LAOLA1: Ab sofort müssen Sie auch das Wiener Lied „Wien, Wien, nur du allein“ in ihre Playlist aufnehmen.

Hahner: Ich kannte Wien bis zum Marathon nur durch Google Maps und aus der Vogelperspektive. Aber ich habe mich in den Tagen hier schon ein kleines bisschen in die Stadt verliebt. Und in die sensationell guten Süßigkeiten. Wir waren zum Beispiel vor dem Marathon in einem original Wiener Kaffeehaus für eine Melange mit Apfelstrudel.

LAOLA1: Am Tag vor dem Rennen gab es Kaiserschmarren und nach dem Sieg Sachertorte. Haben Sie denn bei so viel Süßigkeiten gar keine Angst um ihre Figur?

Hahner (lacht): Das ist der große Vorteil als Langstreckenläuferin, dass ich bei den Kilometern, die ich sammle jede Menge Energie brauche. Ich muss mich also nicht um irgendwelche Kalorien kümmern. Und außerdem: Wenn man Wien nicht mit allen Sinnen erlebt, hat man etwas verpasst.

LAOLA1: Was sagen Sie all jenen, die meinen, einen Marathon zu laufen sei alles aber nicht gesund?

Hahner: Der Marathon ist sicher nicht das Beste, was man dem Körper antun kann. Aber das Training macht gesund. Der Wettkampf ist nur das Ziel, um dem Körper zu zeigen, was man rausholen kann. Ich würde es so sagen: Der Weg zum Marathon ist gesund, das Rennen nur das i-Tüpfelchen.

LAOLA1: Der Extremläufer Christian Schiester hat den Spruch „Quäle deinen Körper, sonst quält er dich“ geprägt. Wie sehr quälen Sie ihren Körper?

Hahner: Natürlich quälen wir unsere Körper. Sonst ist Leistungssport gar nicht möglich. Aber wenn man dann ein Ziel erreicht hat, ist man überglücklich und hat all die Qualen vergessen. Auch der Marathon selbst, diese 42,195 Kilometer vom Start bis zur Ziellinie sind eine Qual. Aber der erste Schritt über die Ziellinie macht es unvergesslich. Dann weiß man, warum man in der Vorbereitung so viel investiert hat.

LAOLA1: Sie waren in der Vorbereitung auf Wien auch in einem Höhentrainingslager in Kenia. Was haben Sie von dort mitgenommen?

Hahner: Kenia ist einmalig. Kenia ist Motivation und Inspiration. Man kehrt jedes Mal wieder anders zurück als man hingefahren ist. Es dreht sich dort einfach alles ums Laufen. Der Tag besteht aus Laufen, Essen und Schlafen.

LAOLA1: Wissen Sie schon, wie es nach dem Wien-Marathon nun weitergeht?

Hahner: Darüber habe ich mir noch keine großartigen Gedanken gemacht. Wien war mein großer Frühjahrs-Höhepunkt, darauf habe ich mich gezielt und zu einhundert Prozent vorbereitet. Wie es jetzt weitergeht, werden wir in den nächsten Tagen entscheiden.

LAOLA1: Welchen Tipp geben Sie allen Läuferinnen und Läufern, die vielleicht im nächsten Jahr zum ersten Mal den Wien-Marathon laufen möchten?

Hahner: Macht es, weil es euch Spaß macht. Macht es mit einer Regelmäßigkeit. Setzt euch Ziele und keine Grenzen. Motiviert eure Freunde. Hört auf euren Körper. Und geht mit einem freien Kopf ins Training. Dann werdet ihr das Beste rausholen.

LAOLA1: Und was empfehlen Sie all jenen für den Tag nach dem Marathon?

Hahner: Wenn man 42,195 km gelaufen ist, macht es gar nichts, wenn man sich einmal 24 Stunden gar nicht bewegen will und einfach im Bett oder auf der Couch bleibt. Oder man geht locker spazieren oder ins Schwimmbad. Man sollte einfach machen worauf man Lust hat.

LAOLA1: Wir danken für das Gespräch.

 

Das Interview führte Stephan Schwabl

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