Loeb im 7. Rallye-Himmel, Hänninen feiert SWRC-Titel

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Die Spanien-Rallye endet mit einer Gedenkminute für den tödlich verunglückten MotoGP-Star Marco Simoncelli. Auch die Siegerehrungen verliefen im Gedenken an den verstorbenen Italiener weit verhaltener als üblich.

Dabei gab es für zwei Piloten und deren Beifahrer jede Menge Grund zu jubeln. Weltmeister Sebastien Loeb (Citroen) hielt dem enormen Erfolgsdruck stand und fuhr seine Führung beim vorletzten WM-Lauf souverän nach Hause. Der Finne Juho Hänninen (Red Bull Skoda) freute sich mit Teamchef Raimund Baumschlager über den Gewinn der SWRC 2011.

Super-Seb holt siebten Sieg in Serie

"Ich würde sagen, das war eine perfekte Rallye. Wir haben uns keine Fehler geleistet", freute sich Loeb über seinen bereits siebten Spanien-Sieg in Folge.

Titelkonkurrenten Mikko Hirvonen gelang es zwar durch eine Stallregie noch auf Platz zwei zu kommen, allerdings ging der Finne in der abschließenden Power-Stage leer aus.

Loeb holte sich dort - hinter den beiden Mini-Piloten Meeke und Sordo - einen Extrapunkt und führt die Weltmeisterschaft vor dem Finale in Wales mit acht Punkten Vorsprung (222 Zähler gegenüber 214 Punkten von Hirvonen) an.

"Super-Seb" Loeb konnte sich in Spanien noch eine weitere Bestmarke sichern. Auf dem Weg zum 67. Gesamtsieg, sicherte er sich fünf Bestzeiten und schob sich mit aktuell 803 Sonderprüfungs-Siegen auf Platz 1 der ewigen Bestenliste vor Markku Alen (801) und Carlos Sainz (756) vor.

"Wir haben nicht mit Regen gerechnet", ärgerte sich Hirvonen über die verpasste Chance wichtige Zusatzzähler zu holen. Die Flinte ins Korn wirft der Finne aber noch lange nicht: "Ich kann es jetzt kaum erwarten, in Wales zu starten. Dort lief es für uns immer gut."

Mini gewinnt Reifen-Poker

Für eine Überraschung am Schlusstag sorgte Mini. Beide Piloten wurden mit weichen Reifen auf die letzte Schleife geschickt, ein gewagter Poker, der sich jedoch auszahlte.

Kris Meeke setzte die Bestzeit, Teamkollege Dani Sordo landete knapp geschlagen dahinter.

"Das ist so unglaublich", jubelte Meeke. "Dani auf dieser Prüfung zu schlagen ist wirklich etwas Spezielles." Mit dem fünften Gesamtrang holte Meeke zudem sein bislang bestes WM-Ergebnis.

Sordo musste nicht nur die Niederlage in der Power-Stage verkraften, er verpasste auch den Sprung aufs Podest und wurde hinter Jari-Matti Latvala Vierter. "Wir haben am ersten Tag zu viele Probleme gehabt", meinte Sordo. "Aber wir sind in einer Position, die wir zu Beginn des Jahres nicht für möglich gehalten hätten."

Latvala lässt Hirvonen vorbei

Latvala, der sich erneut durch einen Stempelfehler absichtlich zurückfallen ließ, damit Teamkollege Hirvonen vorbeiziehen konnte, war mit seiner Leistung mehr als zufrieden. "Ein fantastisches Wochenende. Ich fühle mich auf Asphalt immer wohler. Jetzt wollen wir in Wales wieder angreifen und dort den Sieg holen", sagte Latvala.

Hinter der Spitze landet Mads Östberg auf einem ungefährdeten sechsten Platz. Evgeny Novikov, der in Spanien erstmals mit einem Citroen DS3 antrat, kann sich gegen Henning Solberg mit seiner österreichischen Beifahrerin Ilka Minor durchsetzen und holt mit Rang sieben seine ersten WM-Zähler der Saison.

"Diese Rallye lief deutlich besser als die vorherigen. Wir hatten zwar ein paar kleinere Probleme, aber alles in allem war es ein gutes Wochenende", erklärte der Russe.

Ogier fällt mit Motorschaden aus

Aus dem Titelrennen endgültig verabschieden musste sich Sebastien Ogier. Nach zwei Reifenschäden war der Franzose während der Rallye bereits weit hinter die Spitze zurückgefallen, ein Motorschaden beendete auf SP 17 seine Fahrt vorzeitig. Auch Matthew Wilson erreichte das Ziel nicht. Auf der vorletzten Prüfung riss er ein Rad seines Ford Fiesta ab und musste aufgeben.

Baumschlager jubelt mit Hänninen

Großer Jubel herrschte bei Juho Hänninen. Nach dem Gewinn der IRC im Vorjahr, feiert der 30-jährige Finne mit dem Sieg in Spanien seinen ersten WM-Titel und kann die diesjährige SWRC für sich entscheiden.

"Ein großes Dankeschön geht an Skoda. Ich habe es durch die Fehler in Deutschland und Frankreich noch einmal spannend gemacht, aber jetzt ist alles gut ausgegangen. Nun wird gefeiert, dann planen wir für 2012", sagte Hänninen.

Teamchef Raimund Baumschlager freute sich: "Das ist ein herausragender tag für uns alle. Juho hat seine Klasse unter Beweis gestellt und ist taktisch eine hervorragende Rallye gefahren. Er war über die gesamte Saison gesehen der schnellste und konstanteste Pilot."

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