Der Spannungs-Faktor der Motorsport-Serien

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Mit Oktoberbeginn wird nicht nur das Wetter in der Regel schlechter, auch die PS-Action auf den Rennstrecken dieser Welt nähert sich langsam ihrem Ende.

Allmählich wird es ernst mit den WM-Entscheidungen, einige Titel sind sogar schon vergeben.

Am vergangenen Wochenende konnten etwa Martin Tomczyk (DTM), Mirko Bortolotti (Formel 2) oder Peugeot (Intercontinental Le Mans Cup) ihre Titelgewinne fixieren.

Noch sind in den meisten Serien Rennen zu bestreiten. LAOLA1 weiß, wo es sich noch lohnt, vor dem Fernseher, dem Internet-Stream oder zumindest einem Live-Timing Platz zu nehmen und wo man getrost abdrehen kann. Der Spannungs-Faktor der wichtigsten Rennserien:

Rallye-WM: 100%

In der Rallye-WM geht es heuer so spannend wie schon lange nicht mehr zu. Nach der Rallye Frankreich am vergangenen Wochenende sind die Top-3 nur durch drei Pünktchen getrennt.

Da Serien-Weltmeister Sebastien Loeb zuletzt nur einen 10. Rang und einen Ausfall verzeichnete, hängen ihm der aufmüpfige Teamkollege Sebastien Ogier und Fords "Mr. Konstanz" Mikko Hirvonen im Nacken.

Ogier hält bei drei Punkten Rückstand und hat mit fünf Siegen die meisten Saison-Erfolge zu Buche stehen. Allerdings warf er sein Auto in Mexiko und Australien weg. Der mit Loeb punktegleiche Hirvonen hingegen war heuer nie schlechter als Vierter, konnte aber nur zwei Mal gewinnen.

Der spannende Dreikampf erlebt noch zwei Fortsetzungen: Von 21.-23. Oktober in Katalonien und von 11.-13. November in Wales. Die besten Karten hat dennoch Loeb: Er gewann die Spanien-Rallye zuletzt sechs Mal in Folge und ist auf der britischen Insel seit 2008 ungeschlagen.

IndyCar Series: 90%

In der IndyCar Series kommt es wieder einmal zu einem spannenden Finale. Ein Rennen vor Schluss gab es am Sonntag einen Wechsel an der Spitze der Gesamtwertung. Der dreifache schottische Champion Dario Franchitti löste mit seinem zweiten Platz in Kentucky den Australier Will Power als Leader ab.

18 Punkte trennen die beiden Titelaspiranten - auf Platzierungen umgerechnet der Unterschied zwischen Rang eins und vier. In Saisonsiegen liegt Power gegenüber Franchitti mit 6:4 voran.

Zum Finale geht es am 16. Oktober nach Las Vegas. Sehr zum Unmut des aktuellen Gesamt-Zweiten: Von seinen 14 Siegen in IndyCar und ChampCar holte Power nur einen auf einem Oval. Die Strecke im Spielerparadies ist aber ein klassischer Speedway. Vor Ausfällen auf der Tempo-Hatz ist aber auch Franchitti nicht gefeit. Hochspannung scheint garantiert!

Moto2: 75%

Der WM-Stand in der Moto2-Klasse sieht etwas spannender aus als er tatsächlich ist: Neo-Leader Marc Marquez und Stefan Bradl trennt derzeit nur ein mickriges Pünktchen.

Allerdings spricht die Tendenz ganz klar für den Spanier: Neben vier Ausfällen in den ersten sechs Rennen gab es nur Siege (7) und zweite Plätze (3). In den letzten acht Rennen holte er auf Bradl satte 83 Punkte auf. Der Deutsche konnte ihn auf der Strecke überhaupt erst einmal (in Barcelona) bezwingen, landete sonst immer hinter Marquez, insofern dieser ins Ziel kam.

Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass der 18-jährige Spanier in einem der letzten drei Rennen nicht noch einmal unfreiwillig von seiner Suter-Maschine absteigt. Spannung bis zum Schluss sollte garantiert sein, vor allem, da Bradl nun ohne den Druck des WM-Leaders Gas geben kann.

125cc-WM: 35%

In der Achtelliter-Klasse der Motorrad-WM könnte die Entscheidung schon im nächsten Rennen fallen. Nico Terol liegt aktuell 31 Punkte vor seinem französischen Rivalen Johann Zarco.

Macht er in Phillip Island 19 Punkte mehr als sein Gegner, ist Terol der Titel nicht mehr zu nehmen. Zu rechnen ist damit aber eher nicht: In den letzten drei Rennen lieferte sich das Duo jeweils ein Duell um den Sieg. Der spanische WM-Leader darf aber beruhigt sein. Kommt er drei Mal als Zweiter hinter Zarco ins Ziel, ist er am Saisonende Weltmeister.

Wirklich spannend würde es nur, wenn neben Maverick Vinales noch ein zweiter Pilot das Tempo der Spitze mitgehen könnte und sich in einzelnen Rennen eventuell zwischen Terol und Zarco schieben würde.

MotoGP: 25%

Drei Rennen sind in der Königsklasse der Motorrad-WM noch zu fahren. Schon im ersten davon könnte Casey Stoner den Sack zu machen.

Der australische Honda-Pilot hält bei 40 Punkten Vorsprung auf den (noch) amtierenden Weltmeister Jorge Lorenzo. Die Rechnung ist eine einfache: 35 Punkte reichen Stoner in jedem Fall zum zweiten MotoGP-Titel. In Platzierungen: Ein Sieg und ein sechster Platz bzw. ein vierter und zwei fünfte Ränge.

Aber schon in zwei Wochen könnte die Entscheidung fallen: Nämlich dann, wenn Stoner gewinnt und Lorenzo das Podest verpasst. Wer die Kampfkraft des Mallorquiners kennt, der weiß, dass das ein eher unwahrscheinliches Szenario ist. Immerhin konnte Lorenzo Stoner in zwei der letzten drei Rennen Punkte abnehmen. Aus der oft unterlegenen Yamaha quetschte er häufig das äußerste Maximum heraus.

Dass es beim Finale noch spannend sein wird, ist aber unwahrscheinlich. Stoner verpasste heuer nur einmal das Podest - als er von Valentino Rossi in Jerez abgeschossen wurde. Die verbleibenden Rennen: Phillip Island (16. Oktober), Sepang (23. Oktober), Valencia (6. November).

Formel 1: 1%

In der Formel 1 ist der Käse gegessen, der Drops gelutscht und die Luft draußen. Sebastian Vettel wird Weltmeister. Punkt. Ein Punkt, besser gesagt, den Vettel wohl schon am Sonntag in Suzuka holen wird. Und selbst bei einem Ausfall kann es noch diese Woche mit dem WM-Titel klappen.

Dass Jenson Button die ausständigen fünf Rennen gewinnt, ist nämlich noch unwahrscheinlicher, als dass Sebastian Vettel fünf Mal ausfällt oder außerhalb der Punkteränge landet. Beides müsste aber passieren, damit der Deutsche von seinem einzig verbliebenen "Konkurrenten" noch abgefangen werden könnte.

Michael Höller

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