Ortner kämpft mit Siena um Euroleague-Viertelfinale

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Siena hätte es sich einfacher machen können.

Doch zu dieser verrückten Saison passt es irgendwie perfekt, dass das Team von Benjamin Ortner noch am 14. und allerletzten Spieltag der Top-16-Phase der Euroleague um den Viertelfinaleinzug kämpft.

Die Italiener müssen am Donnerstag (20.45 Uhr) bei Caja Laboral in Vitoria gewinnen und auf weitere günstige Ergebnisse hoffen, um den 4. Platz in Gruppe F und damit einen Playoff-Platz zu erobern.

Der Serienmeister der letzten Jahre (sechs Serie-A-Titel in Folge) ist aufgrund der bekannten Probleme von Namensgeber Montepaschi mit einem geringeren Budget, einem neuen Head Coach und bescheideneren Hoffnungen in die Saison gestartet.

Ortner: Von Gießen in Europas Elite

In der Meisterschaft macht sich dies mit dem fünften Zwischenrang nach 25 von 30 Runden deutlich bemerkbar, mit dem Gewinn der Coppa Italia konnten Ortner und Co. allerdings ihre nationale Dominanz fortsetzen.

Der Tiroler selbst hat ebenfalls zwei turbulente Saisonen hinter sich: Im Vorjahr wurde der Center in Cantù vom Leistungsträger zum Tribünenhocker degradiert und unschön nach Treviso "abgeschoben".

Im Herbst begann der 30-Jährige die Saison als Verletzten-Ersatz bei BBL-Nachzügler Gießen, ehe ihn der Ruf aus Siena ereilte.

Mittlerweile gehört Ortner beim europäischen Top-Klub zum fixen Inventar (Ortner ist mit 60,4 Prozent Feldwurfquote die Nummer 10 der Euroleague), während sich Montepaschi vom eigentlichen Star-Center der Mannschaft, Mario Kasun, trennte.

Sieges- und Niederlagen-Serien

Die Europacup-Saison Sienas verlief in kuriosen Runs: Nach einem 0:3-Start in den Grunddurchgang musste man das Ausscheiden befürchten, ehe fünf Siege in Serie folgten und der Top-16-Einzug fixiert wurde. Abgeschlossen wurde die Vorrunde mit zwei Niederlagen.

Märchenhaft absolvierten Euroleague-Topscorer Bobby Brown und Co. die Hinrunde der Top-16-Phase: Fünf Siege zum Auftakt und eine 6:1-Bilanz in der Achter-Gruppe. Titelverteidiger Olympiakos wurde auswärts bezwungen, einzig in Barcelona ging man als Verlierer vom Feld.

Umso ernüchternder ist, dass die Chancen auf das Viertelfinale nun trotzdem relativ schlecht stehen. In der Rückrunde gewann das auch durch Verletzungen geschwächte Siena erst eine Partie, zuletzt setzte es vier Pleiten in Serie.

Besonders bitter: die Last-Second-Niederlage bei Besiktas Istanbul, das in den Top 16 nur einen Sieg einfahren konnte.

Daumen halten für Olympiakos

In Vitoria geht es nun um alles. In Gruppe F ist Barcelona (12:1) längst qualifiziert, dahinter raufen fünf Teams um die verbleibenden drei Plätze (siehe Tabelle).

Folgende Konstellationen reichen Siena zum Viertelfinale:

  • Siena gewinnt bei Caja Laboral UND Olympiakos gewinnt gegen Khimki

  • Siena gewinnt bei Caja Laboral UND Barcelona gewinnt gegen Maccabi UND Khimki gewinnt bei Olympiakos um mehr als 19 Punkte

  • Siena gewinnt bei Caja Laboral UND Maccabi gewinnt in Barcelona UND Khimki gewinnt bei Olympiakos mit jeder Differenz außer genau 4 Punkten

  • Siena gewinnt bei Caja Laboral um mehr als 30 Punkte UND Maccabi gewinnt in Barcelona, AUCH WENN Khimki bei Olympiakos mit genau 4 Punkten gewinnt

Da ein Maccabi-Sieg in Barcelona nicht allzu wahrscheinlich scheint, muss Siena also in erster Linie auf einen Olympiakos-Sieg gegen Khimki hoffen.

Hexenkessel mit 15.000 Fans wartet

Das Hinspiel gegen Caja Laboral konnten Ortner und Kollegen mit 85:74 gewinnen, Ausschlag gebend war die unheimliche Dreier-Quote (15/26).

Ob man sich gegen die internationalen Stars wie Andres Nocioni, Maciej Lampe, Fernando San Emeterio, Tibor Pleiß oder den Ex-Traiskirchner Nemanja Bjelica noch einmal auf einen Gold-Tag von außen verlassen kann?

Eine Top-Leistung wird vor über 15.000 Fans auf jeden Fall erforderlich sein, meint auch Forward/Center Tomas Ress: "Wir wissen, dass wir über 40 Minuten ein großes Spiel abliefern müssen, um hier zu gewinnen."

Und damit der Traum weiterlebt, dass Österreichs Basketball-Fans Benjamin Ortner im Viertelfinale gegen ZSKA Moskau oder Real Madrid bewundern dürfen.


Hubert Schmidt

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