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100. WM-Podest von Loeb, aber Ogier siegt

Wien - Doppelsieg für Citroen bei der Akropolis-Rallye in Griechenland und auch bei der abschließenden Power-Stage landen die zwei französischen Werks-Piloten auf den ersten beiden Rängen.

Weltmeister Sebastien Loeb schafft beim Schotter-Klassiker rund um Athen zwar seinen 100. WM-Podestplatz (65 Siege), muss sich aber sowohl im Gesamtklassement, als auch in der Power-Stage dem Youngster Sebastien Ogier geschlagen geben.

Sieg mit 0,009 Sekunden

Der 27-Jährige triumphiert im Citroen DS3 mit 10,5 Sekunden Vorsprung auf Loeb und 13,5 Sekunden vor Mikko Hirvonen (FIN/Ford). In der 3,87 km langen abschließenden Power-Stage verweist er den Weltmeister um 0,009 Sekunden auf den zweiten Platz.

Sebastien Ogier hat sich die "Akropolis" perfekt eingeteilt. Zunächst hält er sich zurück und lässt unter anderem den Norweger Petter Solberg an der Spitze fahren.

Am Samstag, kurz nachdem Ogier die Führung übernimmt, lässt er sich absichtlich zurückfallen, um am Sonntag eine optimale Startposition zu haben.

Loeb über Taktikspiele verärgert

Teamkollege und Spitzenreiter Sebastien Loeb setzt sich verbittert zur Wehr und kann sich zu Beginn der Schluss-Etappe gegen seinen jüngeren Teamkollegen behaupten. Doch nach dem Servicestopp macht Ogier kurzen Prozess und ist zwei Mal deutlich schneller als Loeb. "Es war eine sehr gute Rallye für mich", jubelt Ogier. "Ich habe einen guten Rhythmus gefunden, speziell am Samstag, als wir voll attackiert haben."

Weltmeister Loeb, der zum 100. Mal auf ein WM-Podium gedriftet ist, sieht sich als moralischen Sieger. "Es war ein großartiger Kampf, aber natürlich hatten wir nicht die gleichen Bedingungen", erklärt der Champion. "Es ist frustrierend nicht zu gewinnen, denn ich glaube, wir waren hier die Schnellsten. Aber wir mussten zwei Tage lang die Straße kehren und mussten auf einer Etappe als Zweite losfahren. Es gab also immer einen Nachteil für uns."

Hirvonen verpasst Podest

Im Finale bietet Loeb sein ganzes Können auf, um den von hinten anstürmenden Mikko Hirvonen in Schach zu halten. Der Finne verschläft den Auftakt am Schlusstag, dreht dann aber ordentlich auf. Doch die späte Attacke reicht nicht mehr, um drei Sekunden verpasst Hirvonen den vor ihm liegenden Loeb. "Ich habe wirklich alles versucht, aber es hat nicht gereicht", ärgert sich der Ford-Pilot.

Immerhin gelingt es Hirvonen auf den letzten Prüfungen noch Petter Solberg abzufangen. Der Norweger hofft lange Zeit auf ein Podium, verspielt seine Chancen aber durch eine gewagte Strategie am Freitag. "Ich bin weiterhin zufrieden mit meiner Leistung, meiner Fahrweise und mein Team hat großartige Arbeit geleistet. Mehr können wir nicht erreichen. Ein Privatteam ist nun mal ein Privatteam", sagt Solberg.

Die Stobart-Piloten Henning Solberg mit seiner österreichischen Beifahrerin Ilka Minor und Matthew Wilson landen auf den Rängen.

Sieg für das Red Bull Skoda-Team

Red-Bull-Skoda-Pilot Juho Hänninen jubelt als Achter über seinen ersten Sieg in der SWRC. Lange Zeit liegt der junge Este Ott Tänak in Front, doch als dieser sich am Samstag überschlägt, greift Hänninen nach dem Kommando. "Ein sehr gutes Wochenende für uns, aber die Rallye und die Prüfungen waren extrem hart. Doch unser Auto hat perfekt funktioniert, wir hatten einen tollen Lauf", freute sichHänninen.

Der zweite Schützling von Teamchef Raimund Baumschlager, der Deutsche Hermann Gassner junior, wird in der SWRC-Wertung Vierter.

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