97:96 (80:80, 43:41)

Parker 24, Batum 18 bzw. Keselj 25, Krstic 22

 

Gruppe C:

Finnland - Montenegro 71:65 (36:40)

Lee 12, Kotti 11 bzw. Pekovic 16, Borisov 14

Griechenland - Kroatien 74:69 (44:27)

Vasileiadis, Fotsis je 17 bzw. Popovic, Barac je 14

Mazedonien - Bosnien und Herzegowina 75:63 (35:38)

McCalebb 22, Antic 15 bzw. Dedovic 15, Bajramovic 12

 

Gruppe D:

Bulgarien - Georgien 79:69 (34:37)

Rowland 25, K. Ivanov 15 bzw. Sanikidze 18, Haynes 15

Russland - Slowenien 65:64 (34:40)

Vorontsevich 18, Khryapa 10 bzw. Lorbek 14, Lakovic, Ozbolt je 8

Ukraine - Belgien 74:61 (43:26)

Pecherov 15, Kravtsov 13 bzw. Van Rossom 17, Lauwers 13 

 

ENDSTÄNDE VORRUNDE:

Pos. Team S N
1. Frankreich 2 0
2. Serbien 1 1
. Spanien 1 1
. Litauen 1 1
-- ------- -- --
. Türkei 1 1
6. Deutschland 0 2
Pos. Team S N
1. Russland 2 0
. Mazedonien 2 0
3. Slowenien 1 1
. Griechenland 1 1
-- ----- -- --
5. Georgien 0 2
. Finnland 0 2
Pos. Team S N
1. Spanien 4 1
2. Litauen 4 1
3. Türkei 3 2
-- ---- -- --
4. Großbritannien 2 3
5. Polen 2 3
6. Portugal 0 5
Pos. Team S N
1. Frankreich 5 0
2. Serbien 4 1
3. Deutschland 3 2
-- ---- -- --
4. Israel 2 3
5. Italien 1 4
6. Lettland 0 5
Pos. Team S N
1. Mazedonien 4 1
2. Griechenland 4 1
3. Finnland 2 3
-- ---- -- --
4. Kroatien 2 3
5. Bosnien und Herzegowina 2 3
6. Montenegro 1 4
Pos. Team S N
1. Russland 5 0
2. Slowenien 4 1
3. Georgien 2 3
-- ---- -- --
4. Bulgarien 2 3
5. Ukraine 2 3
6. Belgien 0 5
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