"Der Schritt war nötig"

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Laneggers Tapetenwechsel nach vier Jahren

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Der Transfer hat sich schon lange abgezeichnet, seit kurzem ist er endlich offiziell: Moritz "Momo" Lanegger verlässt die Klosterneuburg Dukes nach vier Saisonen und wechselt innerhalb der Admiral Basketball Bundesliga zu den magnofit Güssing Knights.

Der 25-Jährige, seit vielen Jahren fixer Bestandteil des ÖBV-Nationalteams, gewann mit den Niederösterreichern 2012 den ABL-Titel und 2013 den Cup. Im abgelaufenen Spieljahr war der Allrounder mit 7,7 Punkten, 5,9 Rebounds und 4,7 Assists Eckpfeiler der Dukes.

Nun schließt sich der aus Graz stammende Point Guard dem Back-to-back-Champion an. Im Südburgenland erwartet sich Lanegger basketballerisch den nächsten Schritt. Nicht nur aufgrund der Teilnahme am FIBA Europe Cup, wie der 1,90 m große Publikumsliebling im LAOLA1-Interview erklärt.

LAOLA1: Momo, dein Wechsel nach Güssing hat sich lange angekündigt. Ist die Europacup-Teilnahme der Knights der Hauptgrund für den Wechsel?

Moritz Lanegger: Das war ein wichtiger Mitgrund, ja. International zu spielen, ist immer etwas Schönes - sei es im Sommer mit dem Nationalteam oder mit dem Klub im Europacup. Güssing hat Österreich ja schon im Vorjahr sehr gut vertreten und ich freue mich besonders auf die Europacup-Spiele. Die vier Jahre in Klosterneuburg haben mir gut getan und waren nach fünf Jahren in Kapfenberg etwas ganz Neues, ich habe viel gelernt. Ich habe aber gespürt, das basketballerisch ein Schritt in eine andere Richtung nötig ist. Auch wenn Güssing nicht im Europacup spielen würde, ist die Situation eine andere. Allein das Training kann aufgrund des Profi-Kaders anders aufgebaut werden und ich glaube, dass ich das brauche.

LAOLA1: Auch der Spielstil sollte dir entgegenkommen?

Lanegger: Auf jeden Fall. Die aggressive Defense ist etwas, das meinen Fähigkeiten gut entspricht. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich mich gut einfügen werde.

Heuer war mit den Dukes im Viertelfinale Schluss

LAOLA1: Was nimmst du aus den vier Jahren in Klosterneuburg mit?

Lanegger: Die Highlights waren natürlich der Meistertitel und der Cupsieg. Gelernt habe ich besonders aus der Situation im letzten Jahr viel, als ich das Team erstmals führen musste. Auch wenn wir nicht ganz so erfolgreich waren, hat mir das sicher weitergeholfen. Allgemein kann ich auf vier wundervolle Jahre zurückblicken.

LAOLA1: Überraschend war dein Wechsel auch für die Dukes nicht. War man in Klosterneuburg dennoch etwas traurig über deinen Abgang? Beim noch immer laufenden Generationenwechsel warst du schließlich eine wichtige Figur.

Lanegger: Ich war mit Werner Sallomon und Roman Leydolf ständig im Gespräch und wir haben offen geredet. Ich habe ihnen gesagt, wie ich mir meine persönliche Zukunft vorstelle. Sie haben auch verstanden, dass die Option Güssing für mich gut passen würde. Es lief sehr angenehm ab, was nicht selbstverständlich ist. Deswegen bin ich auch dankbar. Ich denke schon, dass man in Klosterneuburg etwas traurig über meinen Abgang ist, aber die Trennung erfolgte auf jeden Fall im Guten.

LAOLA1: In Güssing übernimmst du den Platz von Christopher Dunn. Deine Rolle wird aber wohl eine andere sein als die des Finals-MVPs.

Lanegger: Ich werde sicher eine andere Rolle einnehmen, die genaue Verteilung wird sich erst im Laufe der Vorbereitung ergeben. Ich werde viel mit Tommy Klepeisz zusammenspielen, mit DaVonte Lacy haben wir einen weiteren Combo-Guard. Es gefällt mir eigentlich ganz gut, wenn zwei Ballhandler auf dem Feld sind.

LAOLA1: Die Knights verfügen wieder über einen sehr starken Kader. Seid ihr klarer Titelfavorit?

Lanegger: Die Titelverteidigung ist auf jeden Fall das Ziel und man kann uns sicher zu den Favoriten zählen. Es ist noch schwer, alle Mannschaften genau einzuordnen. Ich schätze, dass wir, Kapfenberg und wahrscheinlich Wels zu den stärksten Teams gehören werden. Bei den meisten Klubs gab es zahlreiche Neuzugänge. Bei diesen Teams, also auch bei uns, wird sich erst zeigen, wie das Zusammenspiel klappt und wie gut sich die neuen Legionäre zurechtfinden. Die ersten Trainings und Testspiele stimmen mich jedenfalls positiv.

LAOLA1: Bleibt für dich ein Wechsel ins Ausland weiter ein Ziel?

Lanegger: Ich gehe das entspannt an. Natürlich ist das Ausland immer ein Ziel, aber ich konzentriere mich voll auf die Saison mit den Knights. Wir haben in Güssing tolle Möglichkeiten, wollen in Österreich den Titel holen und im Europacup wieder weiterkommen. Ich habe einen Einjahresvertrag und werde meine Situation in einem Jahr wieder neu beurteilen. Wenn es für beide Seiten gut passt, ist es wahrscheinlich, dass ich länger bleibe. Das Ausland ist im Hinterkopf drin, aber ich werde sicher nicht auf Teufel komm raus einen Wechsel anstreben.

LAOLA1: Gab es je konkrete Überlegungen bzw. Angebote, ins Ausland zu wechseln?

Lanegger: Es gab immer mal wieder Interesse, aber es war nie richtig konkret. Zuletzt war es kein Thema, weil ich nicht einmal einen Agenten hatte und sehr früh in Richtung Güssing tendiert habe.


Das Gespräch führte Hubert Schmidt

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