„Ich liebe diese Stadt. Die Atmosphäre war jedes Mal wunderbar, die Liebe der Menschen für den Sport und den Marathon hat mir immer viel Kraft gegeben“, so Gebrselassie, der 2012 auf der Prater Hauptallee die „Haile-Meile“ einweihen durfte.

In den nächsten Jahren möchte er nach Österreich zurückkehren. Dann vielleicht schon als schnellster Präsident der Welt.

Einzug in Präsidentenpalast?

Denn der hochdekorierte Ausnahmeathlet hat auch politische Ambitionen.

„Eines Tages möchte ich Präsident von Äthiopien werden. Das ist eines meiner großen Ziele“, erklärt Gebrselassie, der in seiner Heimat als Unternehmer – sein jüngstes Projekt ist der Anbau von Bio-Kaffee – große Erfolge feiert und zahlreiche Charity-Projekte unterstützt.

Im Oktober veranstaltete er zudem erstmals den Haile Marathon in seiner Heimat. Der 40-Jährige möchte etwas zurückgeben – und er weiß, wie wichtig Bewegung ist.

Von den Rekord-Teilnehmerzahlen bei Lauf-Veranstaltungen lässt sich der Weltsportler nicht blenden.

„Es reicht nicht, wenn 30.000 oder 40.000 Menschen einen Marathon laufen. Unsere Gesellschaft geht schleichend daran kaputt, dass wir uns viel zu wenig bewegen.“

Nur noch zwei Typen

Wer Sport mache, lacht Gebrselassie, könne zum Beispiel alles essen. „Du magst gerne Schokolade? Kein Problem! Der Schweiß, der beim Laufen aus deinem Körper kommt, das ist die Schokolade.“

In einigen Jahren, fürchtet der Äthiopier, wird es nur noch zwei verschiedene Typen geben: Jene, die sich bewegen wollen und dies auch tun. Und jene, die mit Bewegung gar nichts mehr anfangen können.

„Ich habe nichts gegen die moderne Technik, nütze sie auch selbst. Aber Fernseher und Computer machen unsere Gesellschaft kaputt. In ein paar Jahren werden wir von Robotern gefüttert, damit wir gar nichts mehr selbst machen. Ich habe Angst vor so einer Welt.“

 

Stephan Schwabl
 

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