Dreifacher Wien-Sieger steigt aus

Doch Sugut, in Wien 2010, 2012 und 2013 erfolgreich, lief heuer nicht um den Sieg mit. Bis Kilometer 17 war er noch Teil der bereits etwas auseinandergezogenen, inklusive Tempomachern zwölfköpfigen Gruppe an der Spitze, fiel aber Meter um Meter zurück und später aus.

Mit seinem Landsmann John Kiprotich hatte auch der VCM-Erste von 2011 bereits früh mit dem hohen Tempo nicht mehr mithalten können.

Attacke in Prater Hauptallee

Die Halbmarathon-Durchgangszeit der Achter-Topgruppe lag mit 62:42 Minuten 18 Sekunden unter den für einen neuen Streckenrekord angepeilten 63:00.

Wie geplant stiegen die Tempomacher bis Kilometer 30 aus. Feleke erhöhte noch einmal das Tempo, setzte sich entscheidend von seinen Verfolgern ab und lief den neuen Rekord souverän ins Ziel.

"Meine Glücksstadt"

Und das, obwohl er von Magenschmerzen geplagt worden war. "Sie hatten schon früher begonnen, aber auf den letzten zwei Kilometern war es schon sehr schlimm, da habe ich nicht mehr schneller laufen können", erzählte Feleke, der die Arbeit der Tempomacher lobte.

Er kündigte auch gleich sein Wiederkommen an. "Eine wunderbare Stadt, meine Glücksstadt. Ich habe zwar keine neue persönliche Bestzeit aufgestellt, aber es ist ein großer Sieg."

Erstmals seit 2006 kommt der Sieger des Männerrennens in Wien damit wieder aus einem anderen Land als Kenia.

Prämie für Streckenrekord

Feleke kassierte eine Prämie von 15.000 Euro für den neuen Streckenrekord, der zweitplatzierte Kenianer Alfred Kering hatte bereits fast drei Minuten Rückstand (2:08:28), Rang drei ging an dessen Landsmann Philip Sanga (2:08:58).

Feleke war das zweite Mal in Wien, er hatte 2009 beim Debütanten-Marathon seinen ersten Lauf über 42,195 Kilometer bestritten und war in 2:11:42 Siebenter geworden.

Danach hatte er seine Bestzeit auf 2:04:50 gedrückt, war 2012 und 2013 jeweils in Rotterdam Zweiter geworden. Beide Rennen ist er lange Zeit im Weltrekordtempo gelaufen.

Pflügl verpasst EM-Limit

Christian Pflügl verpasste sein Ziel, das A-Limit für die Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich von 2:17 zu knacken. Der Oberösterreicher, der mit Luke Kibet einen prominenten Pacemaker hatte (Wien-Sieger und Weltmeister von 2007), kam nach 2:18 ins Ziel.

"Ich bin zufrieden. Leider ist der Tempomacher schon bei Kilometer 30 raus, er hätte bis 35 laufen sollen", sagte Pflügl, der mit erreichter B-Norm aber auf ein Antreten in der Schweiz hofft.

Favoritinnen machen das Tempo

Bei den Damen liefen wie erwartet die Japanerin Mai Ito und die Kenianerin Caroline Chepkwony von Beginn an vorne weg, in der Vierergruppe waren zunächst die Äthiopierin Marta Lema und die Kenianerin Alice Chelangat noch mit dabei.

Ito hielt noch länger mit Chepkwony mit, ehe sich die Afrikanerin solo auf den Weg Richtung Ziel machte.

Packendes Finish

Es sah bis kurz vor dem Heldenplatz auch nach einem Erfolg von Chepkwony aus, als die Deutsche Anna Hahner trotz eingesetzten Regens auf dem allerletzten Kilometer aufdrehte und der Kontrahentin den Sieg noch wegschnappte.

Hahner, die Sonntag von ihrer ebenfalls laufenden Zwillingsschwester Lisa gecoacht wurde, gewann in 2:28:59 vor Chekwony (2:29:18) und Lema (2:31:10).

Hahner packt Chance am Schopf

"Ich kann es selbst kaum glauben, es kam dann doch überraschend. Als ich auf vierter Position war, habe ich mir gedacht, das Podest ist noch möglich. Als dann 400 m vor Ziel alle gerufen haben: 'Caroline steht!', da habe ich mir gedacht, wann habe ich schon wieder die Chance, in Wien einen Marathon zu gewinnen", erzählte Hahner.

Sie zog an der Konkurrentin vorbei und lief lachend über die Ziellinie. Wie versprochen und gemäß dem Jahres-Motto "Alles Walzer", legte sie unter dem Jubel des Publikums mit einem Herrn im Frack einen flotten Tanz im Dreivierteltakt hin.

Der 31. Vienna City Marathon hatte mit 42.078 Teilnehmerinnen und Teilnehmern für alle Bewerbe einen neuen Nennrekord markiert. 9.456 hatten am Sonntag die 42,195 Kilometer in Angriff genommen.

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